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Der israelitische Lehrer · 1871-07-26 · 30 (26.7.1871) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
30 (26.7.1871)
Date
1871-07-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Kr Krriclitiücde Lestrer. Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Indenthunis und insbesondere des israelitischen Lehrer st andre. Organ für den Verein „'Hdintim. ‘ M 30. D-n 2«. Juli 1871. - 11. Zahlgang, Wöchentlich 1 Stummer Vierteljabrlicher AbonnemnUsprei» 40kr. — ll*/a Sgr. Anzeigen zu 1 Sgr. die p^ilzril« Bestellungen nehmm alle Postämter und Buchhandlungen an. Aede bei der Eröffnung der 2. israel. Synodr zu Augsburg am 11. Juni 1871, gehalten von -cm Präsidenten Prof. vr. M. Lazarus. Hochgeachtete, hochansehnliche Versammlung der Svnode! Ehedem ich meinen eigenen Gefühlen des Dankes Segen Sie für Ihre ehrenvolle Wahl Ausdruck gebe, iffcu Sie niich Ihrer Gefühle Dollmetfcher fein, um Dank zu sagen den Herren, welche als Augsburger Localcounto alle Mühe darauf angewendet staben, die Synode nicht bloß hierher zu berufen, sondern ne zu empfangen, wie wir empfangen worden sind, — dem Eontite der Gemeinde Augsburg, der Stadt Augsbnrg und ihrem hohem Ratste, in dessen goldenem Saale wir tagen. Der ganze Schriftwechsel, welcher stattgefunden 1 hat, von jenen Tagen, als wir nach wiedergekehrtem Frieden des Vaterlandes daran denken durften, in diesem Jahre das Werk wieder auszunehmen, welches im vorigen Jahre unterbrochen ward durch den hereinbrechcnden Krieg, — der ganze Schriftwechsel, der meist durch meine Hand gegangen ist, war so voll Herzlichkeit und Freundlichkeit, wie er nur überboten werden konnte durch die That des Empfangs, wie sie uns hier in Augsbnrg zu Tstcil geworden ist. Dian fühlte den Herzschlag der Genieinde, derjenigen Gemeinde, welche stolz darauf ist, eine Gemeinde de» Fortschritts, eine ' Gemeinde des aust'ttebenden Geistes, wie der aufstrebenden Zahl zu sein, glücklich dadurch, daß sie in vollständiger Jugendkraft sich befindet — vor einem Menschenalter von so geringer Zahl, daß sie den Namen einer Gemeinde noch kaum verdiente, heute eine blühende, eine große, eine Gemeinde, welche dadurch glücklich ist, daß sie sich glücklich schätzt, die Synode bei sich zu haben. Solcher Gemeinde wünschen wir Glück, obwohl sie des Glückwunsches kauni noch bedarf. Eine solche Gemeinde ist glücklich, nicht bloß in ihrem eigenen Bewußtsein, sondern in ihrem eigenen Sein. Und diese Gemeinde, , das ist wohl begreiflich, findet sich behaglich, stenndlich vereint niit der Stadt, in welcher sie lebt: sie erfreut sich innigen Zusammenleben', sie erfreut sich hoben Wohlwollend von der ganzen Gemeinde der Stadt, von den hohen Behörden. Zeugniß dafür der Raum in welchem wir tagen. Wir begrüßen auch dieses Ereigniß freudigen Herzens. Wir sagen aus voller und warmer Seele Dank dem hohen Rathe, daß er diese Stätte uns für unsere Berathuugen bereitet hat. (Brav!) Wir Glaubensgenossen, wir Juden, sind immer stolz darauf, in den Rathhäusern unsrer Mitbürger im Vaterland zu sitzen, zu wissen, daß keine Scheidung von Geist zu Geist stattfiudet, zu wisir», daß unsere geistigen Gaben, so viel die Vorsehung den Einzelnen i verleiht, ungetrennt bleiben an allen grünen Tischen, daß, wo die Hoffnung auf Verbefferung stattfindet, man auch die Gaben des Geistes aus unserer Mitte fordert. Wir sind froh, sage ick, in den Rathhäusern zu sitzen; wir dürfen das jetzt mit offenem Mmhx, besserem Gewissen noch, als je vorder in Deutschland sagen, denn wir haben in diesem Jahre gezeigt und zeigen zu können unS glücklich geschätzt, daß wir nicht bloß mit dem Rathe, sondern auch mit der That beim Vaterlande sind! (Bravo!) Die Brust manches jüdischen Soldaten ist durch die hohe Anerkennung des siegreichen QbcrhaupteS deutscher Nation mit dem' eisernen Kreuze geschmückt — ein Zeichen und Zengniß, daß den Enkeln der Makkabäer daS gleiche Herz für'S Vaterland schlägt wie dm Enkeln der Hermanne! (Bravo!) Die lange Zurückgedrängten und lange Zurückgestellten, sie haben eS ebenso verstanden, freudig und eilig mit voller ManneSkraft dem Rufe zu folgen: Vorwärts mit Gott für König und Vaterland! (Bravo!) Aber nicht bloS in den Rathhäusern, worin in

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