Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1871-10-11 · 41 (11.10.1871) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
41 (11.10.1871)
Date
1871-10-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/4896751-5428704-5433838--3554-4899782
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

israelitische Jtehrer. Wochenschrift für die Angelegenheiten bc§ iovacf. Lehrersrnnocr,. Organ für den Verein „Achawa' & dnl dcnrsch-isr. Lrhrerverein. M 4-1. Den n* Oktober 1871 11. Jahrgang. Wöchentlich 1 Nummer. Vierteljährlicher AbonnementSpreis 2->kr. — 7} Sgr., jiifmnmen mit dem Lvnodalblatt 14'/r Sgr. — kr. Anzeigen zu 1 Sgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter un; Buchhandl m^en >m. An. unsere geehrten Heeren Abonnenten! Wir macken Kiermit darauf aufmerksani, daß bei Postbestellunften, wenn das „Lynodalblatt" beieeleczt werden soll, d.'"S ausdrücklich untbejtellt werden mufr; «zcfckiekt dies nickt, so wird nur der „Israel. Vekre?" geliefert. Diejenigen »errcn, welcke das nickt getkan Kaden, ersucken wir um alsbaldige Reklamation, damit die Racklieferung rechtzeitig gefckehen kann. <5'S wird dabei notbwendig fein, auf den jüngsten Racktrag zum Postzeitungskatalog <!>. Rachtrag vom 2cpt.» unter den angegebenen Rummern aufmerksam zu macken. 1. „Israel, vehrcr" mit „Snnotalblatt" (Zeitungsregistcr 01 v. l'-HPia) 14'/2 Lgr. — öö kr. 2. „Israel, vehrer" ohne Synodalblatt (Zeilungsregisier Slr. l2(i2»?>/, Sgr. — 2f» kr. 3. „Simodalblatt" ohne Israel. Vcljrcr < Zcilungsregisler Sir. 2‘33j ll^ ^gr. — 40 kr. überall incl. Postzu'chlag, ivozu jedoch in Siorddeuiscl'laiid noch die Stempelsteuer kommt. Zur Verhütung von Irrlbümcrn bitten ivir um genaueste Eingaben. Der Herausgeber I. Klingenstein. , Z)ie cLiturgie als Unterrichtsgegenstand in der Religionsichnle. Bon B. Jacobsob». «Forts. und Schluß.» Hierzu kommt ferner der allerdings nicht zu über: sehende, dem Hause fast zur Entschuldigung gereichende, sehr mißliche und beklagenswerthe Umstand, das; die jüdischen^Schüler selbst beim besten Willen der Eltern nicht in der Lage sind, an den Labbaten und Festtagen denk Gottesdienste beizuwohnen, weil sie zur selben Zeit die bürgerliche Schule besuchen müssen, die ein Fehlen aus diesem Grunde durchaus nicht als Entschuldigung gelten läßt. Die traurigen Folgen dieses Rothstandcs niachen sich bereits in erschreckender Weife, namentlich bei der jüngeren Generation, geltend. Die sichtliche llnbekolfenbeit und Verlegenheit, uijt welcher der junge Israelit, wenn er einmal im Gotteshanse erscheint, an das Aufmchen der Gebete im Siddur geht, wie selten er sic findet, ist für den Beobachter und ganz besonders für den Lehrer eiue gar schmerzliche Erfahrung. Da ruft, das Unglück, der Tod des Vaters, der Mutter, oder deren Jahrzeittag inanchen jungen Israeliten ins Gotteshaus. Wie i beschämt steht der Unglückliche ott da! Er greift nach dem Gebetbnche, um darin Trost und Beruhigung zu finden: allein, er weiß nicht, was er beten soll, 'r nnh't sich darin nicht zurecht, und muß seine Zuflucht zum Tempeldiener nehmen, der leer Verlegenheit dadurch ein Ende mgcht, daß er das Kaddischgebet ihm mit deutschen Lettern abschreibt, woraus dann der Leidtragende Troft- und Schmerzenslinderung für fein venvundetes, krankes, wir möchten sagen abgestorbenes Herz schöpft! Solches und sehnliches ivird wohl in jeder größeren Gemeinde erlebt und es ist dringende Pflicht jüd. Religionslehrer, diesem Uebcl wenigstens bei der heranivachsenden Jugend Abhülfe zu verschaffen, diese Schmach von der Relgionsschule abznwenden-.. Denn nur sie allein ivird zur Rechenschaft gezogen., das Hans wird milder beurtheilt. Tic Religionsichnle muß hier helfend eintrcten, und bei richtiger Handhabung kann sie es auch. Als zweckdienliches Mittel ist deßhalb auf den Lectionsplan der hiesigen Religionsschnle als neuer Gegenstand gestellt worden: der Unterricht in der Liturgie. — In früherer Zeit würde man über ein solches UntcrrichtSobject gelacht haben, und noch heute wird mancher sagen: Das lernt sich ja am besten durch Uebung, also auf practischem Wege. Ja, es gibt auch noch Gottlob heutzutage Schulen dieser Kategorie, die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.