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Die jüdische Frau · 1925-08-07 · 7 (7.8.1925) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
7 (7.8.1925)
Date
1925-08-07
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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DISCRETIOIN I \n dun 1agi b»>.lic c-invr I insameil.j >ki//.c '. di Um. tiravtzer. I s ist um eigen I >ing lim die I »iNkretiu.il. oi» gcl, I^ln nk /ihm Fluche und hantiger /ihm ^e-'eii. Wem; m. m schweigt. hu nun reden Nullte und mullte .ihn hiNkiitiun t ii t m.m ult I nrecht am liehen Naeli- Niu; und tbeiiNu. wenn man redet, wu >chw eigen < iuld wäre, und d.u l ngluck einer ganzen Familie ’rrlmien konnte ... I n in| utt schwer /u entscheiden. wo d.u h’eJite liegt. und nur ein ed 1 er Mensch mit lunNtein lakt wird sich ..in Neinein dunklen I lange deN Keilten Weges uulil bcwilUt" Nein. Von i .nein I all ieiiiNter Diskretion. die l nileil vcrljütetc. ill u h liiel erzählen. Iimnaidwar ein schönes. ungemein feingeistiges, aber unheimttelteN Madehcli. daN mit eitler Scllliliieimdin. .nie11 naeli deren Verheiratung noch innigen V erkelir pilegte und auch eifriger <iast in ihrem ll.uiNe war. I »a-Ne Freundin war aulierlich etwas '. i meei an/ieheiid als Irmgard. geistig aber gleich- 1 alIn Nihr hedelitelid. I >a sie /udem einem wohlhabenden I Iternhaiise entstammte, in dem die < iesellinkut Nein geptlegt wurde, fehlte es ihr nicht an /.diliuJien I Sc Werbern. I >cn /» langen Wählens mnde. Nehlult Nie schlicMich mit einem Manne die I he. der em tuchtincr kanfinann. aber ihr sonst in keiner Welse ebenbürtig war Tmt/Alein Irmgard aut sieh allein angewiesen war und sich ernähren imilltc. veiniuJite Nie cn im.< iegensatz /u ihrer I leinidm nicht uher Nicli. einem geistig nicht liocli- Nteheiiden Manne Lebensgefährtin />> werden, obglckli ihi .null da/u < lelegenhcit geboten wurde, und Nu blieb Nie einsam trotz ihrer aul'.erlichen und innerlichen Vorzüge. AK Nie einmal wieder durch Yyrlüste iik t Stellung den K.unpi Hills I »asein energisch .uniielmieu uniltte. bot dir der Mann ihrer I Kundin la seinem < lesehaftshaiise einen I'osten an. der von ihici früheren 1 atickeit im (irunde recht verschieden v ai. I»a lernte sie diesen Mann in seinem*VV irkungs- 1.1eise trotz seiner groben Dichtigkeit. die h’eichtum schaffte, nicht sehr schätzen. Sie v erstanden sich in keiner Wehe, und als sie sich in dem k.mfm.inuischen h».Hiebe durchaus nicht einleben konnte, kam es wiederholt zu ernsten Reibereien, die schlicblich dahin führten, dal! sie gesclmithch nicht mehr z.u- Kinimenbleiben konnten, ha ihm Irmgard aber bei ihrer /alten Körperbeschaffeiiheit in dem Kampf ums hlisem trotzdem ungemein leid tat und ihm auberlicli so Nein geiiel. suchte er ihre Notlage aus/ubciite n. und wie Männer egr.^111 solchen I allen ob ver- I uiatet oder nicht hantig zu tun pflege». ihr einen anderen X >nsdilac zu machen. I r sagte ihr. dal! ein N>> IiiiI'ncIicn Mädchen; wie Nie. überhaupt nicht notig batte. Nu zu arbeiten und ihre ncIiw aclicii Kräfte iiiiin Wir bitten sUfi beim Einkauf unserer Inserate zu bedienen und slc& auf sie ju bejlcßen. tätliche I »rot auf/iireihen. sie wäre eine reizvolle I rau. und wenn sie nur wollte, konnte sie es durch ihn so vjnt haben, dal! eine Sorge für ihre Zukunft gänzlich ausgeschlossen wäre: es müsse ihr doch auch daran liefen, ehe es zu spät wäre, sich einmal ah I rau au sie heu zu können und so fort. Sie erwiderte ihm. dal! ein Mädchen, das Persönlichkeit und inneren W ert besitzt, sielt auch in der Notlage nicht von dem ihr als richtig anerkannten Weile u-bhringen liehe und machte ihm tüchtig den Standpunkt klar. Sie stellte ihm vor. wie sich das Verhältnis zu seiner I rau und ihrer Freundin gestalten solle, ob er ein solches IUntergeben mit seiner Achtum; beiden gegenüber rechtfertivreiL könne. Der l instand, dal! sie für ihn. anher dal! er der Mann ihrer liebsten Freundin war. nicht die geringste Sympathie besah, er in keiner Weise ihr Typ war. und sie nur seine Tüchtigkeit schätzte, machte es ihr umso leichter, die in jeder Weise l'ebcrlegene zu sein. — Aber einem Manne fehlt es ja nie an (iriinden. seine Schwäche, wenn es sich um seine Sinne handelt, mit den uneigennützigste» Motiven zu bemänteln und so blieben auch weitere Anfechtungen nicht aus, die aber an der Festigkeit des tapferen Mädchens scheiterten.-Der Zwiespalt ipiälte sie unsagbar, ob sie ihrer Freundin, die ganz arglos war. die Augen öffnen solle oder nicht, auf wie festen < irundlageiv ihre Fhe aufgehaut sei. und was sie von der Treue ihres Mannes zu erwarten hätte. Seine Taktik ihr gegenuber würde er sicher auch bei anderen Frauen mit mehr oder weniger Lrfolg anwenden. Aber sie bedachte auch, dal! sie durch ein Aufdecken des Charakters des Mannes nicht nur ihre Freundin, sondern auch den ganzen Familieiianhang. der mit ihr in ruhiger.'unantechthnrer Fhrbarkeit philiströs dahinlebte. und zum Teil auch von den reichlichen Fin- Iuniteti des betreffenden Mannes profitierte, unglücklich machen und der l:\isteitz berauben würde. Sie entschlol! sich mich schwerem Kampfe zur Diskretion, schwieg, und das wohlhabende, ruhige I eben der Freundin und deren Familie wurde nicht eesiort. Nun erhob sich für Irmgard aber wieder die Sorge. wie sie sich der ihr so nahestehenden Freundin gegenüber verhalten solle, .da sie ihr Maus natürlicherweise mm gern gemieden hätte Sie schützte die geschäftliche Fnttreindimg mit ihrem Manne vor. sie vorläufig in ihrem Heim nicht besuchen zu können. ■her diesen V orwand konnte sie nicht lange auirechtithalteii. da die junge Frau ihr ernstliche Vorhaltungen wegen ihrer zu sensiblen Art machte, die. wie sie uieinty. wohl auch viel an dem Zerwürfnis schuld sein mochte, da ihr Mann doch ein so g ii t e r Mensch nu. Wie stark mul! ein Fraucnher/ sein, solche Yor- 'wtirfe schweigend zu ertragen, aber sie blieb fest. I in den Verkehr nicht gänzlich abzubrechen. suchte sie es no eiuzurichten. dal! sie die junge Frau nur dann besuchte, wenn sie wulJte. dal! der Mann nicht anwesend sein konnte, aber schlieltlich gelang dies nicht immer. Und ein Zusammentreffen mit ihm war häufig nicht zu v ertneideti. Die (iew ohnheit. die Allgütige, glättete schlieUlich die Wogen auch dieses liescheliens und Irmgard wurde wie früher häufiger, abendlicher (last In dem U

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