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Die jüdische Frau · 1925-07-22 · 6 (22.7.1925) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
6 (22.7.1925)
Date
1925-07-22
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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< reich irehaltenen. In>cii^caditctcn Hankicr in Metz, seit I7IMI Verheiratet, in der Aussicht auf ein clauzendes Los durch diese II»- nmlti.- eil- .tlmr dui_ Wandel war. Wenn man sieh auch in dieser Welt \ iel bemüht und <i<>tt Itehule viel (ield auf unehrliclie W eise cesnuimeH—li.it „und—rkrrrm seitle'fi" schwersten Enttüiiscliuneeii und Hittcrnissc erleben, auf die wir weiter unten einleitender zuruckkommen werden. Im Hause einer rochier in Met/ verlebte sie schließlich eine ruliiue. sorgenfreie /eit. bis sie im Jahre 17_?-4 als (ireisin von beinahe Jahren ins (irah sank, allgemein v erehrt und aufrichtig betrauert Der I »rang, ihre Erlebnisse es handelt sich aber nicht nur tun ihre Erlebnisse, sondern auch um Schilderungen des Lebens und Treibens der damaligen Juden, und insbesondere der (iemeinden Hamburg und Metz — aufzuzeichnen, erwachte in ihr nach dem lode ihres ersten (iatten Chu.iim in Hameln. der sie als -4 hührige Witwe mit einer gr<»ßeu Zahl unmündiger Kinder zurückheß. l aesiiber nahm die Sorvte für das w eitv er/w eiete (ieschaft. dem sie als Witwe allein Vorstand, und für die Erziehung de. Kinder ihre angestrengteste Aufmerksamkeit in Anspruch. Aber in langen, schlaflosen, trauern ollen Nächten fühlte sie oft das Verlangen, sielt von den melancholischen (iedanken loszuringeu. die ihr Hei/, bewerten, und ihr Leid uncLihreJCIaven versdiw iegetten Hlüttern anzuvertraueti. die nur ihrer Kinder Augen dereinst erblicken sollten, bezeichnend für ihr ganzes Wesen sind die einleitenden Worte, die sie ihren ..HenkWürdigkeiten" v orausgehen läßt. ..Im Jahre 5-451 nach Erschaffung der Weit Mbülbül unserer /eitrechmmgl". so schreibt sie. ..beginne ich dies (d. h. ihre AufzeichnungenI in meinen großen Nöten und ip meinem schweren Herzeleid /u schreiben — liott möge uns erfreuen und bald .unseren Erlöser senden! Meine lieben Kinder, ich habe dieses Huch zu schreiben attgefangen nach dem lode eures frommen Vaters, um meine Seele ein wenig zu beruhigen, wenn mir die melancholische» < iedanken kamen und schwere Sorgen mich be- > drückten, da wir inisern getreuen Hirten verlöret haben. So habe ich manche Nacht schlaflos zu gebracht. dann bin ich oft anfgestanden. um mir die , schlaflosen Stunden damit zu verkürzen. Meine lieben Kinder, icli bin nicht darauf aus. euch ein belehrendes Huch zu schreiben, ich bin auch nicht Kapahel dazu, unsere Weisen haben gar viele Hticher zur Helehrung geschrieben und wir halten unsere heilige Thora, aus der wir alles sehen und begreifen könne» w as uns nützlich ist und w as uns von dieser Welt zur künftigen Welt führt» Da ist ein Hauptpunkt: Liehe de>>»->> Nh». Iictyii-—w4e—dich selbst1- Aber wir fitide11 es in unserer /.eit sehr selten und s.ir wenig, daß ein Mensch den anderen von Herzen liebt umgekehrt, wenn einer den anderen von lirund aus verderben kann, so geschieht es gern. Es gibt nichts besseres für euch, liebe Kinder: dient (iott mit eurem ganzen Herzen, ohne.alle l'alschheit und Heuchelei, daß ihr euch nicht etwa nur vor Leuten so stellet und fiott behüte in eurem Herzen anders denket.“ Sie gibt dann V erhalttingsmaßregeln. wie man den l ag mit Debet und Studium der heiligen Lehre /ii beginnen hat. find fügt dem als praktische: erfahrene Handelsfrati folgende hinzu: ..Hat mau * ield oder W aren von anderen Leuten in Handel? M> muß mau mehr Snree dafür haben, als für das Eigene, damit man keinem t iott behüte - ein l »recht tut. Denn das ist die erste f rage in der künftigen Welt, ob man auch treu im Handel und Kindern große MitgifteiLgibt und ihnen nach seinem lode große Erbschaften hmterlaßt wehe und abermals wehe den Er».vier», di» um des Reichtums ihrer Kinde, willen die künftige Welt verlieren und. für das Zeitliche düs | vv ige verkaufen usw. Ihre (ieburt besprechend, sagte sie: ..Wenn auch unsere Weisen verkünden, daß es besser wäre wenn man nicht erschaffen wäre, weil der Mensch auf dieser sündigen Welt soviel ausstehen muß. s>> »tanke ich doch meinem Schöpfer und lobe ihn. da» er mich nach seinem Willen und Wohlgefallen ge . schaffen hat und bitte ihn. mich in seinen heiligen Schutz zu nehmen." Es mag dabei daran erinnert werden, daß in den Secensspruclien des täglich»». Morgengebetes die indische I rau ihrem Schopfei dankt daß er sie nach seinem Willen, d. h. .iE V\ e-i h . geschaffen hat Als sie noch keine .4 Jahre alt war. wurden alle Juden-und demgemäß auch ihre I Ilern von llambiir.; .msgetrieben und mußten naeli Altona ziehen Ja- »lern König von Dänemark'»tchortc. Christian 1\ . »b ein ausgesprochener Judenfreund war Sie gibt eme illustrierende Schilderung des Lebens und I reibe ns der Juden in Altona-I lambnrg. Sie erreichten durch c rolle Heiimhimgen. daß man ihnen in Altona Dass» eab. auf Urund deren sie nach Hamburg gehen und eiort < ie schatte treiben durften. Lin teder Daß galt für J Wochen und kostete ieelesittal einen Dukaten Aus den 4 Wochen wurden aber oft s Wochen, wenn mau sich mit den Heamten gut zu stellen ' übte. ..Die Leute hatten es", so berichtet sie. ..leider t tolles sehr schwer, denn sie haben ihr gan /es (ieschaft in Hamburg suchen müssen und so haben manche aritle und bedürftige Leute oft ge w agt. sich ohne Daß in die Stadt hiiiem/iisc hleichct:. Wenn sie dann von He.unten ertappt wurden, h.o man sie ins (icianeiiis gesteckt: das hat alles viel < ield gekostet und man hat Not gehabt, sie wicdc» frei zu bekommen Des Morgens ,,, aller I ruhe so bald sie aus dem Hetliaus gekommen sind, sind sic nach Ilambnrg gegangen und gegen Abend, wenn man das I or li.it znmaeheii wollen, sind si» wieder nach Altona /uruckvckehrt. ‘‘Wenn die armen Menschen hetansgegangen sind, sind sie oft ihres l.e be ns nicht sicher gewesen vv egen vles ludcuhasscs. der bei Hootslculcii Soldaten uiiil anderem geringen Volk herrschte, so daß eine lede brau > iott gedankt ■—brtfr-v'-emt sre ihren Mann wieder glücklich bei sich hatte." Ls waren damals imlei den luden m Altona I eine besonders reichen Leute, die reichsten waren Lliaiim I u r st mit einem V erniogeii von looto K'eichsthalern. -thr-A aier^f oeb DrnkrrteT rrui ^nro andere mit (iiioo. einige aiieT mit Jooo Wer auch iiii* 5oo K’eicltsthale t atu V ertnogett gehabt hat. ..hat sichs ganz vvolil sein lassen und jede, hat sich im: seinem Anteil weit inehr gefreut, als in let/tget /eit < el h. nach lOMt). - Ihr \ater. et zahlt sie. war et; Mann von (iottv ertraueti. der nicht seines gleich» n hatte: v» eil» er nicht so sehr mit dem Zipperlein behaftet gewesen wäre, hatte er es noch weiter brw- ^gen können, aber auch.so habe er seine Kinder . an/ gut und ehrlich .ungestaltet" Natürlich ist mc auch des Lobes tur ihre tr»nun e Mutter und ihre 5 (icsehw isie. voll. 11 ortset/um: folgt I 5

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