Mannheim
Compact Memory

Die jüdische Frau · 1925-10-07 · 11 (7.10.1925) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
11 (7.10.1925)
Date
1925-10-07
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/4899998-4932193-4932289--225-4900211
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

DIE HÜTTE —-Line Fcsthrtr.i. iimr.: \ nii Rabbiner I »r. A. I* i* s n c~r Kiel.' Mit drei tiehraivhen Worten, die in dieser Knappheit gar nicht übersetzt werden Können, gedenkt der \ ersnl.mmgstag. jener lag der erludveiistt» W'eilie. der ein I riimerimg an sein Me,'eben im Heiligtum z» lertisalem nie \erwisch;, der jüdischen Frau. her •loiiepriester. der den Suhneakt /» \ oll/ielien hatte. ,v mnlile an diesem I age auch ..ftir sein Mails ' beten. Sem Maus, das ist. sagen die weisen I iKlarer, seine! ra;:. Sie verkörpert das ganze Maus, in ihrer Mand ijegt die Weihe des Hauses. Maus und l rau sind zwei unnennbare Pegrifit. \ ier laut, nachdem diese t.rkcnnlms uns wieder einmal nahe geiuiirt ward, verlassen wir das Maus und ziehen in die II u i 1 e. Aus Jen mehr oder minder gernimbgeu XinmjvriL ——besebeii wii uns in die"ehne Hütte. Im v. eiten Mause kann die I ran leicht ilire.s Amtes waltet.. Imipiaiigs-. Speise- und W uliugeiegeiilieit sind oit genügend. l)isweilen auch reichlich vorhanden, i >ic I »egiiemliclikeit. die der Hausherr wmischt. K.uiii ihm unschwer werden. Nun hinaus in die Kleine Mutte. Werden die Wände Kahl unserem Mücke begegnen/ Keine Farbenpracht. Kein Schmuck wird unser Auge sehen. I niteundlicli wird es um uns werden, halt \. ird es auch m unserem Innern sein. I nd doch ist gerade dieses lest das lest der Freude! Wem rillt eigentlich das besetz, zu: deine schönsten berate sollst du in die Mutte bringen/ Wem anelers denn der I ran! Wohl ist es nur eine vor imetgeltende, eine gelegentliche Wohnung. Aber auch ui ihr soll sich der batte, soll sich die Familie behaglich und wo!11 tuhlen. I >u wirst eiue besotidere Kunst v ieileicht Unfällen müssen, in engem Raume berechtigte W mische zu erfüllen. .Nimm nur die -setnmstctr-Hecken und Polster, die wertvollsten I epi'iclie und das köstlichste berat und bringe es in die I lutte. .Mit Me.vvegtlieit betritt man sie. in der die indische Iran gewaltet hat. beweibte ringer waren hier an der Arbeit, haben geschaffen, was nur eine jüdische Hand, critiiit von der Liebe zur Pflicht und i.e hciiwiulgahe. tun Kann. Pie Ibitte Kann zur Wolinug werden. I in ihren lisji Kami die l'amiiie sich setzen, um der I riiuieruug zu leben au die Zeiten, an denen ganz Israel in der Wüste ui Matten wohnte 1 ui leichtes l'aeli weil.! man über sich, aber buch dieses Kann man zu dem bestirnten Himmel ~ blicken, zu (tott. unter dessen Schlitz man in die Mutte gezogen ist. man in der Mutte weilt. I »rauben rauschen die W indc. sie stoben au die ‘eichten Wände, in denen man sich jetzt birgt: und sie schauen auf uns geschmückt durch den l'leill der jüdischen I rau. Wir bitten untere Einvierteifafirt- Abonncntcn. den Betrag für da• x weite Quartal ge ft. elnxumenden. Der Verlag. Pie Mumien auf dem l'eiertagstisclic. sie fehlen allen hier nicht, ja noch mehr. Mlunieiigew inde. von Lianen- und Madcheiilnmd zieren das Laubdach von innen. Jeder Winkel ist ausgenutzt von der Hand der jüdischen brau, die nach dem Psalmvvort wirkt in den I.cKett des Hauses. Am Abend ■ geben die Fesieskerzeti der Hütte den Schein einer geheiligten Wohnung, und am Lage ist >ie licht und hell und festesfroh. Pie Mutte ist zur Wohnung geworden. Freunde und Mekannte begrüben wir in ihr. unsere Müclter lesui wir in ihr. unsere brholung und unsere Abwechslung suchen wir in ihr. -,.4)vr sollt in Hütten wohnen sieben La ge ' lautet” des (iesetz.es Wortlaut. Pie jüdische I ran ist von der Pflicht, in der llüite zu wohnen, befreit. Pie Sorge um die Familie, um die Kinder, um den ganzen Hausstand, werden es ihr oft unmöglich machen, den Ort ihrer Metütigui.g mit der Ibitte zu vertauschen, aller sie ist es dennoch, die die Hütte baut, in der wir. die Männer wohnen. Pas Haus das ist die Frau, so empfinden wir es auch am Hülleiltest. auch in der Hütte. in die Hütte flüchten wir ja nicht vor der Hitze des Tages. Nicht zur Sommerszeit, wenn gern die Mensche» aus warmen Wohnungen fliehen und die Laubhütte zum Schutze vor der brennenden (ilut der Sonne auisuche». sondern gerade, wenn die Stürme des Herbstes schon weilen, wenn man bereits geneigt ist. die warme Stube zu schützen, den warmen Ofen zu lieben, dann erwärmen wir uns an dem Feuer erfüllter Pflicht, datm-gestaltet unserer Fnr.ten~Hand die Mutte zum wohnlichen Raum, zur lieblichen Stätte unserer Tcwjtagsireudc. Pie Hütte ist unsere Haus, wir danken es nicht zuletzt, der jüdischen Frau. Pas Svmbol der Hütte spricht alter eine verständliche Sprache zu uns. die weit über die Festtage hinaus naehkliugt. I »sicher und nutest, so vorübergehend lind fluciitig wie die Ibitte, also ist unser Haus aut Freien linerhaupt. Wir sind ja mir Pilger auf dieser Freie. Italien keinen sicheren Schulz für alte ZeiteiL \ erg.iitglichcr noch als die Plätter, die das Laubdäeh der Mutte bilden, ist unser Leben. Wir verwelken und fallen wie das Laub des Mauines. Aber dennoch! Wir können, wir sollen unser l eben aussclmiiicken. wir sollen es uns behaglich m..eiien wahrend der kurzen Zeit unseres Frdeuwallcns. Audi in der Hütte lüüt es schön und gut sich wohnen. Pie Räume, die unsere jüdische Familie in der (iegenwart uufuchmeii. sie sind an Umfang oft den Ibitten gleich. Peuuoch werden wir zufrieden, irolt und glücklich in ihnen wohne», wen» die jüdische I rau sie so gestaltet, wie sie es für die Festhütte tun soll. Fine ernste und schone Lehre gibt so das Hüttenfest uns auf den Weg mit, wenn der an Feiertagen so reiche Monat liscliri seinem Lude sielt zuneigt. Zwei (lehnte können vereinigt werden, an beiden iitiiU die jüdische Frau in weitestem Malle mitai beiten: ..Ihr sollt in Hutten wohnen sieben 'Lage”. . Pu sollt dich freuen an einem Feste.“ « 2

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.