Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 30 (26.7.1871)
- Date
- 1871-07-26
- Page
- Seite 239 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 239 — Lies jf>m schlagen, wenn nicht der -Stillstand des lieben» nerbeigenibrt werden soll. Mit unsere»! Herzen lassen Sie uns bei dem Herzen des BollSgcisteS sei», dann wird göttlicher Segen unserem eigenen Herzschläge nickt fehlen. > Anhaltender lebhafter Beifall.) Wochenbericht. Wien, Im Hamazid wird eigenthümlichn Weise Professor Oppolzer als von jüdischer Abkunft bezeichnet. Es wäre dies weder eine Schande für ihn, noch für uns; aber die Sache berubt dennoch auf einem Zrrthume. Paris. Die Pastoralen Anreden, welche Pbilippson (Bonn) an die Elsäsischen und Lehminn (Mainz) an die Pariser Israeliten gerichtet bat, sind mit Entrüstung zurückgewiesen worden; erstere nicht ganz mit Recht, denn sie enthielten gute Rathschlägc für die neue Politik. Auch die elsässischcn Inden sind, wie man siebt, mit Verbissenheit Franzosen geworden. Paris. Rabbiner Kahn wurde von der Commune aufgeforderl, das Gewehr zu ergreifen. Er konnte aus- und entweichen; jetzt ist er zurückzekehrt. Paris. Oie Familie Rothschild hat Glück; nicht bloS ihre Häuser in der Stadt, sondern auch ihre Familiengruft auf dem sehr verwüsteten Friedbofe ist unversehrt geblieben. Herr v. Rothschild hat die KriegS-Medaille erhalten; er selbst argwöhnt, das; ihm die Ehre mehr in Rücksicht auf seine sociale Stellung, als seinen Heldenmuth zu Theil geworden sei Cincinnatti. Als Curiosum melden wir, daß bei der diesjährigen Confirmat on ein Mädchen in einer hiesigen Synagoge den Thora-Abschnitt vorlaS. Literarisches. Grätz sFränkel) Monatsschrift rc. Juni-Heft. BreSlau. Schletter (H. Skutsch) 1871. 1) Inhalt, Biblische Analekten von vr. Zastrow in Philadelphia. Un» »st auffällig, wie man bei solchen subjektiven Erklärungen kritischer Schwierigkeiten und eigenmächtigen Veränderungen des biblischen Textes noch den orthodoxen Standpunkt der allen Schule vertrete» kann, w:e dies Iastrow zu tbun stets äußerliche Miene gemacht hat und noch thut. Auch die Frage drängt sich immer mehr an uns heran : Was unters heidet denn die Ortbodoxie des Breslauer Seminars von der unsrigen? 2) R. Isaak B. Mose Or Sarua aus Wien von vr. H. Groß. Eine Bio- und bibliographische Skizze. 3) Beiträge zur Sacherklärung der Mischnah vom Herausgeber (Fortsetzung.; 4) Ueber einige Da» rianten des Onkelos von Abraham Eoben. 5) Historische Notiz von G. Wolf. Sie betrifft die Petition der Juden beim Tridentiner Eoncil wegen der Erlaub» niß zur Drucklegung de« Talmuds. Dieselbe findet sich nicht mehr bei den Wiener Acren. «>) Iwei interessante Briete Mannheimers. Oer erste ist vier mitgetlieilt,. der zweite st'lgr. Mail erkennt, daß die Eullus-Reform in Betreu der Gebete Fortschritte gemacht 'bat. nicht aber die Reform des Svnagogengeianges. der von Anfang in die Fehler elnteulte. worin er noch deharrt. Mannheimer tadelt mit Reckt den künstlichen Eoloraturgeiang und gibt, wie auck wir noch, dem einfachen Ehoralgeiang een Borzug. An diesem betbeiligl sich nid»t nur die »'«emeinde leichter. er ist auck durck die getragene Musik und durck die Masienbetheiligiing esiectvoller. als die musikalische. kunstreich^ oder gar gekünstelte Figuren der Solisten oder einzelner Christen. Oiestr sigurirte >^e'ang bezeichne! ebenstills die lkebergangsperiode, denn er ist eine liberkomniene und ans der Singweist der früheren Ehaiianiin mit ihren st'genaiknten Iuhaltern «Begleitern«, dem Singer und Baüisten, entstanden. Was M. von der Rokluvendigkeit -und Wirtiamteil der inner», häuslichen Mission des südlichen Predigers. der eigentlichen Seel'orge sbrickk. da die Religion dem Menschen bei allen Beziehungen des Gebens zur Seile stehen. von der Gebun bis znm!ode ihn begleiten unsisie. klingt stark nach katholischen Anschaunngen und Kirchlichkeit. Oas Fiidenllmnl hat zwar auck in Folge seiner Entwickelung nach den pharisäischen Grundsätzen des demokratischen Priesterrlnims diest Anschauungen und Einrichtungen, aber i'l dabei'nicht von frevlder Seel'orge abhängig. Wir müsien uns auck hüten. eine iolcke in das Fndenthum zu vervstanzen. Re ligion und Religiosität geivinnen nickt dadurch.. Fudeß ist nickt zu leugnen, daß zur Feil dem Vaien Berstän-- »ist und Geschick danir abgeht, selbst iein eigener Priester und Seelsorger zu sein. Erziehen wir unsere Fugend ivieder dafür, aber maßen sich die Rabbiner nicht dauernd wieder pricstcrliche Borrechte au. Auch das levitifche Prieslertbum hatte nur einen vorübergehenden Eharaker. Fm andern Falle erneueni wir die Kämpfe des Sadducäerthums und des Pharisäismus. 7> stiackträglicheS zum Hiob-Targum von vr. Wilhelm Bather. 8) Dilettantismus in der GeschicktS- und Halacha -Kritik von I>r. lülcin. vr. R