Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 46 (15.11.1871)
- Date
- 1871-11-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4896751-5428704-5433848--3579-4899802- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ar Isrselitisrlw Wochenschrift für die Angelegenheiten des Israel. Lehrerstandes. Organ für den Verein „Achattm" L den drutfch-isr. Lehrerverein. M 46. Den 15. November 1871 11. AahrgMg. Wöchentlich 1 Nummer. Vierteljährlicher Abonnementspreis 2ökr. — 7j Sgr., zusammen mit dem Synodalblatt 14>/z Sgr. — 50 kr. Anzeigen zu 1 Sgr. die Peuizeile Bestellungen nehmen alle Postämter uns Buchhandlungen an. Warum ist Jortbildung besonders Afficht des Lehrers?") Dorgctragcn in der am Tötcsbcrg bei Berleburg im Juni 1871 stattgchabten Lehrcr-Ccnscrcn;, von R. H. Katz, Lehrer und Cautcr in Berleburg. Unter der Leitung der Natur können wir nicht abirren. itaiui dieser Satz nicht bestritten werden, und wcndcil wir ihn auf die vorliegende Frage an, so erblicken wir, wohin wir auch unser Augenmerk in der Natur wenden mögen, Fortentwickelung, Fortbildung, und wir nehmeu recht bald wahr, daß diese sich nach einem unabänderlichen Gesetze vollzieht, das den Stillstand ausschließt. Wir Lehrer haben es mit dem M c n s ch e n zu thun, seine g«i st i g e Ausbildung ist unser Levensbcruf. Daher wollen wir, ohne weit umhcr zu schweifen, an ihm uns das eben angedeutete' Gesetz zuerst in Bezug ans seinen Körper klar machen, veranschaulichen. Mit dem Eintritt des Kindes in die Welt, wenn man nicht schon vor demselben sagen will, beginnt die Entwickelung, die physische Fortbildung des neuen Menschen ununterbrochen. Illach der Verschiedenheit des Geschlechts entwickelt sich aus dem Säuglinge der Knabe oder das Mädchen. Durch die Fortbildung werden sie zu Jüngling und Jungfrau, hierauf zu Mann und Weib, und endlich, zu Greis und Greisin. Jede Lebenscpoche ist auf diese Weise nur das natürliche Resultat der Fortbildung des Vorhergegange neu. Um regelmäßig diesen Gang der Fortbildung vollenden zu können, bedarf der Körper in jedem Lebensalter der geeigneten Quantität von Nahrung und der entsprechenden Pflege. Diese kann aber nicht einmal für allemal gereicht werden, sondern die Natur heischt gebieterisch die Wiederholung der Darreichung nach bc- *) Nach einem Separatabbruck. stimmten Pausen. Von der sorgsamen und richtigen Nahrung und Pflege hängt die gedeihliche Fortbildung des Körpers, hängt Gesundheit und Leben ab. Um diesem Bedürfnisse zu genügen, sehen wir die ganze Menschheit und alle Individuen in ihr in ununterbrochener, fortbildender Thätigkeit begriffen, um die Mittel hierzu zu beschaffen, — und welches Gebiet könnte genannt werden, worauf sich in unserer Zeit unter den gebildeter!! Völkern nicht das Gesetz der Fortbildung mit Nolhwendigkeit geltend machte (— Darf der Lehrer allein vor solcher Erscheinung das Auge verschließen und sich mit handwerksmäßiger Betreibung seines heiligen Berufs — wenn der Ausdruck handwerksmäßig in diesem Sinne in nnserer Zeit noch Anwendung findet, was wir bezweifeln — begnügen i Wer als, Lehrer das behaupten wollte, der hat die Heiligkeit des erhabenen Lehrerberufs noch nicht empfunden, er mag zu jedem andern Beritte sich eignen, nur nicht zu dein des Lehrers. — Der, Mensch bedarf also, wie alle organischen Wesen, zu seiner naturgemäßen Fortentwickelung oder Fortbildung der geeigneten 'Nahrung und der sorgsamen Pflege. Hierbei ist das „Wie" der Zubereitung der Speisen nicht außer Acht zu lassen. Kommt es ja nicht so sehr auf die übergroße Menge, als auf die Beschaffenheit und das rechte Maß der Speisen an, um eine heilsame und kräftigende Einwirkung auf die Entwickelung des Körpers dadurch zu üben. Diese Zubereitung sogar ist durch die Fortbildung zur Kunst geworden, die man Kochkunst nennt. Koch aber nennen wir denjenigen, der sie ausübt. Welcher große Unterschied ist nun zwischen der Kochkunst des Alterthums und der der Gegenwart, der ivilden und gesitteten Völker, zwischen dem stehengebliebenen, primitiven, und den« fortgeschrittenen und sich stets fortbildenden, rationellen Koch'? Welche ancrkennenSwerthe Resultate erzielt letzterer mit Anwendung geringer Kosten, während ersterer i