Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- Nᵒ. 14.
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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bic Rede hat mich gar nicht geärgert! Ich soll mich ärgern »der das, was so «in armsäiger Schluck« sprüht oder was die Leut« sagend Da wäre ich nicht mehr Moses Aümann. „Klappermoschc willst D» sagen." „Hört mir auf mit Euerm Gerede, od« ich jage i Euch hinaus auf der Stelle; den Wein will ich weg- ■ stellen." „Th» den Wein herbei, ich will Dir auch helfen, wenn ich Dir auch nichts glaube. Ab« wird Die neumobischen Lchrer stütz bei tztk Regierung atigenchok; «ni« Rabbiner kann ihn zwar nicht leiden, er ist eben ein „Neumodischer" und uns« Rabbiner gehört noch zu den Frommen. Ab« was nützt das? „Hört, Rabbi Pinchas, — und die Stimme KlappermoscheS sank fast z»nt Flister» herab." Sollte man nicht Etwas gegen ihn aufbringen, könncu? so etwas wie, « hat am Sabbat ein Licht angezündet, eine Cigarre geraucht, od« Tcresah gegessen; he?" „vahaha, so Etwas, wie bei den« Lehrer, d« nach Niecheibach wollte? Kennst Du die Geschichte? Sie ist schr sthön." 7. ^Ich habe nichts daoo« gehört." „Nun, so will ich Dir sie erzähle. Vielleicht könne« wir Etwas damns lernen.'> In Rincherbach soll ein Lehr« ausgenommen werden. Es kommt ein jung« Mensch, betet vor und gefällt; man macht mit ihm Vertrag und derselbe» dem L reisamte vor. Man verspricht die grohen Reisekosten des Lehr«s zu ersetzen, wenn d« Vertrag genehmigt ist und d« Lehr« einzieht. Hint«h« erfährt man, dnrch einen frommen Rabbin«, daß der Lelirer zu de» Nenoiodischen gehört. Man kann ab« auf diese btose Aussage hin den Vertrag nicht rückgängig machen — und Tatsächliches kann Niemand gegen den jungen Menschen, d« sonst sehr brav und tüchtig sein soll, aufbringe«. Das Einzige, was der fromme Rabbin« gegen de» Lehr« zu sage» weih, ist, dah Letzterer gerne predigt. Aber die Juden von Riegerbach wissen Ratd. Sie gehen an einen Ort, wo d« Lehr«! 1) Was bin erzählt wirr, ist keine Phantasie, sondern Thanache; «it einen, solche» Kniffe bat sich eine fromme Gemeinde eines Lehrers entledigt, deffen Gesinnungen iqr nicht zusagten. 2) Beim Zchema, das texte Wen des ersten Satzes. 3) Das letzte WoN des ersten Abschnitts. 4) Krsmme». . früh« gewesen und suchen einen gewissen frommen Eollectcur anf, d« mit „Frankfurt« Lott«ie' Handel. D« ist so fromm, daher «wchEchadJ) zieht, wenn die Leute schon Uwisch-rccho') Hallen. Man hat ihn für einen große« Ehofid*) gehalten, wenn er auch wetze» UAterschleif einmal im Zuchthaus war und ihn ei»mal gefragt, was « dabei denke, wenn '« so lange Echod sage; da hat «geaMwortet: Ich denke alle meine Losnummern durch u»d denke dabei, „Lieb« Herrgott, schick mir das grohe Loos." "• Zu diesem Manne geben die Leute und ttage« ihm ihr Anliegen vor. Weit« nichts als das, spricht d« brave Mann, ich will euch von dem Posche Jisroel helfen. Ich weih zwar gar nichts Unrechtes von ihm, ab« ich kannS machen. Und « geht zum Bärcnwirth, bei welchem d« Lehr« dreiviertel Jahre gewohnt und d« ihn sehr liebgewonnen hatte. „Lieb« Freund, sagt « heuchlerisch zum Wirth, d« Lehr« N. ist sehr i« Uilglück wegen Dein« und nur Du kannst ihui helfe«. Wie, sagt der Bärenwirth. N. ist im Unglück, und wendet sich nicht an unS-', wenn wir chm helfen könne«? Ja, sagt d« brave Lotteriecollecteur. Er will nach Riecherbach als Lebrer, mall sagt, ab«« habe bei Dir Schwcinesteisch gegessen. Was, sagt der brave Wirth, Lüge, nichts als Lüge! Er hat drriviertel Jahr bei mir gewohnt, auch manchmal Etwas gcnosseil,z. B.Kaffee gettunken aber nieSchweiuefleisch gegcffcn! Nun gut. sagt d« frömnic Lolt«iccolletteur da, geb uiir's schrifttich, ich will's besorgen. Und er legt ihm ein Schreiben vor, das d« gute Wirch unterschreibt, ohne zu ahn«,, was « thut, und welches lautet: „Lehr« 4k. hat bei mir drcivicttel Jahr gewohnt, gegeffen und getrunken, ab« nie Schweinefleisch. „Ab« alles And«e «kllärtcn die ftoniinen. Bewohner von R. den» Kreisrathe und auf Grund des B«ichts, den der Rabbiner in Folge dieses Attenstückes machte, wurde d« Vertrag nicht genehmigt. So handelten die frommen Rücherback«. un, sich einen ncuniodischen Lehrer von, Halse zu schaffen." Klappermosche war ein auftnerksam« Zuböixr. Er drückte Rabbi Pinchas die Hand, ein Bund ichön« Seelen. „Wir versteh'n uns. Helft mir den mis«ablen Menschen ans dem Orte schaffen und Ihr bekommt hundert Gulden und '/, Ohm meines besten Weines. (Fortsetzung folgt. freundliche Bitte! Wir «suchen diejenigen hochgeehrten und fteundlichcn Abonnenten, welche das „Synodalblatt" nicht iammeln, uns die 4iummern 0 und 10, wenn sie noch in deren Besitz find, gefälligst zukommen lassen zu wollen, da u«is dieselben abhanden gekommen und wir dadurch nicht im Stande sind, weitere Bestellungen auszuführcil. Wir sind recht gerne zu ein« entsprechenden V«gütung bereit. _' _ Der Herausgeber des Spvodalblattes._ Für v«n Buchhandel in Cc.mMission bei Lskar Leiner in Leipzig. - Z. GottSlebrn's Buchdrucknci in Mainz. Verantwortliche Redaction und V«lag von Joseph Kklngenirein, Lebrer zu Ingelheim. (Hierzu Beilage von Oscar Leiner in Leipzig.)