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Der israelitische Lehrer · 1871-01-01 · Nᵒ. 8. · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
Nᵒ. 8.
Date
1871-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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MlldMlM. Wochenschrift für Freunde des Fortschritts im Zudenthum. Herausgegeben von einem Vereine jüdischer Schriftsteller. J\§ 8. Den 27 September 1871. Dieses Blatt erscheint wöchentlich in einer Nummer und kostet vorläufig dis zum 1. Januar 1872 fl. 1. 12 kr. 20 Sgr. Dem „Jsr. Lehrer" wild es als Beilage gratis beigegeben. Das Synodalblatt ist von jetzt ab;n 4« kr. — Il3/4 Sgr. vierteljährlich von jeder Post zu beziehen (Zeitungsregister Nr. 2S33) und bitten wir um alsbaldige gefall. Bestellung. Weschtüsse der 2. Synode (Fortsetzung und Schluß.)?. Die Ausgabe der Synode. Das Judcnthum hat seit seinem in die frühe Vorzeit hinaufreichenden Bestände verschiedene Phasen der Entwicklung durchlaufen und in denselben sein innerstes Wesen immer mehr entfaltet. Ein neuer, höchst bedeutungsvoller Wendepunkt ist in seiner Geschichte eingetreten. Der Geist der wahren Gotteserkenntniß und der reinen Sittlichkeit erfüllt immer mehr das Gesammtbewußtsein der Menschheit und prägt sich im Leben der Völker, im Staat und Bürgerthum, in Kunst und Wissenschaft immer deutlicher aus. Das Judenthum erkennt hierin mit Freuden e ne Annäherung an die Ziele, die iym auf seiner geschichtlichen Bahn zu allen Zeiten vorgcleuchtet haben. 20. Wesen und Aufgaben des Judenthums bleiben an und für sich unveränderlich dieselben; der mächttge Umschwung.jedoch, der in den Anschauungen der gesummten Menschheit und der Bekenner des Judenthums insbesondere sich unaufhaltsam vollzieht, sowie die völlig veränderte Stellung desselben inmittteii der Völker, hat! ein dringendes Bedürfnis der Neugestaltung vieler seiner Formen hervorgcrufen. 21. Das Judcuthum hat von seinem Anbeginne auf Erkcnntniß gedrungen und in gleicher Weise' stets die Uebereinstimmung zwischen Gedanken, Gefühl und Thal vorausgesetzt und gefordert. In diesem Sinne sucht es muthig und zuversichtlich jene Umwandlung ins Werk zu setzen und folgt nur seinem innersten Grundtriebe, wenn es in voller Werthschätzung der von ihm bewahttcn, höheren und ewigen Lebensgüter,' mit aller Anerkennung und Ehrerbietung gegen die Vergangenheit nach den Ergcbniflen ernster, wissenschaftlicher Forschung bestrebt ist, das Veraltete und Zweckwidrige zu beseitigen und sich im Geiste der neuen Zeit fortzubilden. 22. Die Synode will ein Organ dieser Fortbildung sein. In ihr sollen' die im heutigen Judenthum lebcndeu Ucberzeugungen und Bestrebungen ihren entschiedenen Ausdruck finden. Sie will mit klarem Bewußtsein dahin wirken, daß die im Judenthume feit mehreren Jahrzehnden angestrebte Umgestaltung von einem möglichst einheitlichen Geiste geleitet und mit möglichst gleicher Rücksicht auf die Bedürfnisse aller

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