Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 13 (7.11.1925)
- Date
- 1925-11-07
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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JtDIiCHBR «ADHlll HIK98E M. HflLl Am 22. Oktober wurde abends im Hause der Lud so wies Dr. Gold he nc den neuen Gabriel- Rheinlandloge oben genannterGund w ieder zu neuem Riesser-Freunde» Ziel und Weg zur neutralen Leben erweckt. Gabriel Riesser soll wieder Führer sein, der aui seiner und seiner Zeitgenossen ideale Fahne die Worte schrieb: ..Wir Juden wollen dem Deutschen Vaterlande angehören und werden ihm allerorten angehören“. Fs kann und darf und «ag von uns fordern, was es von seinen Burgern zu fordern berechtigt ist; willig werden wir ihm alles opfern, nur Glauben und Treue. W ahrheit und Flirc nicht. Denn Deutschlands Helden und Deutschlands Weise haben uns nicht gelehrt, daß man durch solche Opfer ein Deutscher wird. Dieser Abend nun fand das wieder eröifnete Ricsser-Heim bis aui den letzten Platz gefüllt. I >er erste Vorsitzende. Dr. Goldberg-Köln; dankte zunächst in seiner Finführungsrede den Herren Dr. Kober und Dr. Isaac. welche als Vertreter der Rheinland- und Morja-Loge dieses Heim, vielmehr den Raum dazu, wieder der jungen Gemeinde zur Verfügung gestellt haben. Des Weiteren gedachte er in dankbarer Weise der geistigen Führerschaft des Herrn Dr. Alfred Apfel-Köln, welcher von 1009— 191,1 diesem Indischen Jugendbund Leitstern gewesen ist. bis dann die traurige Zeit des Krieges mit seinen unglückseligen Auswirkungen kam, welcher natürlich auch dem Riesser-Verein innerliche Wunden schlug. Gewogt und aufgerüttelt im Innersten leistete die Zuhörerschaft der Aufforderung des Redners Folge, sich zu Fhren der Gefallenen von den Sitzen zu erheben, welche an gleicher Stelle einst gestrebt und gelebt, geschafft und gewirkt hätten. Fine Fhrcntafel in diesem überaus einfachen und doch stimmungswarineu Raume wird ihr Gedächtnis hier wach halten. In kurzen, aber klaren und übersichtlichen Worten legte der erste Vorsitzende die Motive ausein-. ander, welche bis auf diesen l ag die Wiederer- - Stellung des Riesscr-Vcreins veranlaßt hatten. Da stehen im Vordergründe Partei-Zersetzung und Abnahme der jüdischen Lehrerschaft durch wirtschaftliche Not seit Jahr und l ag. Da kam die ideale Güter hinwegschwemmende Inflation; als begreifliche Geglciterschcinung die epidemische Vergnügungssucht, skrupellos geschlossene Misch - Fiten und ähnliche He weggründe mehr. Mit Recht und Klugheit wies der junge Redner in selten geübter Finsicht darauf hin. daß nicht nur außen liegende Hemmnisse Ursache waren, sondern auch die J u g en d s e I b s t itt Ueberspanntheit und Hesserwisse»wollen in sog. „neuer Finstellung" viel verschuldete und auf sich nahm. Wir bitten slcß beim Einkauf unserer Inserate xu bedienen und sieb auf sie zu berufen. Gemeinsamkeit, w eiche dueb ’uieJuv mit orteiJskrscm ludifferentismus zu tun hat. Ihre gemeinsamen Interessen seien auf religiösem, sozialem, sittlichem, wirtschaftlichem Gebiet, die veredelnde Kunst nicht zu vergessen. Jüdische (icxamtlioiK.Arhcii i'ilt Pirderhin zu leisten, ohne engen Parteigeist, dies sei Richtschnur dieser Jugendvereinigung nach altem \ orbild \\ eder Spötter noch Nörgler, sonder» lebensfrohe Jugend will man in Zukunft — wie einstmals hier sehen, reich im Glauben an das Gute, groß in sozialer, opferfreudiger, idealer Fmpfindung. Wahrlich, ein würdiges Jugend-Programm. Mit Dank und froher Zuversicht gab mau sich ebenfalls dem tu u s i k a I i s c h e n Leistungen und V o r t r ä g e n hin. Fräulein Trude R o s e u t li a I sprach Verse der Fitiweihuiig. welche ihr weniger gut lagen, als die schmucklose, aber dem Sinne nach eindrucksvolle Prosa der Legenden, von Fmil Kolm „Die große und die kleine Menschenliebe“. Julius Goldberg bot dreifache Gegabuiig und Leistung. So als K o m p o ii i s t. am Cello und am I* I u g e I. Die Uraufführung eines Präludiums dieses jungen Kölner Musikers in D-Moll für 2 Geigen und Cello wurde von ihm selbst. Frnst Cassel und Hilde Heydt vielversprechend interpretiert. Auch Händel und Mozart wußten die begeisterten, für ihre Jugend auffällig ernst strebenden Musiker, schön und rein im Zusaiumenspiel. feierlich und innig zu gestalten. Frnst Cassel, ebenfalls ein ehrliches Talent, welcher auch heute schon über Durchsclmiltsbegabuiig steht, ließ die «i e i g e flott und schwungvoll beseelt erklingen. Hilde S i I Ire r b a c h entledigte sich des Klavier-Parts im Ls-dur-Um»rtett von Mozart m gefälliger, frischer und mozartfroher Weise. Hilde Heydt wußte die Grätsche mit demselben liebevolle» Frnst und Geschick zu führen, wie die Geige. Fräulein Trude Rosent h a I zeigte sich im Vorlesen einer zweiten Legende „Das Guch Joram“ au diesem verheißungsvolle» indischen Jugend-Abend als feine temperamentvolle ^preclikunstlerin, welche jüdisches Fmpfindcii mit geistiger Reife gepaart, klangvoll und sympathisch zum Ausdruck zu bringen verstand. I'!in befriedigender Auftakt war dieser erste < iabriel-Riesser-Heim-Abend. G. St. BKHKHTIOIIVO. Herr Hermann Kindermann. dir Vater dex in Wuttl.md verurteilten Mr Kail K 111 de r mann, bittet uns die von I rau Ihirix W 11111 e r In deren Artikel . kenekaten ' in Mett VI dir Zcitxshrllt ..Ibc 11tdlx1.be Trau" enthaltenen lichauptu'igeu l>r. Kindermann xcl g lauftcr Jude und Mitglied dex (teutssh- 1 xangeltxehen Mundex. ju berichtigen. Jlr. Karl Kindermann ixt weder getaufter Jude. noch Mitglied dex llcuixch-ev-itigclikchen llundex Tr stammt xowohl väterlicherwie mutte,lishcrxeitx aus xtreru orthodoxer Kamille. Ihc gesamte Verwandtes hall ixt xtreng orthodox 9