Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 8 (22.8.1925)
- Date
- 1925-08-22
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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1)1 K »JShlSSIOV „Das Kind der unverheirateten Frau*. Infolge verschiedener Zusehriiten einiger auswärtiger Abonnentinnen. die unser Disktissionstliema interessiert, die aber den Artikel von Karin Michaeli s im ..berliner Tageblatt" nicht gelesen liaben. lassen wir hier ein kurzes kcsinnc desselben folgen .... Angeregt durch den K'oman ..Martha Dergcr“. der als Hauptthema das Verbrechen gegen das keimende Leben behandelt, eribt Karin Michaelis einer Auffassung Ausdruck: die. wie sie selber schreibt, schon etwa zwanzig Jahre ihr Inneres beherrschte. Warum beginn Martha b e r g e r das \ erbrechen der Kindesabtrcibimg V Warum wird überhaupt dies Verbrechen begangen? ...... Fin all die I'rauen ist nur ein einziger (irund vorhanden: Furcht. Furcht vor Menschen, Furcht vor dem Auskommen, besonders Furcht vor Menschen Diese Furcht vor Vater und Mutter und Freunden und anderen Menschen ist ihnen ins blut gekommen . . . Im Kampf um ihre ökonomische (ilciehstellung mit dem Manne, scheint die Frau das Wesentliche vergessen zu haben: Ihr keclit. in erster Linie Frau zu sein . . . Alle (ileicltbereelitigung ist Bagatelle gegenüber dem (irolfett und Natürlichen, dab die Frau das keclit hat. Mutter zu sein. Für mich ist die un\ erheiratete Frau doppelter Lltre wert. Fs wird allgemein gesagt. dab der Sittlichkeitszustand nach dem Kriege geringer geworden sei als vorher. Was damit gemeint ist. denke ich .zu verstehen. Aber ist es nicht natürlich, dab alle jungen Frauen, die die Schrecken und Manuel des Krieges durchlebt haben und nun hinterher mit leeren banden dastehen, sich doppelt nach dem wunderbaren Märchen sehnen, für das sie die Liebe halten. Das junge Weil), das stets ihre befühle mehr Macht über sich gewinnen labt als ihren Verstand, hängt ihre Liebe an diesen oder jenen, entdeckt ..zu spät" dab es ein ..Irrtum“ war. soll ein Kind bekommen, fürchtet den Mann, furchtet die Umgebung, mordet die Frucht ihres Leibes Sich in Beziehungen zu einem Manne einzulassen. dazu gehört nicht Mut. sondern nur Liebe und Sinne. Aber grober Mut und grobe Lntsaguug und viel Arbeit geboren dazu, die Verantw ortuug für die Liebesfrucht auf sich zu nehmen’. Darum scheint mir. dab eine jede Frau, die die Frucht reifen läbt. aller Flhre wert ist. Flire und Hochachtung. Aber nun kommen wir zu der praktischen Finvvendune dab die Frau nicht immer imstande ist ihr Kind zu ernähren. Darauf ist zu antworten: es iitübte in erster Linie die Pflicht der (iesellschaft und der Litern sein, dab alle Mädchen so erzogen werden, dab sie. wenn die Zeit da ist. sich und ihr Kind ernähren können Lud mm gilt es eine Mauer zu bauen um die unverheiratete Frau und ihre Kinder. Um auf diesem (iebiet das tiewissen der Menschen aufzurütteln. habe ich geschrieben, was ich schrieb. Frau R. S. . . . schreibt: Sie haben ktreht. wenn— sie obiges J licinu. über das Kann M i c h a e I i s mH so imponierender Oftcnhcit un ..berliner lageblatf „ schrieb, eine ..absolute I rauenfrage nennen. Da über bei der be.mtvvortuug von Frauenfragen fast nur das (iefulil. kaum der \ erstand ausschlaggebend ist. wird immer das (iefulil hei Losung derselben das Wesentlichste sein, bei dieseih biema kommt es vor allem auf die F.iiistellung vier Frau dem Leben und den Menschen gegenüber .an. /„ IV wird eine den bürgerlichen besetzen verschriebene I rau. selbst in heutiger Zeit, sich niemals auf den Stand Punkt des keclits für das Kind der trn v e r heiratete n Frau stellen, und zwar dies nur aus strengen Moralbegriffen heraus, was nicht ausschhebt. dab sie im Fiii/elfallc persönlich nicht versagen wird. Für mich handelt es sich lur den von Kann Michaelis hcraiisgehohcuen Dünkt des Rechtes jeder Frau auf ein Kind. Ich mochte das keclit nicht eher nutzen wollen, als es auch möglich wäre, einem unehelichen Kinde dieselbe Stellung wie dein ehelichen zu verschaffen. Denn letzten Fndes kommt es ja bei allen I ragen, aber besonders bei dieser. auf_unser _Vc£=_ .inlwonJjckkejrsgvfnht dein Kinde gegenüber an. das wir ohne sein Zutun uutlüneinziehen ui das dornenvolle Dasein. Ich. eine Frau, die praktisch kennen gelernt hat. was Karin Michaelis so warm vertritt, die ich nicht aus Leichtfertigkeit, sondern aus echter Muttersehnsucht heraus auberehclich mein Kind geboren habe ich mochte jedem weiblichen Wesen Zurufen. I ntervlruckt eure Sehnsucht nach dem Kinde so lange. Ins ihr ihm all das schäften könnt, was seine lugend sonnig macht. < ilaubt nicht, dali ihr dies vermögt, wenn ihr genügend Mittel habt, um das leibliche Wohl des Kindes. Nahrung, Kleidung »sw. günstig zu gestalten. Die Schule, mit ihren indiskreten Fragen hat meinem Kinde manche schone lugend stunde verbittert. Diskutabel ist der von K. M vertretene Standpunkt erst dann, wenn die l ntersclnede zwischen dem unehelichen und dem ehelichen Kinde ganz geschwunden sind, dann werden auch die fluch würdigen Abtreibungen ins keicli der Märchen, die da beginnen: es war einmal, gehören. Fine unv erheiratete' Mutter. SlLBKX-H/iTSKL Auflösungen der Röltel «ui voriger Nummer I. Tangvrmundf 2 hrlenbaem I. Kinderkamm 4 Stredivanus V Kraakankasir fi Irohraa 7 Andermal! s l.vmrntager '• Waurrhdi«- in |-ri-Unaaldi- II. Nonaanerrl IJ Wunderlichkeit I I Hcradamr II Ntrelel IV. Si lile\\«ri;»'«llr In ( »IIuliiH» 17. Vvrlallleif l*i Mr.rrng« l'i. Üenediiliner Z>> SltlgcruMK Gedealten lind aollfrel — Du m«|l ei dreimal legen. M K Wir bl/lea alcfl beim Einkauf unterer fotera/r au bedienen und afeff auf tle au bejlegen. Wir werden un« erlauben, nfcftf ein gegangene Jtbonncmenta-Betrtlge mit der ersten Sep/enbernunner au entnehmen. Der Verlag. IS *