Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 5 (7.7.1925)
- Date
- 1925-07-07
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 80% known words query
- IRI
…/4899998-4932193-4932273--107-4900098- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
CIIBEK MEINER KINDHEIT \ oii (1e r ü u S c li li I e r. M l ort'n.t/une und Schluliä II.I-' dll ■. In li! •- i;; 11.11 111.111 ft I i. wie cs lut. I.dn/i IiiiU ,k i i n link /li v. cilcli lind (.I.iiiii dt lliiin.il wml i/ii’mdi ii. um Muiii.it. die o v. u; llii-.il unisjilulit? läli. biiifte midi ii du und < r11li i:■!c sorgsam ein paar ( iiashaluic ■ "i Im .du n <ii,du in; Kim Alice hatte mein ii.idi dilÄli . in lli li. I likr.illl lilid 11 p[c I kw.lll.ell.. II iiv he 11\ i' / .usdicii I |*11en Inrvor liier d.is > nab. O d. l Kleine Mllldci llllll., du lustige. br.mnailficc ’ni' u. du mi plot/livIi .m einem I ruliiincsiiiorccn . ilimci <,m..eii w.n und hier die Schwestern und hui. i.i luu svlil.iist du. den idi (irobvater iiunnte. 1 nt I dun vi in.nie he .;idc Munde meiner Kindheit feh1 'Mi' I ml wie die iel/ten Mulden des unterfeheniiin Xhuidinls /'.'isehui dui Muunieii hintullcii. lommsi du seihst .ml niielr/iiccschritlcti. die hohe in m ii..i si.dt uu m um scheuet und der Ahetidmd i.ih11 dmvh dein volles flaues |la.n. < imli dich Moli. Mmllv.iiu siehst du. mm hm idi dodi />! dir I K-Iiniiii n. du h.ist ee w >!', oNiu.ils .1,11 mich feiltet >it/ dich /u um .ml die M.niK und il.iiiu ' ollui. Mii /iis.uiuneii |>l.Indern, idi hin I.I so l.uife u. du I 11 null gewesen. Wul'd du noeh. wenn wir ..idi I i n i .ihi-1ul .uu I uister s.ihcn und druhen tun du: I m hl I des l|os|>it.il' die Sdiw.ilhcii schwirrten und hustus M.liehen einen Straub |»ihickte. konifsiiu/iu mul l’lilov und Mullhebcheil für die I ran l .isioi ' I >u l.iehi Ist. das ist i.i midi schon so laufe hu Mit l iiohiuiitli t eme 11i>eh /wi-scheii den lisehui mit ilm .;i liaki Iteii hecken hin und wieder und hi.iditi um die Me I i.i Ii mit Kirschen und die I 1111ehi n. die sh tut mich ceb.ickiii hatte. I ml dann ji.diiiM du dum n I lut und ich mein I Hehlern und w ir .. ncen durdi das I ic|i|>cnhuus. das schon f an/. i',.iniiii iu wai. und /wisdien den < »bstfürtcii und I .mdhaiisdii n hmdmch um leid, hu w übtest so VII h h'ivhtw i ci . du v.i.'lest, die Melkmadehcu hatten sa -:i 111 li n. du Mil. h holten, w eil das \ ich lue und Vidi! aut den Weiden Mich, Maitibci war im (»stell schon du Mondsichel autc. c.uiceii. ich konnte alles deutlich uuti t sjicnlcii. Ilnitei uns das Mailichen m \ loh nun hnlf. die totui Mohnblumen am Wecc und am I Inh. du an dun kleinen, wunderlichen Wall- . ah 11 s k 11 v hliii' \ oiiilui lauschte. Iller hatte ich oft i.i du .Mittagsstunde.-wennuun rrnseiticen Lter die Mornum du >"|d.iteii In i nbei klaucen. einen \ ofel;.i si heu. dei hoch u hi i dijn I hisse seine lautlosen Ki use /'•.; hu s.ictest. es \u i ui I ischrcihcr. wie ii'/uwului vom Halt In i uhei koimne. du sagtest Muh v u Ii t Ii ■ an diesen Munden, du hattest i.i dein I , ki Ikiml so In h lc h w uhte damals c.ir nicht w i e in h du muh haltist. .du t Kt/t weil', uh es. An i.in i.; I Ii ihstnioi cen. als l'.usch und Munin sich tiostilud ui \i lu I hüllten. haben sie dich zur K’ulie ■ itia.in. du hattest vojdun w i nie Iv’ldie. hellt U}lr bitten slt:fr beim Elnhauf unserer Inserate zu bedienen und stt.fr auf sie Hi» be^lefren. ».»ü .u '> •. :■»: * ►'. . : •; E.. Leben war Arbeit und Liehe — „Wie ein Heer von Kranichen lau und Nacht /u den Mercnestern fließt, 'all mein f.m/.es Lehen des W efes /iehn in sein ewiges Menu, in einen < irnl! an dich" die Worte des indischen Weisen muhten aut deinem (irahstein stellen. Ach. < iroliv ater ' Was ist das? Lin siilies silbernes Lachen Klingt durch die Mille, ich halte den Atem au — eilt Lachen an diesem Ort? Zwei .Mädchen vielten vorüber, sie schöpfen noch Wasser aus dem kirchhotstcich. I nd wie vier Alnmdscbtu! aui ihren blonde» Liechten lieft und ihr Hlaudcrn in der Mämmermif verkläret, da stehet ein anderes Mild vor mir aut. dein Mild (iabriclc. Lall mich ein weine weiter'vielten, an der Kapelle vorüber ich brauche nicht lanvie zu suchen. I in Kranz von weihen Mosen ist auf den (irahstein leineiMelt und darunter dein Name: (iabriele. Wir waren zusammen auifevv achseit. du das einzivie Kind reicher Litern, ich im frohen (iescliw isterkreise. W ir hatten alles miteinander vieteilt. die langen siillen Somiiierabeiide im (iarten. die Stunden in der K’ekt'orschule. und des Sonntavis sind wir hin - ansviewandert in die I »iineii. wo man über die uneriiieh.liche Wasserwüste selten konnte und das Seeeras ini W inde. schaukelte. Ich flaube. du hattest mit den W atidervofeln ziehen mövieti. die vom Matt iicruherkaiuen. oder mit den Wolken, die tief am Horizont aus dein Meere stieeen. du warst ja so wild mul heil! und selmsüchtiii. Ich weil! es noch wie heute, es war ein stürmischer Septembermorce». da schritten wir am Strande entlauf. I>n hattest im Städtchen Mosen fepilückt. die letzten des Sommers, und deine roten Lippen lächelten seltsam heimlich und wissend darüber hin. Aber als wir am Strandhauschen anfekonmien waren, wolltest du baden, du saftest. es sei so schwül. „Nicht bei dem Wetter, (iabriele! bat ich und sah aut deine heilten Wamien. Aber du hortest nicht auf mich, zum ersten Male, und ich muhte es zufeben. da!! du ins W asser stieest. ich sollte derweil deine kosenhüten. Hätte ich dich auch hüten können au diesem Tafe! Wieder und wieder sah ich dich aus dem Wasser auftauclien. dann noch einmal und dann nicht mehr. — W ir fanden dich bald, aber dein Herz hatte schon zu schlafen aufeehort und lim deine“"läppen lau ein' seltsames. erschrockenes Lächeln, als hättest du noch iiu letzten Auvietiblick das l.rloscheti deines jmuieti Lebens eefuhlt. Ich wachte noch laufe hei dir. die Mosen hatte ich auf dein erblühtes Antlitz:festreut. Mn hist eilten schonen I od cestorben. und ein Kran/, von weihen.K’oseti ist auf deinen (irabstein fcineilielt. (iabriele! I.s ist eauz still fewordeti. Nur Mm den l eidem herüber kommt der < iesanf der lleimcheii und die Luft ist schwer vom (ierucli des Heiles und der l inden. I nd mir ist. als sähe ich durch den Nnchthimmel noch imitier den Schvvalben- />.if feiten: Keine Schwalbe bi inet, keine Schwalbe brütet Mit /muck, wonach du weitist. Moi.li die Schwalbe siiift. doch die Schwalbe sinet Im I tot f w ie einst. I (»