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Der israelitische Lehrer · 1871-08-30 · 35 (30.8.1871) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
35 (30.8.1871)
Date
1871-08-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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er Jsraeltüstftf IeKrer. Wochenschrift für. die Angelegenheiten des israel. Lehrerstander'. > Organ für den Verein „Achawa.' Jfä 35. ' Den so. August i87i. 11. Jahrgang. Wöchentlich 1 Nummer Vierteljährlicher Slbonnementsvreir 40 kr. — 111/2 Sgr. Anzeigen zu 1 Sgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Wie die israelitische Schule nicht sei» soll. Es hieße daSZiel mißhnnen, das wir uns beim Niederschreiben dieser Zeilen gesteckt haben, wollten wir hier von Begriff und Wesen der israelitischen Religion und der Schule überhaupt sprechen. Wir schreiben für Lehrer; und diese Worte haben weder den Zweck, in hohlen Phrasen das Heil der Welt zu verkünden, — das da bestehen soll in gläubigem Hinnehmen und todtem Nachbeten der dem Lehrer von weiter oben, und den armen Bindern vom Lehrer vorgesprochenrn Worte und Satzungen, wie so manche heute eigens für Lehrer bestimmte Schrift; noch ihn mit den allgemeinen Pflichten und Principien seines «Stande« und Berufes bekannt zu machen, deren K?nntniß wir voraussetzen. Vielmehr wollen wir nur dem strebsamen iSr. Lehrer, dem eS darum zu thun ist, sich dem heiligen Werk der Menschenbildung mit ganzer Kraft zu widmen, und das Reich des allmächtigen Gottes, das Reich der Liebe und des Friedens zn fördern, zur Erreichung seines Zwecke«, soweit e» seinen speciellen Beruf als isr. Lehrer betrifft, hilfreiche Hand bieten. Wer Lehrer sein will, muß wiffen, waS Religion ist, und muß sie lieben, die hehre Himmelstochter, um ihrer Schönheit und Dortrefflichkeit willen; muß seinen pädagogischen Beruf im Allgemeinen kennen, und von ihm erfüllt sei». In dieser Voraussetzung hätten wir unS alsbald die Frage zu stellen: WaS wir (wegen ihrer besonderen Eigenschaft als .israelitisch", unter einer israelitischen Schule begreifen? Welches die Principien einer solchen sind? So einfach di« Beantwortung dieser Frage zu sein scheint, — die religiösen Ansichten eines großen Theils der Lehrer und leider auch manchmal der Egoismus und die Privatinterreffen haben diese an und für sich einfache Frage verwirrt; und e^ sckeint unS nun nölhig, dieselbe dadurch klar zu machen, daß wir hauptsächlich uns bewußt machen, wie eine jüdische Schule nicht sein soll. Wir nennen israelitische Schule eine solch», die auf dem (Grund) Boden des Judenthums stehend, die harmonische Bildung und Entwicklung deS Menschen zur Gottähnlichknt b7zweckt und den Schüler ebenso zum warmen Anhänger, zum lebendigen und eifrigen Gliede des JudrnlbumS zu machen strebt, als sie ihn zu befähigen sucht, Mensch > zu sein im vollsten Sinne des Wortes. Sie (die iSr. , Schule) läßt den Scküler tbeilnehmen an allen Elementen der Erziehung und des WisienS,die zur Befrrrch- : tung des heiligen Samens dienen könnten, een- Gott j in die Menschenseele gelegt hat. Sie hat den ganzen * Menschen im Auge, wie ihn die Beziehungen erfordern, i in denen er zum Leben tritt. — DaS Judenthum hat * sich von jeher die Aufgabe gestellt, da« Leben zu durch-; dringen und zu veredeln. ES chann also nicht die Ausgabe der jetzigen Schule sein, das Leben zu igno-! riren. Vielmehr soll die Schule den Heranwachsenden! Menschen vor Allem befähigen, seinen socialen Beruf, der ihn mit den Genoffen anderer Religionen verbindet, zu erfüllen; und wie — (oder, ebendarum weil) ein ganzer Jude, so auch, ein ganze» Mensch zu sein. DaHPrincip der israel. Schule ist also: „Religion und Bildung." Denn wahre Bildung ist zualeich Religiosität, wie die Religiosität die höchste Blüthe wahrer Bildung ist. Wir hätten somit das Princip der Schule bezeichnet, die wir im Auge habend Wir sind also nicht gemeint, denjenigen Anstalten duS Prädicat „israelitisch" vorzugsweise zu antiripiren, deren Gründer und Leiter in ihrem Dünkel und in ihrer heuchlerischen Anmaßung dieses Präjudiz einzig für sich in Anspruch zu nehmen sich berechtigt halten; diedaS alte Jeschibo-

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