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Der israelitische Lehrer · 1871-08-16 · 33 (16.8.1871) · p. Seite 255

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
33 (16.8.1871)
Date
1871-08-16
Page
Seite 255 (sequence 3)
Language
German
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S55 tie Prcpbeten verkündigten. Dir »rissen, daß dies unsere Pflicht ist. DdS Uebrige ist Gotteö Sache. Ileöer Lehrervereine. Lassen Sie micb, geehrter Herr Redactcur, diesen Gegenstand nock einmal sxeciell zur Besprechung brin- -gen, trotzdem Cie sckcn sich oeisckiedeutlich über diesen Punkt ausgesprochen baben. Es ist jedock nothwendig, «S ist an der Zeit, das; unsere Lehrervereine nutzbringend und brilsam werden Wir leben in einer Zeit der Vereine; wann wäre wobl daS Bedürfnis; nach Vereinigung mehr und besser erkannt worden als grade beute? Wann hätte sich auch dir Wahrheit mehr und besser herausgestcllt, daß nur die Gemeinschaft die größte Macht ist, als gerade jetzt? ES sind allerdings sckon vor einigen Dezennien Pehrerverbindungm!nS Leben gctr.ten, um gemeinsam für eine Sache zu arbeiten, aber leider sind nickt ckiele Früchte aufzu.veisen; aus dem Grunde nur, weil eine große Anzahl von Lehrern zu sehr vom Geiste der Abschließung, des Individualismus umgarnt ist: ein Gedanke, e in Strrb n müßte sie aber alle beseelen. „Vernichtung w.ht dich an, so lang du Einz'les hist, schließ' an ein Ganzes Dich an, das unvernichtbar ist." Ja, alle Strebende müssen zu einer Eincheit sich verbinderr, dann nur ist ein gedeihliches Leben zu erwarten, ein geistiges, nie erschlaffendes. Ja, höre ich entgegnen, wir sind durchaus nicht mit dem geisti gen Leb.m zerfallen! wir studiren, treiben Lectüre! Allerdings, wir lesen zwar alle, aber aus dem tod'en Worte entwickelt sich noch kein Leben. Der Gedanke rnuß durch ein lebendiges Wort sich äußern. Wohl denken wir nach und sprechen das Gedachte unserm Freunde aus, aber wir sprechen eS nur aus. Nickt mit der Anstrengung denken wir nach, so lange wir -vereinzelt stehen, wo der Ernst nur nur zu oft Scherz ist. Nur dann, wenn eine große Anzahl um uns ver- -sammelt, dann wirkt unser Gedankenaustausch um so fruchtbringender, und dann erwacht di« Liebe zur GristeSlhätigkeit, dann stählen sich »msere Kräfte, dann mehren sich unsere Kenntnisse. Und, wie viel haben wir nicht noch zu arbeiten für unser Fach; wie ist leider doch das große Feld, das wir vor uns sehen, nur zu sehr noch mit Dornen und Disteln besäet? So nur eins! Blicken wir einmal auf die Lebensstellung der Lehrer, so finden wir diese weit unter der Würde, welche in der Bedeutung de» Standes lieat. Es ist eine Schmach für unser Jahrhundert, sagt Dr. Schreber, wenn die Jugendbildner durch Ueberladung mit Privatunterricht oder andere (oft unwürdige) Arten des Nebenverdienstes vom Morgen bis zur Nacht tagelöhnern müffm, um — nur existiren zn können; wenn ibnen nickt auch etwa« Zeit zu ihrer eignen Fortbildung, zu Privatstudium, zu Benutzung wiffenckaftlicher Vereins untereinander rc. zu erübrigrn möglich ist. Wir müffen daher mit -geeinter Kraft zeigen, daß auch wir stark sind, und, daß uns nothwendig Gerechtigkeit wiedersahren werden muß. Darum schaart euch herbei, ibr werthen Colle- - gen, aus voller Ueberzeugung zu dem Verein, den der wertbe Herr Redakteur dieses Blattes, so Gott will, in'S Leben rufen will. M. Spanier, in OttrrSberg. Wochenbericht. Wolfenbüttel. (Unlieb verspätet.) Am 24. Juni v. I. feierte die hiesige Samsonschule ein schöne« Fest. das nach allen Seiten ein erbebendes genannt werden kann. Es war dies das 25jährige Direkter - Jubiläum des Herrn Dr. Ebrenberg, der zum allgemeinen Bedauern auS Gesundheitsgründen zu Michaelis d. I. sein Amt an genannter Anstalt niederlegt und als dessen Nachfolger Hr. Dr. Rosenstock auS Posen bereits ernannt ist. DaS Braunschweiger Tageblatt brachte über diese Feier nachstehenden Bericht, dem noch als Ergänzung beigefügt werden kann, daß der Landrabbiner Herr Dr. Herzfeld auS Braunfckweig anwesend war und in einer schönen Ansprache den Jubilar beglückwünschte; daß ferner der hiesige pädagogische Verein eine Deputation zur Beglückwünschung sandte, daß die befreundeten Anstalten in Seesen, Jakobsvnschule und Jakobson'sche Waisenanstalt durch Telegramme gratulirten, und daß die Lehrer der Samsonschule durch ein sinniges Geschenk ihre Verehning bezeigten. Möge Gottes Segen ferner die Samsonschule und alle ähnlichen wohlthätigen Anstalten begleiten.' Der Artikel im Braun sch w. Tageblatt lautet, wie folgt: Wol'enbüttel, 27. Juni. Am 24. d. feierte die Samsonschule Hierselbst das 25jäbrige Jubelfest des zeitigen Dittctor Dr. Ehrend erg, deffen Scheiden aus seinem Wirkungskreise in nächster Zeit bevorsteht. Die Schulräume warm festlich mit Laub» und Blumengewindm geschmückt, und der Lehrer undOekonom der Anstalt, Herr Wimmelbacker, hatte die ganzen Arrangement» der Feierlichkeit in

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