Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 52 (27.12.1871)
- Date
- 1871-12-27
- Page
- Seite 332 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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332 reicherem Wahlgange, der zugleich die lang ersehnte und erstrebte Vereinigung «IT ferner zahlreichen Stämme in Nord und Süd mit einem Schlage bewirkte, seine allseitig« Ueberlegenheit vor aller Welt Augen manifestirt. — „Halichoth Olam lo," (Habak. 3, 6.) Derart ist Seine Leitung des Weltalls durch die Jahrtausende hindurch, vor ihr stehen wir ehrfurcht»- und anbetungsvoll, und würdigen nach seiner vollen Bedeutung, in seinem ganzen erhebenden Sinne da» jubelnde Sängerwort im Hallelgebet: „Der Stein, den die Bauleute gering achteten, ward zum Eckstein; vom Herrn ging die» aus, in unseren Augen ist's wunderbar." Ein solcher Stein, den die Bauleute mißachteten, war auch von Olim'e Zeiten her bis zu unserer Gegenwart — der Lehrerstand, er, von dessen Würdigkeit und Berufstreue das Gedeihen des Hauses, der Gemeinde und des Staates wesentlich abhängt, gegen den aber dennoch die Einzelnen wie die Gesammtheiten gar vielfach so übel gesinnt waren, daß er leiblich darben und in Geist und Gemüth Druck und Verdruß unsäglich viel ertragen mußte. (Ein Abbild Israel'- im Kleinen.) Doch auch hier durchbricht de» Tages Helle mehr und mehr die bisherige Dunkelheit; mit dem erwachten Gcmcinfinn oder Corpsgeist infeinen Reihen, der durch Versammlungen, Vereine und Presse sich sowohl kundgibt als auch nährt, macht der Lehrerstand all' seinen Gegnern gegenüber muthig Front, wirkt aus Gesetzgebung für Schule wie auf Erziehung außerhalb dieser mit Red« und Schrift, mit Rath und That, und erringt sich so aller Hemmnisse und Widersacher ungeachtet in allmäligem Fortschritt — der überall der sicherste — eine ehrenvollere und materiell bessere Stellung, die wiederum seinem Einfluß und segenbringenden Wirken den möglichsten Vorschub leistet. So wird auch dieser einst verschmähte Baustein zum Eckstein, und je mehr Böses von Menschen gegen ihn erson« uen ward, desto meßr Gute» wird nun von Gott ihm zugedacht, also iff ihr Mühen nicht umsonst, ihr Streben nicht ettel, nein! ein Geschlecht Gotte«- gesegneter find sie, »ud ihre Zöglinge mit ihnen." (Jes. «5, 23.). Mögen alle schon bestehenden un5 in Ausficht genommenen Kräftigung»- und Verbindungs-Mittel de» Lehrerstande», auch der ebm in Bildung begriffene allgemein-jüdische Lehrerverein zur baldigen Erreichung dieser glücklichen Ziele» wesentlich beittagen I vr. M. St. UuterHützungscaffc des Hereins isr. Elementarlehrer für Westphalcn- und Rheinprovinz. An außerordentlichen Beiträgen sind ferner eingegangen: Bon Herrn Lehrer Dahl in Schwelm, anläßlich eines frohen Familienereignisses I Thlr., Lehrer Oppenheim in Warburg bei der Hochzeit des Herrn ldrundmann aus Effen mit Fräul. Nassau zu Scherfede gesammelt 13 Thlr. Bielefeld, 17. Der. 1871. Der Borstand. - In meinem Verlage erschien soeben □'fn "p:n Erste» hebräisches Lesebüchlein für ivraelitsche Schulen von vk. 8. Dreifuß. Dritte verbessette Auflage. Prei» 3'/, Gr. — 12 tr. I. Kaufmann in Frankfurt a. M. Synagogen-Gemeinde . in Effeu a. d. Ruhr. Wir suchen per 1. April 1872 einen zweiten Lehrer, welcher den. Kantor-Dienst versehen und dieserhalb musikalisch sein muß. Gehalt vorläufig 500 Thlr. jährlich. Bewerbungen beliebe man, unter Beifügung von Zeugnissen, baldigst an den Unterzeichneten gelangen zu laffm. Essen, 13. Dezember 1871. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde Emmanuel Burg. Verantwortliche Nedaction und »erlag von Joseph Klingenstein, Lehrer ,u Ingelheim. F»r den Buchhandel « «ommisfion bei Oskar Seiner in Leipzig. — <L Reidel'« Buchdruckerei in Gau-Algesheim.