Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- Nᵒ. 18.
- Date
- 1871-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ylwdsWt. Wochenschrift für Freunde des Fortschritts im-Jndenthnm. . HcrauSgegeben von einem Vereine jüdischer Schriftsteller. 18. Den 6 Dezember 1871. Dieses Blatt erscheint wöchentlich in einer Nummer u. kostet vierteljährlich 40 kr.; mit dem „JSr. Lehr^" zusammen 50 kr. '^Inhalt. Wochenbkricht: Judenfeindliche Artikel. Die Xlliaoee >,r. unireroelle. Correspondnnen sc Zeitungsnachrichten: Ingelheim. Aus 'der Pfalz. Aus den sächsischen Herzogthümern. Aus Kur- Hessen. Frankfurt a. M. Feuilleton: Luftschlösser. Wochenbericht. Ingelheim, den 30. Nov. 1K71. Wir urtheilten nicht vorMg, wenn wir in u n * serem vorigen Wochenbericht die Ansicht ausgesprochen, daß die gegenwärtigen Kämpfe zwischen Kirche und Staat das Judenthum nicht unberührt lassen werden. Da wird uns aus Starkenburg eine Nummer eines Winkelblättchens zugeschickt, auf grauem Papier aber „schwarz, schwarz bis in« Herz hinein", „Wetterauer Bote" genannt. Das hat einen Artikel aus der „Augsburger Postzeitung" abgedruckt, voll des giftigsten Judenhasses, in einem Tone, in einer Manier, die uns als Deutsche die Schamröthe ins Angesicht jagen muß. Daß unsere deutsche Sprache zu solchen Niederträchtigkeiten mißbraucht werden kann! Es ist unsere Aufgabe nicht, solche Schändlichkeiten zu widerlegen; sie find nicht geschaffen zur ernsten Beachtung. Für solche Schmutzartikel gibt es nur eine Kritik — den Staatsprocurator. Es ist Pflicht der Israeliten in den Kreisen, in welchen solche Machwerke gedruckt und gelesen werden können, die Staatsbehörde aufmerksam zu machen auf die Art und Weise, wie man eine gleichberechtigte Bürgerklasse, die in dem ^eben zu Ende gegangenen Volkskriege ihre Pflicht^ gethan hat, öffentlich zu beschimpfen und insgeheim zu verfolgen wagt. Es ist Pflicht des Staates, derartiges nicht zu dulden, die vollberechtigten jüdischen Bürger gegen solchen Schmutz zu schützen. Eine andere Rcmedur gibts hier nicht. — Der „Jsr. Lehrer" (und andere jüdische Zeitschriften) brachte neulich ein Inserat über eine Schrift „das entlarvte Judcnthum der Neuzeit" benannt, von einem gewissen Scharff von Scharffenstcin; wir glaubten, nichts besseres thun zu können, als das Inserat aufzunehmen, unsere Leser jedoch nachträglich vor dem Ankauf der genannten Schrift zu warnen: denn es wäre eine Schande für die Juden, wenn solche die hirnverbrannten Machwerke verkommener Judenfeinde mit eigenem Gelde unterstützten! Der Scribler dieses Machwerks trieb sich lange in Frankfurt und Umgegend in Verhältnissen herum, die ihn endlich unter dem bezeichnenden Ramm „Schmiß von Schmeißt ihn hinaus" dem Volkswitz preis gaben.'-Dort sammelte er, auf der Straße und in der entsprechenden Gesellschaft, die wenigen thatsächlichen Anknüpfungspunktefür seine Sudelei. Im Ganzen enthält es jedoch nur abgefeimte Lüge und niederträchtigen Unsinn. — Wenn