Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 50 (13.12.1871)
- Date
- 1871-12-13
- Page
- Seite 323 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4896751-5428704-5433856--3601-4899820- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
323 — Wochtnbtrlcht. Hamburg. In Sachen der Zwanzigsten allgeineinen deutschen Lehrerversammlung erläßt der Ortsausschuß zu Hamburg folgende Bekanntmachung: Die Lehrer Haniburgs und der Nachbarstädte Altona und Wandsbcck sind hocherfreut über den Beschluß des Ausschusses der allgemeinen deutschen Lchrcrversammlung, dieselbe auf Pfingsten 1872 nach Hamburg zn berufen. Sie benachrichtigen deshalb ihre Kollegen fern und nah, daß der Ortsausschuß sich hicrselbst gebildet hat und daß die verschiedenen Sektionen bereits in Thäti;keit getreten sind. Sie werden rechtzeitig alle nörhigen Vorbereitungen treffen, damit die Zwecke der Versammlung in -jeder Weise gefördert werden und damit den lieben Kollegen die Versammlungstage so angenehm als möglich verfließen. Sie hoffen, daß der hicnnittelst wiederholten freundlichen Einladung eine große Zahl der deutschen Lehrer Folge leisten werde. Theodor Hossmann, Vorsitzender des Ortsausschusses. Aus München läßt sich das „Frankfurter Journal" schreiben: Wir machen auf eine interessante Thatsachc aufmerksam: während die bayerische Regierung zur Aufbesserung der Gehalte der Schullehrer, welche keineswegs so gering, sondern durchschnittlich eher bedeutender sind, als die der AmtSgcnossen in Preußen, die ansehnliche Summe von 1,200,000 fl. verlangt, stellte die preußische Regierung zu dem gleichen Zwecke nur ein Postulat von 875,000 fl. in das von ihr vorgelegte Budget ein. Dagegen verlangt letztere mehr als die achtfache Summe — 8,050,000 fl. — zur Aufbesserung drr Beamtengehalte, die ohncdieß durchschnittlich höher sind, als die in Bayern gebräuchlichen, mährend die bayerische i Regierung zu diesem Zwecke nur um 300,000 fl. mehr verlangt als für die Schullehrer. (Wir führen diese Parallele weiter: Hr. von Roon, der KricgSminister de« deutschen Reichs, dem so eben für 3 Jahre ein Pauschquantum von 90 Millionen Thaler für die „Friedensarmee" bewilligt worden, sagte neulich: „Mit 225 Thlr., — was für einen Soldaten bisher beansprucht wurde — hält man heutzutage keinen Bedienten, und— der Durchnitts- F geholt eines preußischen Elementarlehrers wird wohl dieseSumme nicht übersteigen. Der Finanzministcr v. Camphausen tritt mit großer Freude vor der preußischen Landtag ob de« guten Standes der preußischen Finanzen — und die 5 Milliarden sind auch noch da! — ,für Äller hat man Geld — auch für die Elementarlehrcr hat man — 500,000 Thalerl In Preußen gibt cS mini bestens 30,000 Elementarlehrcr, eher mehr als weniger I — da konlmt denn auf Einen 20 Thaler — 35 fl.; ' das ist ein Hohn auf die bestehenden Verhältnisse, und eS ist endlich an der Zeit, daß die Lehrer Mittel - suchen, die Heranbildung von LeidenSgcnossen mit allem Ernste zu hintertreiben oder — Strike möge! lich zu machen. Unsere gegenwärtig so thcure Zeit i gibt wohl in hinreichendem Maaße Gründe dazu! j Wie viele arme Lehrerfamilien werden jetzt — frieren I und hungern?!! Gibt es für diese kein Erbanncn?! Soll es immer so bleiben? Red. d. Jsr. Lehrers. Das Kuratorium de« jüdischen Landesfonds in I Mähren hat einer 75jährigeu DircctorS-Witttvc, deren : Mann 40 Jahre gewirkt hat, den Knadcngehalt von 60 fl. nach vierjährigem Genüsse entzogen. Sie soll sich von ihren Söhnen unterstützen lassen, sagen die Edlen. NternrischtL. Bon dem vorzüglichen „Shakespeares WerLi", hernusgegeben und erklärt von Nicolaus Delins, Neue Ausgabe, haben wir nun die IO. und 11. Lieferung des 2. Bandes, enthaltend Hamlet, König Lear, Othello, Antony und Cleopatra erhalten. Ta» Werk schreitet programmmäßig fort und wird bald in seiner vorzüglichen Belage vollendet sein. (Elberfeld, Verlag von N L. Friedrichs. Der Berlagskatoloq von W. Langenscheid in Berlin (17, Hallesche Straße) (Special-Verlag für Hilfsmittel zum Studium der neueren Sprache» und Literaturen) ist erschienen und von derselben gratis zu beziehen- Lehrervacanzentiste. 1. Praunsel«, Lehrer-, Vorsänger- und Schächterstelle. Gehalt 100 Thaler, Nebeneinkünfte 100 Thaler. Meldungen beim Vorstand. 2. kann a. d. Rhön, Lehrer und Cantor^ Gehalt 200 Thaler, Nebeneinkünfte 100 Thaler, freie Wohnung. Vorsteheramt: Sandel, Heilbronn.