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Der israelitische Lehrer · 1871-12-20 · 51 (20.12.1871) · p. Seite 327

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
51 (20.12.1871)
Date
1871-12-20
Page
Seite 327 (sequence 3)
Language
German
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327 sammlung. Tretet also zu diesen Männern, welche in den einzelnen Ländern und Provinzen an die Spitze gestellt sind und bildet mit denselben einen Kreisverein. Weitere Kreisvereine mögen sich bilden und uns das Resultat ihrer Thätigkeit mittheilen. Alles Weitere wird durch diese Blätter veröffentlicht werden. Insbesondere wird ein Aufruf an die Gemeinden und an Schulfreunde, zum Beitritt als Ehrenmitglieder, baldigst folgen. Bereits sind mehr als 100 Lehrer aus allen Theilen Deutschlands beigetreten! Es wird, es darf auch nicht ein Einziger Zurückbleiben! So hoffen wir mit Gott, der uns beistehen wird, damit wir ausführen, was wir befchloffen haben, was unser Recht und unsere Pflicht ist. Ten 10. Dezember 1871. Ter zeitige Vorstand des deutfch-isr. Lehrcrvcreins 3 Kingeustein, aus Ober-Ingelheim in Rheinhcffen, z. Z. Vorsitzender. Tic Ddcgirtcn Bezirksvorstände Bayer»: Lehrer Bergmann in Nürnberg; in Unterfranken: Stein in Sckwanfcld als Vorsitzender, Vanderwart in Neustadt a.,d. Saale und Blümlein in Hammelburg.Mittel-u. Oberfranken: Freudenthal in Redwitz und Löbenstcrn in Burgkunstadt. Pfalz: . Ehrlich in Muttcrstavt. Baden: Rothschild in Grötzingcn; Scheerer in Karlsruhe; im bad. Unterland: Maier in Tauberbischofsheim. Hannover : 3. S. Fl ei sch Hacker in Harburg; Schlsinger in Göttingen. Hellen: Oberhessen: Heß in Fricdberg; Goldschmidt in Steinbach bei Gießen; Kaufmann in Echzell. Rheinhcffen: Klingenstein in Ober-Ingelheim und Marx aus Alsheim. . Starkcnburg: Holzer aus Bensheim; Nathan in Lorsch. Pr. Hellen Uallau: Spier in Gemünden a./d. Wohra; Cornelius in Rotenburg; Bezirksrabiner Tr. Hochstädter in Bad Ems. Westfalen-Bhrinproviin: Blumenau in Bielefeld; Blumenfeld in Esten; Leeser in Lübbcke. Schlesien: Hosch in Reiße. W o t\) t n b r r i rjj t. Aus llnlerfrnnfnt in Dezember. Das bayerische Budget pro 1872 und 73 hat zur Verbesserung der materiellen Lage des Lehrerpcrsonals an den Volksschulen eine Mehrfordcrung von 1,387,800 fl. eingestellt. Diese Wohltlmt geniesten auch selbstverständlich die israel. Elemcntarlehrer. Wer von ihnen nicht wenigstens 400 fl. fasflonsmäßiges Einkommen hat, erhält eine Aufbesserung unter dem Namen Theuerungszulqge bis zu diesem Bettage. Auch Dienstalterzulagcn in viermaliger Steigerung von je 50 fl. nach dem 5, 10, 15, 20. Dienstjahre sollen eintteten. Die pensionirten Lehrer, auch die israelitischen, haben einen Ruhegehalt von 325 fl. und auch ihnen ist eine TheuerungSzulagc von -50 fl. in Aussicht gestellt? Tie bayerischen Religionslehrer haben die Erlaubnist, die Zahlen zu lesen, auch darüber nachzudenkcn. Für sie gibt es nur die Theuerung, aber keine Zulage, für ihre Wittwen ist keine andere Zu« ckunft, als sich dem zahllosen Contingentc der herum» ziehenden vagabundirenden Bettler und Bettlerinnen unserer russischen, polnischen und böhmischen Glaubensgenossen anzuschließe», die wie die Zugvögel sich regelmäßig ciiistellen, nur daß sie sick, fast zu jeder Saison sisliren. Soll dieser Zustand ewig währen? Stuttgart.- Die Ausschüsse der Volksschullehrer« vereine in Württemberg, der evangelische, katholische uud israelitische haben eine genicinschaitliche Eingabe an Regierung und Stände gerichtet, in welcher sie um Gehaltsaufbesserung und um Revision des Schulgesetzes bitten. Die Eingabe wurde von den drei BereinSvorständen dem Herrn Cultusminister v. Gestler übcrreickt, welcher auch schon in der Kammer,der Abgeordneten bei Gelegenheit, der Einbringung deS Etats einen neuen Gesetzentwurf einzubringeu versprach, der den Wünschen der Lehrer gerecht werden sollte. Abgerordncter Dr. Paulus beantragte den jährlichen Minimalgchalt für einen Lehrer von 600 fl. — Die israel. Vorsänger des Landes haben eine Separateingabc an die K. Regierung eingcbracht, in welcher sie ihre Wünsche vortragen, welche ihre finanziere Lage und amtliche Stellung betreffen. Die Petition ist vom Lehrer-Vorsänger Löwen st ein in Heilbronn verfaßt und vom Ausschüsse gut geheißen. Sie weist besonders darauf hin, daß die israelitischen Lehrerftellen in Städten ganz cingehen und nur Vorsänger noch angestelll werden; darum sollte die Fürsorge der israelitischen Oberkirchenbehörde dahin gerichtet werden, den ReligionSlehrcrn eine würdige und sorgenfreie Stellung zu verschaffen. Besonders dringt die Petition auf staatliche Pensionsberechtigung der Vorsänger, welche als kirchliche Gemeindcdicner bis jetzt ausgeschlossen waren. — Im württcmbergischeu Lehrerstand ist gegenwärtig reges Leben; das 10. Heft der Vereinszeitschrift „Volksschule" bringt die Petitionen und eine dieselben eingehend erläuternde Denkschrift, die, als Manuskript gedruckt, allen Abgeordneten und den Referenten in Schulsachen behändigt wurden.

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