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Der israelitische Lehrer · 1871-01-01 · Nᵒ. 12. · p. Seite 88

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
Nᵒ. 12.
Date
1871-01-01
Page
Seite 88 (sequence 8)
Language
German
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68 -er freiesten religiösen Richtung angehörend bezeichnet werden tan», hat dieses Fest durch ein Gedicht vecherrlicht, von de» wirk nur die Stelle hier anführen, die uuS ans der Seele geschrieben ist: Einig find wir in der Lieb« Zn der Bäter Heiligthum, Einig in dem heißen Triebe Für des Glaubens Recht und Ruhm. Einig auch im Anerkennen! Ob zerspalten in Partei'« — Alle wackere Juden nennen. Frankel in den ersten Reih'n. Unter den Begrüßenden nennen wir daS Curatoh«n der Commerzienrath Frankcl'schen Stiftungen, welches ein Stipendium von jährlich 100 Thalern unter de« Titel ^Direktor Zacharias Frankel'sche Stiftung" «richtete, das Lehrercollezium, die Hörer des Seminars, eine Gruppe von Freunden, meistens ehemaligen Schüler», welche zu eia« Frankel-Stiftung bis jetzt 5000 Thtr. sammelten, die dem Jubelgreis zur Verfügung gestellt wurde», viele Gemeinden — (Wien, durch L. A. Frank vertreten, Magdeburg, das Beth-Hamidrasch z» Berka u. A. m.) Zu den herrlichsten Worten, welche gespwcheu wurden, gehören die des christlichen Arztes und Hausfreundes, welche eine wahrhafte Glorificirung des Judenchums enthalten und die L. A. Frankls, der Dichters, aus dem mit so edlen jüdischen Dichtern ausgezeichueten Wien. Daßdas Centtalcomittd« Alliance Jsraeltte Universelle den großen Gelehrten mit herrliche». warmen Worten begrüßte, hat auch uns sehr «- freut; wir haben jedoch von den betreffenden Männern nie Anderes erwartet. Die anders lautenden Stimme», die zuweilen von jenseits d« Vogesen herübertöne», müsse» gewogen, dürfen nicht gezähll werden; selbst was Dr. Deruburg schrieb, war mcht für die Oeffenttichkeit bestimmt*) und kann nimmermehr als Scheidebrrcf des deutschen und französischen Judenthums betrachtet worden. Rur irrt sich d« Berichterstatter in d« „jüdischen Wochenschrift'", wenn« meint, das Schreiben enchiette eine Ernennung des Herrn Dr. Frankel mm Mitglied des Centralcomites. Das war derselbe schon früher, seit 3—4 Jahren. Möge d« gelehrte Jubilar noch lange, recht lange zum Heile des Judenchums wirke»; denn es bedarf sein« treueste» Sind« zur Auferbauung des Geistestempels d« Zukunft in dem wir uns Alle einigen. — *) Sic Uie ,Re»«« 3h.' hewuchedt, die uiesc Bniffent. Rch»»> »lt Recht «U unzart Zeichnet. Berlür, 14.Oct. Uebneine evangel. orthodoxe Schulvorftcherin wird d« „Tribüne" mitgetheilt: Zu Fräulein Hoffmay«, der Vorsteher n ein« höhnen Mädchenschule. kommt die Gattin eines hiesigen hochgeachteten Kaufmanns, um chre zwölfjährige Tochter zur Aufnahme in die Anstatt anzumelden. Zu diesem Zweck ist eine Art Examen nöthrg und cs legte demgemäß Frl. Hoffmey« d« neu Aufzunchmenden verjchickene Fragen vor, welche alle richtig beantwortet wurden. Als man hierbei auch auf das Gebiet d« „Religion" kam, machte Frau Hdie Lehrerin darauf aufmerksam. daß ihre Tochter Jüdin sei und somit an dem christlichen Religionsunterricht nicht Theil nchmcn werde. „So?" erwiderte Frl. Hoffmcyer, „eine Jüdin? Dann bedau«e ich, das Mädchen überhaupt nicht aufnehmen zu können; ich nchme nur christlicheil Schülerinnen an." Und als Frau H. einige Einwendungen machen wollte, fuhr Frl. Hoffmey« fort: „Ich thue dies möglicherweise sowohl in Ihrem, als in dem Interesse des jungen Mädcherrs. denn ich würde mein ganzes Bestreben doch nur darauf richten, daffelbe in den Grundsätzen d« christlichen Kirche zu erziehen und sobald als möglich zur Prosclytiu zu machen." Frankfurt. Wieder ein geftügeltes Wott, welches Bismarks Mund (ob auch seinem H«zen?) bei d« Frizens Fei« entflogen sein soll, nnd nun im Munde des Volkes nmherfliegt: „Unsere Eultusminiftn find nicht unparteiisch, weil sie ihrer eignen Confessio« nicht vergeffen können; am liebsten wäre mir dah« ein Jude als Cultusminister." Wien. Die N. ft. Pr. berichtet üb« die jüd. theol. Fakultät, daß die Gutachten eingelaufen und die Sache nun zum Spruche reif sei. Die Anstalt werde dah« bald ins Leben treten. Paris. Der Municipalrach hat sich vorläufig üb« die Unterstützung der isr. Tempclbauten noch nicht schlüssig gemacht, uno zwar in Rücksicht auf die momentanen Finanzverhältniffe. Dagegen hat « die auf Jom Kippur anb«aumte Zeichnung für die städtische Anleihe mit Rücksicht auf die Juden (oder sich selbst?) v«legt. (In Mannheim wurden die auf diesen Tag anberaumten Wahlen verschoben.) Die Revue tadelt nicht mit Unrecht den gekünstelten modernen Synagogcnaesang, .welch« namentlich kleinen Gemeinden nicht zugänglich sei. Brüssel. Man «zählt sich, daß, als neulich i» Rom Unruhen befürchtet wurden, die beiden Eonvertite» Cohen und Mortara von den Jesuiten hiechergebracht Wochen find und mehrere Wochen hi« zubrachtea. BwUwnbet -i» TawiiM«» »ei L>Sk«r Seiner in Stipzin. Verantwortliche Sctarttai «nb Bert«, von IostUh Je — 3. «attSleben'S vuchUnnknet tu Mainz. rrn»rn»re,n, Lehr« zu Ingelhebn.

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