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Der israelitische Lehrer · 1871-07-19 · 29 (19.7.1871) · p. Seite 231

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
29 (19.7.1871)
Date
1871-07-19
Page
Seite 231 (sequence 7)
Language
German
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231 Mo^e» wenigstens so lange im elterlichen Hause verblieben Mit dieser Zeit begann dessen Lernfähigkeit, und so mag ihn die Prinzessin von jetzt an zu einer bessern Erziehung zu sich beschieden haben. Sie adoptirte ihn und gab ihm mit Anspielung aus seine wunderbare Errettung den egyptischen Namen Moüdsche (aus dem Wasser gerettet). woraus die Hebräer Mosche hebräisrrten. Zn dieser glücklichen Nachbildung dc» WorreS blieben wenigsten» Schall und Bedeutung. Diese» sind die Nachrichten der Bibel über Mosi» Zugend. In dessen bevorzugten Geistesgaben, wie in dem Genuß der besten Lehranstalten durch seine Adoption al» Prinz spricht sich der Plan der Vorsehung aus, di« in allen Anstalten den MoseS zu einem großen Werke bestimmt hatte. Er konnte Unterricht in der egyptischen WeiSbkit »nd tiefe Einsicht in ihr Staatslcben erlangen . und Egypten stand damals unter all:n Völkern ans der böcksten Eulturstufe. Al» königlicher Prinz gehörte er dem gelehrten Priesterordrn an. und dieser war im AUeinb-sttz aller damaligen Wissenschaften. Die Priester waren Naturkundige. Künstler, Aerzte, Lehrer. Sternkundige, Richter und Sänger. Zbre Magik war damals schon .bekannt. So lebte MoseS bis zu seinem 40 Lebensjahre, wo er am königlichen Hefe war und eine militärische Executivn als Anführer gegen Aethiopien unternommen batte. In seinem Gesolge batte er Störche uno Ibisse mitgenommen. um durch diese die Wüsten. die er durchzogen, von Schlangen und Ungeziefer zu säubern. Zn Anthiopien nahm er Saba oder Meroc ein Hier sah ihn die äthiopische Prinzessin Tbarbi», trug ibm ihr Herz an. und mit dem Besitz de» feindlichen Lande» setzte er sich' gleichzeitig in den Besitz der Prinzessin Tbarbi» und kehrte' mit dieser nach Egvpten zurück. Wenn wir vym natürlichen Standpunkte der Sache au»gehen wollen — und warum bars sich die Vorsehung nickt auch natürlicher Ursachen zu ihren wundervoller Plänen bedienen? — bemerken wir im Auszug aus Egypten, daß Moses tiefe Wissenschaft in der Tactik und reiche strategische Erfahrungen entwickelt. di, ihn zu einem tüchtigen Hrrrsührer stempeln ,und beweisen, daß er Kriegsdienste gethan. Er läßt dir Zsrarlite» Colonrenweis marschieren, schlägt künstliche Lager, hält Heeresschau, und läßts an keiner Anstalt fehlen, die zu einer vernünftigen HeereSführung nothwendig war. Nun lebt MoseS wieder am königlichen Hofe. Mitten in dem Hofgeiümmel. fern von seinen Brüdern, hing sein Herz an seinem gedrückten Volke, und er erklärte sich öffentlich für eilten Vertheidiger der gedrückten Hebräer, und erschlug einen egyptischen Frohnvogr, der einen seiner Landsleute mißhandelt, auf der Stelle. Die That ward ruckbar, und aus Furcht vor seinem eigenen Leben, da ihm der König Orue, welcher 2439 als Pharao regierte, nack oem Leben strebte, floh er außer Lande» nach der arabischen Wüste, nach Midian, machte durch göttliche Fügung die Bekanntschaft des Midianitischen EmirS »Jethro, und beirathete zuletzt die Tochter desselben, Namen» Zippora. Den Plan im Herzen, durch unmittelbare göttlich« Inspiration bervorgerufen, wurde er hier zum Erretter inner unterjochten Nation berufen, um sein Volk nach Palästina zu führen. Zur Legitimation seiner göttlicken Sendung verricktet er Wunder, die den egyptischen Hof und alle Weisen in Erstaunen setzten und sein Volk gläubig machten. Al» ein Greis vo» 80-Jahrezi brachte er seinen großen Plan zur Ausführung. Zm Jabre 2515, nack vorausgegangene» 10 Landplagen, führte er sein Volk au» Egypten mitten durck den arabischen Meerbusen, trocknen Fuße», während aber die nachseyenden Egypter durch göttlich« Fügung sämmtlich .ihren Tod fanden. Drei Monate nach dem Auszug aus Egypten mackt Mose» die Hauptsumme seiner göttlichen Geseye am Sinai bekannt, und 38 Jahre nachher stirbt er an der Grenze von Palästina in seinem 120. Zakr«. Ruhmvoll war sein Leben, dornig dessen Pfade, aber withig in Gott volliührte er, was Menschen vor und nack ihm unmöglich war. ' Wie reich, lieber Lehrer! ist in Moses Biographie die Fundgrube, aus der Dit dem leicht empfänglichen Kiudeöherzen die Eigenschaften Gottes und die Pfli.h» len des Menschen ableiten und sie im Gewende der Erzählung bei der gespannten Aufmerksamkeit des Kindes seinem Perstande ansckaulicker und seinem Gedächtnisse bleibender machen kannst. Zn dieser Richtung verfolgst Du die weiteren Lebensbilder in de» biblischen Geschichte, wie unS auch der Talmud für die Agava und Midraschim ein reiches Feld bieten. So wird der Religionsunterricht ein lebendiger, im Kinde frühzeitig der Keim wahrer Religiösitäz entwickelt, die in seinem männlichen Alter al» kräftiger, sestwurzelnder Baum vor dem wuchernden Unkraut der Thoraveracktung schützt, und in dem wir unsere - Jugend zu edlen Menschen, braven Bürgern, cifrigea Patrioten und frommen Israeliten heranbtkden, bethä» tigen wir den Schriftausspruch: -.it.i -iiai in ji3Ji oDncy pi„ »Wahrlich! diese große Nation ist weise und einsichtsvoll." Deuteronomium 4, 8.' V

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