Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 12 (22.10.1925)
- Date
- 1925-10-22
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
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Kaiser braucht keine jüdischen Munde!" liesmiders war da Liner. ein kleiner selber Kerl, ein Komor.il der ssIir dei Aild-l'C: hem viel» ich einen StolJ und saue: '„Mich wird der Kaiser, nicht irageu!" > raus tätigen sie Ahe an. mich./» pruecin. I >a schaut der Herr 1 laiipimann /um lenster hinaus und mit: ..Warum schlaft Ihr den .luden-1'' ha .lassen sie von mir ab und ich ruic luuaui: ..W eil ich eintreten will!" ha lacht der tlauptmuim lind, säet: ..Kumm herauf!' Ich eeh‘ hiuaiif in die Kair/k'i. ..Wie alt bist hu.-'' f rav: t er. „Im A ier/eluileiiT' ..I >.|S ist •licht w ahr . säet er. „so seiiaut kein Knabe von \ ier- /elm Jahren aus. hu bist vielleicht acht/elm. Aber was w dlst 1 >n?" ha sax ich. ..hrei/ehn Jahre hin- TctT voriee AWhe geworden und eintreten mocht' ich als I reiw illieer." „W as?" säet er. „Kinder brauchen w ir hier nicht, pack hich " „Aller ick bin so stark'. sag' ick ~.”AT>er ein lud' bist hu", schreit er. „I s ist genug. wenn wir buch feines Mundsbhit bei der kekriiticrunc nehmen müssen! Marsch!' ha sae’ ich: „Wir sind kein Mundsblut. wir sind Menschen! ' „I bis hast I Mi e'esae't?'' unterbrach ihn der „Marschaliik" unelauiiie'. „Ja! und darauf hat er mich e'eohrteiet und hinaus geworfen. I nd da bin ich zum Wasser e'e- ’aiiteii. weil ich eesehen habe, dal! auch hier keine (ileichheit ist. Nirgendwo will mau einen Juden . . .'' I >er..Marschallik"w iderspraUi nicht: er scluviec und dachte nur immer:* „W arum ist dieser Mursehe anders als wir andern Juden? Warum'.-'' Z w e i t e s Kapitel. Weit drauHeii vor dem Städtchen, abseits der McerstraUe. an dem Leldvv ex. der ne neu Koruw la fuhrt, lievjt eine einsame Mutte: da haust und hämmert uer Schmied von Marnow. Wassili (irvpko. I.r ist sehr beschickt und darum kommen die Leute aps der ganzen l'mnenend zu ihm. aber oli^e Zweck kommt sicherlich Niemand, denn er ist inisier und unheimlich, der alte Riese, (janz. einsam Jiaust er. wozu braucht er auch (iesellschait? Wer solches erlebt hat. w ie es einst über diesen Menschen gekommen. ist am liebsten allein, und vor hieben und kaubern braucht er sich nicht zu furchten; die Kasse dcsSteueramtcs mitten im Städtchen ist minder sicher behütet, als dieses Mannes Mesitztmn in der I eidschmiede. heim die I.eilte kennen seinen riesigen Manmier und wissen, dal! selbst das lasen schmerzlich auikreiseht, wenn er niedersaust, kein Schade! ist so hart, dal! er ihm widerstehen konnte, und au dem Hammer klein aus veri-anneneii laecu eines Men.whe'i Hirn, auch das wissen die Leute. Schreckhafte tiescluchleii neben über diesen Mann: die Wahrheit, ohnehin duster nenun. ist im Munde des Volkes zur schauerlichen Sann geworden. Aber wer ihn sieht, mochte sonar der Sann claubeii. I.s ist fast unheimlich: er ist hoch in den SecJi/ine». aber die Jahre „'eben sputlos an ihm vorüber Nur sein Maar haben sie gebleicht und dieses snberweihe Maar hauet wirr und lamistralmie um das beruhte Antlitz. Aber seine Korperkratt ist •uuechrocheii. die hünenhafte (iestalt auch nicht um eine Linie gebeugt und das plumpe Antlitz wie festnemeiliell. esMst kein I altchen darin. Aber wiefesteemeiHelt hegt auch auf diesem Antlitz ein Zue misaehshcr. dumpfer Iraner. Wer ihn so den Hammer schwmceii Muht ii. der öden Schmiede, immer schweiesnm. di^ Lippe» .'.usannneneeprelit. die Stirn drohend eeiureKt, die Aueen halb er schlossen und clan/lus. den uberkonnnp der (iedunkc d.,s ist cji A eulau'iutcr de; Holle ^lc ■ Ili .iiiilioriU Ii J-ni. m -•1 1stI i. | I sp'l e vn'ed v'c t " richtet. v\ul i - v, ulk d.iii is kenn I rlospi-.e tat ihn etbt. I nd W assdr ist wirklich eie \ i rdaimntet. er ist verdammt’, zu leben. Warum der Mann den Üanmur nicht einmal, statt ihn aut das I ise» lallen zu lassen, cceen das einem Haupt kehrte ist cieent •ich unerklärlich Abc i der Schmied hat is einmal eesaet: ..I < ist niir schwer ec fallen zu. warten. >e doch ich warte aut den I ae da wo K'iitheuen unsere L’cclmimc machen mit de n Molen l nd au dem I age mochten wir, ich mul mein M.in-rnm im In n litfr ~ >v ollen." I s ist ein furchtbares Wort, aber e s kann nicht befremden m> Munde dieses t,reise s .Imst, v oi -l.ineen Jahren, war—er i/m itojilichit. elackseheer Mensch eewesen. Ihr umne Sclm.ied s.iiic Jen cauzeu Inn. und so hell, dal! seine Stimme den dumpfen I lamme rsc lila n ubertonte-. warum auch mellt? I r war gesund, hatte seinen nuten I rve erb und sein eigenes Mails, und ui diesem Ilause das schönste Weib in' der künde', noch heute sprechen die alten Leute in Marnow mit I nt/ucken von der blonden, uppinen Ma'rima. I m sein-< duck voll zu machen, hatte ihm sein Weih ein liebes, holdes locliterchen geboren. Aber tust, als das Kind drei l.ilire •alt geworden, kam einmal der iK r i Slarost aus Wvvtuauka. Jan von l.ipeckt. v orbeute fahre n mul bei! seine Mferde beschlancu. AA ährend dies geschah, spielte er mit dein Kinde lind plauderte um dein Weibe, denner war ein leutseliger Mann, det Herr von Ipjucki. I nd von da ab wurde Wassilj Illerk- -V mdig oft m's Sch.Iol! z» AAvniianku geliolt. um da I 'fei eie zu beschlagen oder die t i.irtengitter .nis/ii bessern. I iid sobald er sich z.ur Arbeit eilige finiden. ritt oder lulir der St.irust daeoii. So spann sich die Sache fort, bis eines I ages det Kutscher de s Maiosten den lustigen W assiii im ScbloUhoie-mtr;rt' W ir sind Meide kutheneu. er ist ein Mole , also höre' Von lenem Augenblick a>' Iiat de» lustigen Schmied niemand mehr lustig gesellen Semen Hammer nahm er auf und stürmte heim. I , fand den Herrn Starosteu mi Stübchen hei der schonen M.i rinia. Aber Wassili schrie nicht. et tobte nicht, ganz gelassen fragte er den Met in lau der zitternd da stand: „Wie li.it sich Ihnen das Weih ergehen? Haben Sie viele Muhe gehabt. Ins Sie ihr lievvisseii betäubt haben?" „Nein", beteuerte de r Mole. ..nach de i ersten Stunde w ar sie mein " „Sie haben einen alten Aalet' titln Wassilj fori. ..schworen Sie nur hei seinem Leben, dal! Sie nicht Ingen. " „Ich schwort", sagte der Starost lest. Her Schmied wankte wie ein I rimke-ne r . Marinia!" sagte er dumpf. ..wehre Ihcli gegen diesen Menschen! I me I hehreclierm Inst | in. aber zu einer Metze macht hielt erst sein Wort Wehre hieb, w eim I >u kannst Abei sie sch w ieg und umklammerte seine Kmee I nd darauf verfuhr der Schmied sehr einfach: die Leute von Marnow stritten noch lange darüber, ob dies klug gewesen oder töricht, feig oder mutig „ha hat dann dir Hammer nichts zu um" sagte i gleichmiitig und gnti /tim t >cliseu/ii im. t Mit dem!>>ugelle ii zuerst den Starosteu iliirdi. mul dannsein Weil', warl daraut /»erst den. ^Starosteu hinaus und das Weil» ihm nach has-^ar. Alles hie schone v'iurnn.i blieb du tielnhti iKjc Starostei: >'|S er sie I)