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Der israelitische Lehrer · 1871-01-01 · Nᵒ. 1. · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
Nᵒ. 1.
Date
1871-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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-J S. Volkstümliche Beilage zum „Israelitischen Lehrer" Nr. 32. MlldMlatt Wochenschrift für olle Freunde des Fortschritts im Judenthum. Herausgegeben von einem Vereine jüdischer Schriftsteller. J\£ 1. . Den 9. August 1871. Dieses Blatt erscheint wöchentlich in einer Nummer und kostet vorlLufig bis zum 1. Januar 1872 fl. 1. 12 fr. — 20 Sgr. Dem „JSr. Lehrer" wird es als Beüage gratts beigcgeben. Mas wir «ollen. Die zweite israelitische Synode, welche vom 11. bi» zum 17. Juli im goldenen Saale de» Rathhause» zu Augsburg tagte, hat in ihrer siebenten, der feierlichen Schlußsitzung, folgende Resolutionen einstimmig «.'.genommen: Die Synode erklärt: I. Da» Judenthum hat seit seinem in die frühe Vorzeit hinaufreichenden Bestände verschiedene Phasen der Entwicklung durchlaufen und in denselben sein innerste» Wesm immer mehr entfaltet. Ein neuer, höchst bedeutungsvoller Wendepunkt ist in seiner Geschichte eingetreten. Der Geist der wahren GotteSerkenntniß und der reinen Sittlichkeit erfüllt immer mehr das Gesammtbewußtsein der Menschheit und prägt sich im Leien der Völker, im Staat und Bürgerthum, in Kunst und Wisienschast immer deutlicher au». DaS Judenthum erkennt hierin mit Freuden eine Annäherung an die Ziele, die ihm auf seiner geschichtlichen Bahn zu allen Zeiten vorgrleuchtet haben. II. Wesen und Ausgaben des Judenthum» bleiben an und für sich unveränderlich dieselben; der mächtige Umschwung jedoch, der in den Anschauungen der gesammten Menschheit und der Bekenner des Judenthums insbesondere sich unaufhaltsam vollzieht, sowie die völlig veränderte Stellung desielben inmitten der Völker hat ein dringendes Bedürfnis der Neugestaltung vieler seiner Formen hervorgerusen. III. DaS Judenthum hat von seinem Anbeginne auf Erkenntniß gedrungen und in glncher Weise stet« die Uebrrelnstimmung zwischen Gedanken, Gefühl und That vorausgesetzt und gefordert. In diesem Sinne sucht es muthig und zuversichtlich jene Umwandlung ins Werk zu setzen und folgt nur seinem innersten Grundtrirbe, wenn e« in voller Werthschätzung der von ihm bewahrten, höheren und ewigen LebenSgüter, mit aller Anerkennung und Ehrerbietung gegen die Vergangenheit nach den Ergebnisien ernster, wissenschastlichrr Forschung bestrebt ist, da» Veraltete und Zweckwidrige zu beseitigen und sich im Geiste der neuen Zeit fortzubilden. IV. Die Synode will ein Organ dieser Fortbildung sein. In ihr sollen die im heutigen Judenthum lebenden Ueberzeugungen und Bestrebungen ihren entschiedenen Ausdruck finden. Sie will mit klarem Bewußtsein dahin wirken, daß die im Judenthume seit mehreren Jahrzehnden angestrebte Umgestaltung von einem möglichst einheitlichen Geiste geleitet und mit möglichst gleicher Rücksicht auf die Bedürfnisie aller

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