Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- Nᵒ. 4.
- Date
- 1871-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Volksthümliche Beilage zu Nr. 35 des „Jsr. Lehrer^. Wodslblall. Wochenschrift für Freunde des Fortschritts im Judenthmn. Herausgcgcbcn von einem Vereine jüdischer Schriftsteller. J\§ 4. Den 30. Auyust 1871. Dieses Blatt erscheint wöchentlich in einer Nummer, und kostet vorläufig bis?u»l 1. Januar U>72 fl. 1. i‘2 fr. — 20 Lgr. Drin „Jsr. Lehrer" wird es als Beilage gratis beigegebc». Die zweite israelitische Synode. (Vertiefung.) Am Sabbath und Sonntag, 15. und 16. ^uli, war keine öffentliche Sitzung. Die Mitglieder' der Svnode hatten sich jedoch zu Besprechungen von hofier Wichtigkeit am Sabbath Nachmittags 4 Uhr im Versanrnilungsfaale selbst, am Sonntag im Hotel gu den drei Mohren fast vollzählig versammelt. IS* handelte sich um die von D r. Engel aus Wien der vorigen Synode vorgelegte Irage in Betreff der Renitenz gegen die Beschneidung und um die Aufstellung eines Programms, eines Manifestes der Sv node; letzteres znianiinenfassend mehrere dahiit zielende Anträge von Adler, v. Wertheirner u. A.. welches die religiösen Grundsätze der Männer unserer Zeit, den Boden, aut welchem die Synode ausgewachsen lind sich entwickeln ioll, auszusprechen berufen war. Gegenüber den Mittheilnngen anderer Blätter, welche belsaupten, es seien diese Sätze — so nennen sie das Manifest der Synode — erst kurz vor der letzten Versammlung gleichsam in diese lrineingeworfen worden, müssen wir constatiren, daß die Adler'- schen und Wcrtheilner'schen Arittäge schon in den ersten Sitzungen gedruckt Vorlagen, und daß von vornherein vom Präsidium mehrfach ausgesprochen worden war, daß ein diesfallsiger allgemeiner Antrag nach den Specialanträgen auf die Tagesordnung kommen würde. Wir müssen ferner constatiren, darzIie, :oenn anck nich öffentlickeü aber um deswillen nickt iveniger eingehenden und ernsten Debatten fast zwei volle Tage in An'vrnck nahmen und'von beiden Seiten denn ent in die'en fragen gingen, die Aniickten. wenn anck nickt gerade in der Sacke, io dock in der Torm iefir auseinander — mit einem Ernste, mik efner Fähigkeit, mit einer Würde geführt wurden, die den bedeutungsvollen Ausiprücken der Svnode vollstärrdig ent'vreckend waren. Wir find nickt Lvntgt und anck kaum m Stande, über dieie intereiianten und anregenden Debatten der geicklo'- ienen Sitzungen eingehend vier zu berichten, In der ersten, der BeickneiduiiMiage. handelte es sick hanvtiäcklick darum, einen durchaus entsprechenden Ausdruck zu finden, der die Bedeutung und den Wertfi der Eircnm ciston für die Erhaltung des Iuderrthunis in reiner Integrität und Einheit docnmentirt. T» der Haupt-! fache war man einig, roivobl in positiver, als in nega-! tiver Weüe. Man erkannte allgemein die Gefahr, welche eine Schwächung der hochwichtigen Bedeutung der Eircumcision auch nur durch einen Ausdruck in sich birgt; nian konnte andrerreitst auch nickt umhin, den Thatt'achen gerecht zu werden und die Irage so zu beantworten, wie es die „bindend anerkannteil Normen' vorschreiben, rind man einigte sich schließlich dahin, daß das Präsidium den Anschauungen der Svnode bei der Einleitung zu dem Vorträge der Resolutionen gerecht werde. Einen ebenso schwierigen Standpunkt hatte die