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Die jüdische Frau · 1925-09-22 · 10 (22.9.1925) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
10 (22.9.1925)
Date
1925-09-22
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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und nicht einmal von mir hat er ihn wenden lassen, sondern vom Selivf. von diesem Huczaczer Stümper, tlen (iott vcrdammcir möge . . . Und dann I »eine drei Schwestern, ich bitte I hell. Du (iälgcn.strick. schau' Dir Deine drei Schwestern an! Alle drei sind Mädchen — (iott hat mich hart gestraft aber sie dienen ehrlich in schonen Häusern und alle drei sind brav und (iottlob recht dick, und ich hnfic immer: sie machen auchnoch so einOlück. wie meine Schwester (iolde. Also sage ich Dir. Mosehelc. Du mein Henjamin. Seiten sei auf Deinen Weiten, aber ich füttere Dich nicht länger. und was willst Du werden. Du Lump?“ Der junge Riese blickte den gerührten Vater scheu an. „Xu einem Lrwerb will ich schon kom men", erwiderte er.gedruckt. ..aber bei diesem Handwerk nimmt man kein Weib!" ..Hist Du verrückt?" schri.- .I.-,- V itrr i-„ks.-«,1 und s<* groB war das Lntset/en. dal! ihm die Rührung fast verflog.—..Hat -Wittr—je—gvhort. dal! ein jüdisch^ Kind ledig bleibt? Aber sogar der SJiinder nimmt ja ein Weil»! Was ist das mir für ein \ertliichter Lrwerb?" ..Das werdet ihr schon zu rechter /eit erfahren " (l'ortset/img folgt.) MOMIIIEIRXIEI^UAT ARAOLD Lrz.ähhmg von Thekla S k o r r a. tl'ortsetzung.) ..Meine Herren wissen Sie. was ein Schnorrer ist? — Scheu Sie. schon das Wort, ganz ungewohnt ..ctzl meinem Munde, macht Sie erschreckt umfahren Nun denn — das ist Liner, der nicht allein nichts hat. sondern Liner, der etwas haben will! Aber nicht etw a als gebührenden Verdienst für seine . Arbeit nein, als (ieschenk, als freiwillige Habe, zu der ei ..eden glücklicher (iestellten für verpflichtet halt. Lin solcher Schnorrer war mein Vater. Nicht von Geburt. Was man so einen Herabgekonunenen nennt — immer tiefer und tiefer — war da kein Halten mehr. Immer von Land zu Land, von Stadt zu Stadt. Lin armes, galizisehes Mädchen hing ihm an. Ob sie lim damals wirklich geliebt? ob er sie? Oft hab' ich in mich hineinhorchend, mein eigen Hiut darüber befragt es ist die Antwort schuldig geblichen. Vielleicht hat nur das gemeinsame Llend sie /.usammengetrieben. hat er sich mit ihr trauen lassen: regelrecht vom Rabbiner trauen, nach Sitte und Herkommen unseres \olkes. Lin Standesamt gibt's nicht für luden in jenen Ländern. Der Staat dort hat kein Interesse an ihrem Lamilienrccht oder Unrecht, nur an ihrem Steuerzahlern Aber sie gingen zurück in des Vaters deutsche Heimat; versuchten, sich scllhatt zu machen, zu ar beiten. Die Vetternschaft, angesehene Leute, sprangen ihnen bei. So ist ja unser Volk »ach atiUen hin schämten sie sich ucr Heuler verwandten, hatten sie gern verleugnet aber das Herz tat sich ihnen doch auf und die Hand. Jeder spendete etwas. Da war ein überzähliger Schrank, bei Jenen ein Lisch, dort ein Hettstiiek: und die junge Lrau oft hat der \ater es bewundernd erzählt nahm sie auch wohl alles als schuldige» Tribut, ohne besondere Dankbarkeit, wallte doch ans all dem Plunder eine Art Heim licrzurichten. Vielleicht mochte cs der Lrau. so armselig ihre Herkunft, gelungen sein, den Ansderartgcschlagenen zu einem neuen Menschen zu machen. Ls schien fast so; zumal pünktlich sich ein Kind einstellte; ein kleines Mädchen, das in all der Armseligkeit lebenskräftig aus seinem Waschkorb, in den man es gebettet. hervorkrähte und herrisch, als schaue es auf ein Konigsgemach. .Schon hatten sie einen kleinen Handel begonnen, es ging aufwärts. Da licB eines Tages die w ohllobliche < frtspohzei die junge Trau, die bereits ihr zweites Kind unter ihrem Herzen fühlte, vorladen: sie müsse die Stadt \erlassen, sie wäre Ausländerin, lebe mit I mein zusammen. der zwar staatsangehorig. nach hiesigem Recht aber nicht ihr t liemaun wäre. Mit was für erstaunten, entsetzten Augen mag wohl die (iescholtene ihn angestarrt und gesagt haben: Lin jüdisches Kind lebt mit keinem fremden Mann. W [r sind regelrecht getraut. N>gar ein Papier könne sie \orlegen. es sei alles uukeschrieheu und in Ordnung. Das Papier fand sich auch: aber m hebräischer und galizisch-polniseher Sprache abgcfaUt. konnte niemand es lesen. -.Hätte mnej/iialb \ier Wochen nach der Hochzeit von der Helmrde hier Landes beglaubigt und rechtskräftig gemacht wvrdun-mnssto»: batte keine (iiiltigkeit mehr", schrieb der < ierichtsdolmetscli aus der Kreisstadt zurtick. Was sollte da die arme Mutter machen?" v Arno Arnold fuhr sich mit den wfbmgeflcg’tcn Hände» durch sein erstaunlich volles, nur leicht angegrautes Haar: ehemals dunkelblond, lief! es kaum den Juden in ihm \crnmtcii. Lbcnsow eilig semiti-. sclies Gepräge zeigte» seine < icsichtszugc. Und in dem etwas englisch gefärbten Akzent seiner kultivierte» Sprache, klang, was er hier erzählte, seinen Hörern, den bevorzugten Standesherrn aus dieser tu deutschen Stadt, doppelt fremd und seltsam unglaublich in die Ohren. „Jawohl, meine Herren, der man da mit einem l ederzug Heimat und Lraueiichrc raubte, das war meine Mutter! und das entrechtete Kind linier ihrem Herzen war ich! Lin benachbarter Krämer, der sieh durch den aufhluhciidcu Handel der I Item geschädigt glaubte, hatte ihnen die (leschiehtc ciiigcruhrt. I r hat wühl händereibend daneben gestanden, als man Muck um Stuck der mühselig zusaimtiengescharrteii Wirt- Wtr bitten unaere Elavlerfe(/oOra- Abonnenten, den Betrag tür da» »wette Quartal gefl. elnmumenden. Der Verlag. II

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