Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- Nᵒ. 13.
- Date
- 1871-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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PAGINATION INCORRFCT Mdsldlsü. Wochc»fchrist für Freunde des Fortschritts im Judenthum. Hrrausgrgrbe» von einem Vereine jüdischer Schriftsteller. J\§ 13. Den 1. November 1871. Diese« Blatt erscheint wöchentlich in einer Stummer und kostet vierteljährlich 40 kr.; mit dem „Jsr. Lehrer" zusammen 50 kr. (epv •an ntns) ~ Aas Testament des ^taövi Josef. Lehrr» »id Erm«h»u»ge» eine« jüdische» Geistliche» an seinen Enkel. Au» dessen hinterlassenrn Papieren. Eine interessante Lectürc für Jedermann, besonders aber sür gebildete Israeliten. Geordnet und berausgegeben von Tr. Ern ü. , Fortsetzung.) 3. Kapitel. Mein Sohn, die Vernunft und die h. Schritt selbst können Dich lehren, dah das rabbinische Judcnthum keineswegs die Ergänzung und einzig richtige Deutung der mos. Religion ist, ( für was cs sich ausgibt,) sondern dah es der Rel. Moses und der Propheten oft diametral entgegengesetzt ist. a. Die Vernunft: denn wenn wir uns fragen: Was kann wohl der allmächtige, allwerie, allgütige Gott von den Menichcn verlangen? So wird uns die Vernunft antworten: Nichts Anderes kann Gott vom Menschen verlangen als solches, was ihm, dem Menschen selbst sowodl, als auch den übrigen Menschen zum Heile gereicht, was Glück und Frieden fördert im l Menschen selbst, Glück und Frieden in der menschlichen I Gesellschaft. Jede andere Forderung müsste entweder j von Gott zu feinem eigenen Stutzen gefordert feilt, dies I aber wiedcripricht der Allmacht Gottes; oder sie mühte den Schaden des Menschen zum Zweck haben, dies aber widerspricht der göttlichen Güte: oder endlich sie würde! gar keinen Zweck haben, dies aber widerspricht der 1 göttlichen Weisheit. Die göttlichen Gebote können also nur solche sein, welche das Heil. die Glückseligkeit des Menschen und 1 der Menschheit fördern, und'das ist eben nichts andres : als die Bethätigung des Sittengefctzes, der reinen, un-! verfälschten Tugend. Denn das allein ist es. was die I wahre Glückseligkeit des Menschen herbeifiihrt. I Eine liebliche Himmelstochter ist die Religion herabgcstiegen zu den Menschen. zu Israel vor Allen, um Tugend und Menschenliebe in ihre Herzen zu säen, auf dah sie Glückseligkeit und Frieden ernten, in edler Att ihres Daseins sich ftcuen. Und d. die heilige Schrift. Wenn du die heil. Bücher der Schrift, besonders die Propheten, mit unbefangenem Siun lesest, so wirst du leicht finden, w i e das rabb. Judcnthum oft d ie Verunstaltung, die Carrikätur der reinenR eligion Jsraels ist. Denn nirgends fordern die Propheten das Volk auf zur Beobachtung von Ceremonialgesetzen (mit Ausnahme äuherft weniger, deren Zusammenhang in jenen Zeiten mit dem sittlichen Leben offenbar ist), sondern