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Der israelitische Lehrer · 1871-09-27 · 39 (27.9.1871) · p. Seite 279

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
39 (27.9.1871)
Date
1871-09-27
Page
Seite 279 (sequence 3)
Language
German
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I — 279 — 1 der Natur und die Lehre vom menschlichen Organismus. Deutsche Sprache und Realien werden in combinirter 1. und 2. Klasse unterrichtet. Die Berechnung der Stundenzahl und das gegenseitige Verhältnis derselben ergibt sich aus dem angefügten Stunden- und Lektionsplan. (Folgt in nächster Nummer.) N., den 31. Mai 1871. Der Lehrer N. Schulvorbereitung. Was ist der Grund, daß auS so manchem jungen Lehrer nicht das wird, was aus ihm werden könnte? Eine Antwort ist: weil ein großer Theil der jüxgeren Lehrer seine freie Zeit nicht recht benützt und ausfüllt. — Verhehlen wir uns nicht, bei manchem jüngeren Lehrer ist es der Mangel an Vorbereitung für die Schule, welcher seiner Thätigkeit einen Hemmschuh in den Weg legt. — Gerade die erste Zeit im Lehramte sollte dazu benutzt werden, sich recht tüchtig in die Schule hineinzuarbeiten, denn sie ist ja das Feld, welches jeder Lehrer wohl zu bebauen hat. Wie kann dieses aber der Fall sein, wenn man vor lauter anderen Dingen keine Zeit mehr findet, sich auf seine Schule vorzubereiten? Da wird wohl auch „Schule gehalten", aber wie? Ja die „Schulvorbereitung" ist für manchen Lehrer eine Klippe, an der erSchifsbrnch leidet! Jung gewohnt, alt gethan; dieses Sprüchworl gilt in ganz besonderem Sinne dem jungen Lehrer; sängt er nicht frühe an, es sich zum festen Grundsätze zu machen: „ohne Vorbereitung keine Schule", und bleibt er diesem Grundsätze nicht treu, so geräth er nach und nach in einen Zustand hinein, der für seine amtliche Wirksamkeit sehr bedenklich ist! Die Vorbereitung für die Schule ist von unberechenbarem Werlhe sowohl für die Schule selbst, als für den Lehrer, und es sollte sie darum kein Lehrer unterlassen. Gute Vorbereitung fördert den Lehrer in jeder Hinsicht und seine Schüler mit. Freilich darf die Vorbereitung keine oberflächliche, sondern sie muß eine gründliche sein. Durch Lehren lernt man, durch eine gute Schulvorbereitung jedoch viel mehr. Jeder Lehrer muß wissen, was und wie er will, oder er geht Irrwege. Wie viel besser wäre es z. D. an so manchen Orten mit der Schuldisziplin — dieser Grundbedingung jedes gedeihlichen Unterrichtes — bestellt und wie viel Verdruß und Aerger würde für Lehrer und Schüler Wegfällen, wenn die Schulvorbereitung immer die rechte wäre! Aber auch ungerechte Leute sind wir, wenn wir von unfern Schülern verlangen, was wir selbst nicht thun? Wer nur halbwegs offene Augen hat, wird leicht einsehen, daß gerade die Kinder für den Lehrer den sicherste» Barometer bilden! Ja, sie sehen bekanntlich schärfer als wir und beurtheilen unsere Thätigkeit auch sicherer und richtiger, als wir selbst im Stande sind. Glaube man ja. nicht, Kinder haben darüber kein Verständnis, ob ihr Lehrer vorbereitet, oder unvorbereitet in die Klaffe tritt. So gut jeder für die Schulstunden unvorbereitete Lehrer seine Schwäche und Unsicherheit fühlen muß, so gut spüren es die Kinder, wo ihren Lehrer „der Schuh drückt!" — Wenn ich der Vorbereitung für die Schule das Wort rede und dabei die jüngeren Lehrer besonders bewne, so berechtigt mich hierzu nicht allein, daß dieselbe Grundbedingung für jeden gedeihlichen Unterricht überhaupt ist, sondern auch die Nothwendigkeit in den einzelnen Unterrichtsfächern sich die erforderliche Praxis zu erwerben. Hierzu drängt unsere Zeit mit den verschiedensten Anforderungen, welche sie auch an die Schule stellt. Da gilt es immer wieder, Altes mit Neuem zu vergleichen und in^seiner Anwendung kennen zu lernen. Ich erinnere in dieser Beziehung nur an den für Elementarlehrer in neuester Zeit so wichtigen „deutschen Sprachunterricht." Da gibt eS manches zu lernen, zu prüfen, zu vergleichen n. s. w. — Und wenn ich den Rechenunterricht, dieses crur für manche Schulen, berühre und an die Anforderungen, betreffend das „neue Maß und Gewicht" denke, wer will hier ohne gründliche Vorbereitung etwas Ordentliches leisten? Hier gilt vorzugsweise ein „Können" und dieses Können kommt von Lernen und Lernen ist „Vorbereitung". Es ist freilich sehr zu beklagen, daß einestheils mancher junge Lehrer sich nicht auf dieses Feld begibt, weil er die Meinung Hegt, Kenntnisse in dem neuen Maß und Gewicht für seine Schule zur Zeit nicht nöthig zu haben, und daß anderntheils. manche ältere Lehrer sich für zu alt, oft vielleicht auch für zu bequem halten, um Neues zu üben und zu lernen. Und wie Vieles soll und muß der Lehrer im Kopfe haben, um nur einen nur einigermaßen ordentlichen Realuntcrricht zu ertheilen! Da gilt es „Schulvorbereitung." , «. L.) Wochenbericht. Breslau. Herr Eantor Deutsch hat folgendes Circular versendet: V'orbcterschule, vollständige Sammlung der alten Synagogen-Jntonationen. nuin. Unter diesem Titel beabsichtige ich, unsere alten gottesdienstlichen Gesänge dem Druck zu übergeben. Sie erscheinen in dieser Sammlung zum ersten Mal ausführlich notirt, rhytmisch geordnet, eng mit dem Texte verbunden, befreiet von dem Widerspruch zwischen sprachlicher und musikalischer Accentuation und gereinigt von allzuausgedehnten Melismen und allzubunten Fiorituren, welche die ursprüngliche Kraft des Cantus sirmus beinträchtigen. .Es sind die alten Gesänge, die ich meinen Glaubensgenossen geregelt und geordnet, aber möglichst ge-

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