Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- Nᵒ. 16.
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 7)
- Language
- German
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meiner Vorrede bingewiesen habe, in meinem Commentar vorkommt, was sich der Natur der Sache gemäß zufällig auch in dem trw psod vorfindet und daraus nun wagt der anonyme Kritiker mich einen Plagiator Levinsohns zu schelten, von mir zu sagen, ich hätte ihn „wörtlich abgeschrieben?" Mutz chm ein so unehrliches Spiel nicht die Schamröthe in's Gesicht Hagen? iyr «sDl?2n dj nro’ io snz c:! Doch S der unerquicklichen Controvcrse. Ich bin, was ymus glücklicher Weise nicht auch in Abrede zu stellen vermochte, nieines Berufes Geschäftsmann und die wenigen Stunde» der Mutze, welche ich dem fortgesetzten Studium der Alten widmete, gewährten mir stets jene Befriedigung, die nichts mit der mir von meinem Gegner vorgeworfenen Eitelkeit, noch mit literarischer Freibeuterei gemein hat. In die in Rede stehende Arbeit des hohe» Liedes habe ich mich — ich darf es sagen — mit besonderer Vorliebe vertieft und hätte mich gerne begnügt mit dieienl Bewußtsein allein mtysi. in« na» n:n belohnt zu sein. Dem Beifall der Ocffentlichkeit nachznjagen, war 'fern von mir und es würde dabei sein Bewenden gefunden haben, wenn nicht Herr Rabbiner Joseph Natonek in Peslh, aus den von ihm im beigedrnckten „O ffenes Schreiben" aufgeführten Motiven mit der Herausgabe vorgegangen wäre, ohne vorher meine Zustimmung einzuholen. — Von meinem Anonnmus scheide ich mit der Mahnnng, in der Folge mit besserer Andacht das Gebet zu verrichten jnc O’zn i’sj ppp ■’tyb '2-ca- — ncne -nsv'. Indem ich schließlich ein für alle Mal erkläre, daß. wenn cs ihm gelüsten sollte, in seiner Polmik gegen niich fortznfahren, ich ihm nur Rede stehen werde, wennrr sein Visir ablegt und mit seinem vollen Namen zeichnet. Mit Leuten Dir >aa und pn'sxv N'w stehe ich nicht gerne in Verbindung. B. Holländer. Bon bet Donau. Geehrter Herr Redacleur! Ihre Note zum 6. Kap. des .Testaments des R. Joseph" sagt, daß das 5. Cap. den Koryphäen des Rabbi nismus fälschlich unsittliche. eigennützige Motive unterschiebe. Ich wundere mich, wie Sie dies behaupten können. Der Autor sagt freilich: „Unsere Rabbinen habeir es ebensogut wie die Geistlichen anderer Confessionen wohl verstanden, die Vernunft zu knechten und den freien Gedankenftug zu hemmen, besonders dadurch, daß sie den, der die rabbinischen Lehren leugnet, oder ihre Satzungen geflissentlich Übertritt, mit schrecklichen Sttafen, selbst mit dem Verluste der ewigen Seligkeit bedrohen." Allein es heißt auch in diesem Kap. Lit. s.: „Die Pharisäer und Talmndiften waren zumeist sittlich achtbare Perso- Jteit; die schönsten Sittensprüche sind aus ihrem Munde im Talmtid anfbcwahrt, die Selsten Züge berichtet die - Hagada in glaubwürdiger Weise von ihnen. Selbst ihr empörendes Treiben auf religiösem Gebiete hatte keine selbstischen, keine niedrigen Absichten; vielmehr^ bechött, haben sie Israel bethört und es g lt von ihnen das Wort der heiligen Schrift: ..Ausgegofien hat der Herr über euch einen Geist der Betäubung, e re Propheten sammt den Sehern hat er geblendet" (Jef. 20, 10.) Sie sehen also, daß der Autor gerade das Gegentheil betont. Auch liegt mir eine Predigt desselben vor (in Mannsc) über die Jesajanische Parabel vom Weinberg (c. 5, 1—7.) deren Thema: Israel, der Weinberg des Herrn, in 2 Theslcnentwickelt wird. Im 1. Theil „des Weinbergs Pflege" Unterabtheilung ck heißt es: „Endlich aber braucht ein Weinberg treue, sorgsame geschickte Arbeiter, welche ihn umgraben, evtsteinigen, die Reben beschneiden rc. Und der Menscheniveinberg bedarf geistiger Arbeiter :c. — Und Israel hatte zn allen Zeiten solche Arbeiter in nicht geringer Anzahl und treue, redliche Arbeiter; nicht solche, welche Tugend und Frötnmigkeit predigten und sie verhöhnten in Gedanken und Sitten, welche den teuflichen Grundsatz huldigten: mnnäus cult äsoipi, ergo decipiatur. In der That! Wie zeichnet sich die jüdische Geistlichkeit, die Talmndiften und Rabbinen zu ihrem Vortheil aus vor dem geistlichen Stande anderer Religwnsgenossenschaften, wie strahlt sie hervor an sittlicher Würde, an pastoraler Tugend, an geistlicher Vortrefftichkeil. Wenn Andere auf fette Pfründen. auf reichliche Einkünfte bedacht waren, wollte und hatte'der jüdische Gelehrte und Geistliche nur sein kärgliches Auskommen; wenn andere der Prunkliebe. der Wollust und anderen Lastern fröhnten, war der jüdische Geistliche ein Muster ' von Genügsamkeit, Tugend und Frömmigkeit Mag inan ihnön immerhin den Doravurf des" Cereiiwnialisinus, des blinden Glaubens, der Verknöcherung der Religion machen, mag man sie immechin tadeln, daß sie den Geist der Lehre nicht rein erfaßt, den Eulkus der Aeußerlichkeit verschuldet und der freien Forschung e nen Damm entgegengesetzt haben. < was übrigens in allen Kirchen jener Zeiten der Fall war) — redlich im Herzen waren sie, die jüdischen Arbeiter im Weinberge Gottes und neben deil thörichten Satzungen predigten sie unermüdlich Tugend und Menschenliebe, Redlichkeit und Biedersinn; waren sie stets bedacht, ihre Pflicht zu erfüllen:c. :c." Sie sehen, geehrter Herr Redactcur, daß Rabbi Joseph, trotz seiner Erbitteninz gegen den Rabbinismns, der Person der Rabbinen Gerechttgkcit wiederfahren läßt, und die Reinheit ihres Eharacters mit warmen Worten hervorhcbt. Sndcm ich Sie hiemit ersuche, durch den Abdruck bigen Ihre Wotte zu berichtigen, verbleibe ich mit vorzüglicher Hochachtung Ihr ergebener D r. Er n st.