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Die jüdische Frau · 1925-08-22 · 8 (22.8.1925) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
8 (22.8.1925)
Date
1925-08-22
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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ilE liDISfHE EH» VertnfworHldi (Er die Sdirlfilettunf: Fr«u Regln« U««c»ohn. Bcriln. ) Veranlwortlldi iPr die Intertfe: Olto Wutschke. Berlin Geldsendungen und Mtntukrlple lind tu richten «n die Redaktion: Arm* bette Nftde) (.Die )Ed Freu*). Berlin W 9$, Eltlebener Mr«ke 17 rftltburg 1t7t. HErtdirlnl ivtlmtl Im Montl fWaugsprel« ImelruTrrer \> t*1 rlirul flhrlldi US H k*lb|ikrl*<* MO M Mhrlk* * H. Alleinige I n »e r Ie n * n n t h m * Fl*« Annoncrn («mbH Berlin NW7. linier den Linden M Telefon Zentrum Mof wrd MJ7 Jahrgang 1 22. August 1925 Heft » BETRACHTUNG Ml MONAT KL1L Von Anna Heute N a d e I. Als Bewohner der Erde ist der Mensch auf Wirksamkeit im Vermännlichen, auf nützliche Anwendung der Zeit angewiesen. Der in ihm lebende unsterbliche Beist aber will und soll über das Zeitliche hinaus strebsam sein. Kr bedarf deshalb schon hier auf Erden der Ruhepunkte, um aus der Zeit hinauszutreten. sich als ein Bleibendes aus dem Vermännlichen herauszufühlen, und die Anknüpfungspunkte für ein künftines Seelenleben in sich aufzusuchen. Keine Zeit scheint so neeinuet sich in das Wahre und Bleibende zu vertiefen, als die ernsten l ane des Monats Klul. In ihm sollen wir uns zu den ..Hohen Feiertagen" Rausch haschanah und .laum Kippur vorbereiten. Nicht in aullerlichen Binnen soll diese \ orbereitunn auf die heilinsten Feste des Jahres liegen, sondern in sich hinein soll jeder schauen, was es dort zu sichten, zu ordnen, zu bessern nibt. Jeder von —uns. defiTes heilincr Frust mit dieser Vorbereitung ist. wird dann viel, viel Arbeit finden. Arbeit, die sich wiederum nur in der Ruhe, durch die Versenkunn in sich selbst, bewältige» lällt. Wir sollen in diesen Janen Stunden finden, die nur der Betrachtunn unseres Tuns neben. Kranen sollen wir uns zu beantworten suchen, die unsere inneren Bezielumnen zu unseren Nächsten und Entferntesten klären und losen sollen. Was iu Ulis dunkel ist. was wir in unseren (jedanken immer ännstlich an die Seite schieben. weil uns Schwäche. Feinheit und Oberflächlichkeit im Betriebe der J ane mit ihrer Alltansarheit und ihren Zerstreuunnen nicht zum ruhinen Eeberdenkc» kommeii lassen, all dies sollen wir heraufholen aiis den l iefen und versuchen, das Dunkel in uns in Melle zu verwandeln. Manches, was schwer unser Iler/ bedrückt, wird dann leichter werden, manches, was als halber Blau in uns lan. wird feste Form annelimen und, zur Ausführunn nebraclit. Freude in uns hineintranen. ( Viele jüdische Frauen, die die ..Hohen Festtage" würdig empfangen wollen, glauben genug getan zu haben wenn ihr Haus in allen Ecken und Winkeln gesäubert, ihre Kleidung, rein und neu hergerichtet , w urde zum Empfang des hohen Bastes. BewiU, auch das Haus und der Mensch müssen äußerlich festlich sein, aber das Wesentliche ist es. die innere Reinheit zu erhöhen. Kinder sollen nicht den 1 indruck er halten, daü mit lagen soll Ktigcmutlichkcit und Hast alle Vorbereitungen zum Fest beendet seien. Nein, eine Mutter soll lieber einen Schubkasten einen lag später auiraUlHen. eine Irische Decke etwas später umlegen, aber sie soll sich Zeit nehmen, mit ihrem Kinde eine Stunde sich huizuset/cii. um ihm die liefe wirkliche Bedeutung eines Rausch haschanah oder laum kippui. so weit es möglich ist. nahe zu bringen. Und es gehört für eine Mutter keine < lelehrs.uiikei' dazu, dem Kinde klar zu machen, dalt jedes I est die beste Oclcgcnhcit ist. den VItag aiif/uhehe u. und den Beist und die Seele auch einmal zu iliieiu Rechte kommen zu lassen. Eine Mutter, die ihr Kind kennt 1 — und ich halte dies Kennen für die schönste Aufgabe der Mutter wird genau wissen, wie weit das Verständnis des Kindes ausreicht. Sie wird die icv.liten Worte finden an kleinen Beispielen aus dem lag liehen l.ebcii zu zeigen: dies hast du nicht gm ge macht, dies muht du besser machen, um Bott. au den ja niemand fester glaubt als dasKind. I ,ende zu machen, und dir so deiTschone» Feiertag mit seinen neuen Kleidern und allein anderen Buten zu cerdienen. Kinder sind in der Regel ernster als die I rv achsenen glauben. .Sie denken über vieles u.iJi was ihnen flüchtig gesagt wird und nichts macht s,, liefen Eindruck auf sie. als wenn man ernst mit ihnen spricht. Aber nicht nur dem Kinde, nein der Mutter selbst wird diese Art der \ 01 beieitung zum teste Befriedigung gewahren. Das Kind mit seinem kleinen I’ilichteiikreis wird bald seine innere Ruhe und den reinen klaren Blick finden, den wir au Kindern s>> heben, gerade well das l eben unser Auge schon ge trübt, und die l nbct.mgciihcit von uns genommen hat Vieles habe» wir im l aufe eines laliies lalsji gemacht. v leies unterlassen, was wir hatten tun müssen, um vor unserem Bcwisseu bestellen zu können. Darum nutzen wir die läge der I mkelir. viel leicht lallt sich noch manches gut. oder wenigstens' besser machen. Das ist hoher Bcvvuin und kann wie nichts Aculkrcs, die I retide an den I etc r tagen erhöhen und sie uns zu den schönsten Ruhepausen mi Jahre gestalten I

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