Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 27 (5.7.1871)
- Date
- 1871-07-05
- Page
- Seite 215 (sequence 7)
- Language
- German
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— 215 nach e'nem alten Gesetze deö Ministe»S Hassenpflug gänzlich davon ausgeschlossen sind." WaS ich bei dieser (rröffnung empfand — kann jeder unparteiische Leser sich wohl denken. Ich frage, sind das die Er-! rungenschaften unserer aufgeklärten Jahrhunderts, der Kunst und Wissenschaft? — Lind das die Früchte der gesetzlich ausgesprochenen Emancipation? — Haben nur deßbalb unsere Glaubensgenossen ihr Blut > verspritzt im ruhmreichen Kampfe für daS Vaterland? > — Sollte wirklick noch ein solches Gesetz aus den selig entschasene» alten (mittelalterlichen) Zeiten existiren, so wäre es wirklich an der H'it durch Wort und Schriik darauf hinzuwirken, da« dieser alte Zopf beschnitten. die Menschenrechte geachtet und diese rosigen Extraoacanzen aufhörten. sollte nicht ein wohllöbl. iSrael. Vorsteberaml zu Easiel sich veranlaßt fühlen, die Initiative zu ergreifen und durch eine Eingabe an die bobe Behörde diesem fchäudlichen „Krebsschaden unserer Zeit" abzuhelfen suchen? Der Dank aller hessischen. resp. deutschen Zehrer, wäre ihm, gewiß ES ist aus diesem Grunde umsomehr Pflicht, dem inS Leben zu rufenden „Lebrervereine" beizutreten, der eö sich sicher zur heiligen Aufgabe machen wird, durch denselben, wie bisher durch den..israelitischen Lehrer." zum Nutzen und Frommen der deutschen iSrael. Lehrerwelt zu wirken. Also, „meine geebrlenE»liegen', herbei! Lasset euch nicht leiten von momentanen Londeriuteressen, sondern: Prüfet und erwäget und daS Beste behaltet! Joseph Oppenheim er. Lehrer in Rodenburg. Literarisches. Die Schrift des Lebens ,'c. von Dr. Lev p old Stein rc. TV und U. Lieferung. Mannheim, I. Schneider 1871. Nach langer Unterbrechung liegt uns wieder eine Fortsetzung dieses geistreichen Werkes vor, geistreich, auch wo wir nicht mit. dem geehrten Verfasser übereinstimmen. Di se abweichende» Anschauungen beziehen sich indeß weniger auf die gro zen Resultate, als deren Begründung welche oft mehr agadifck. als ernst wissenschaftlich ist. Rur in Einzelnem weichen wir auch in Betreff der Anschauungen ad. S. 300 sind die Assvrer zu v n Ehamiten gezählt, während sie zu den Semiten gehören. Die Bölkenafel der Genesis (E. 10), welche wahrscheinlich dem Verfasser vorgeschwebt, ist für die Ethnographie nicht unbedingt maßgebend. Ebenso wenig läßt sich daraus die Erstgeburt und die bevorzugte Stellung Iaphet's begründen, woran der Verfasser (S. 304), reilich ohne auf die Bölkertat'el hinzuweisen, spricht. Di« Bibel bat für die Rangordnung der Völker und ihrer Stammväter an jener Stelle andere Gründe. , Wir stimmen auch darin n'cht überein, daß die Bibel in der That Jakob als einen Betrüger hinstellt (5. 305), obwohl sie nirgends die sittlichen Schwächen ihrer Größen verschweigt. ES ist dies nur Ansicht Esau'S. Die Handlungen sakob'S 'lasten sich sehr wohl vom sittlich;» Standpunkte rechtfertigen. Auch^ wenn die Handlungen Jakobs „klug" waren, so wer» den sie darum doch mit Unrecht „schlau" genannt. Die innere Einheit der Religion und des Staats führt in der Art, wi; ste der Verfasser auSjpricht (S. 312), leicht zur principie leu Anerkennung des hierarchischen Kirchenstaats. Ma > spricht deßhalb besser von ver Einheit der Religion und deS Lebens. Die Darstellung deö Messias mls einer Sohnes David's ist bei den exilischen Propheten, und nur bei diesen sinoen wir sie so, nicht signalisch und unversönlicb (S. 321) gemeint. Man dachte damals wohl an eine tvirkliche Restauration der Davidischen Dvnastie. DaS zd2 in der talmntischen Auffassung des Messianismus streift wohl nicht an die christli.be Erbsünde und ErlösungSbedürftigkeit der Menschheit (5. 328). sondern erklärt, die Entwickelung der Zustände zum Bessern aus pessimistischer Anschauung, wie das '.>«2: P2 aus optimistischer. r|Di’ p rnro steht nicht im Zusammenhang mit dem christlichen Messias (S 3311, der im Talmud (an \U5) X'P’iP p, wahrscheinlich uh gleich «pcj .uu, genannt. Die Annahme von zwei Messia» p und «ZV" p ist aus dem schon früh auftretrndrn RivaliSmuS der zwei nach der Obherrschaft strebenden Stämmen Jehuda und Joseph zu erklären, zumal das Reich Israel (Joseph, Ephraim) damals wohl noch nicht spurlos verschwunden war und an dessen Restauration ebenso gut gedacht wurde, wie an die Jehuda's. Es kommt daher auch die Benennung mw p für in und onsx p für -p" vor. Das Heit gibt den Schluß der „Auferstehung", „die Geschichte des Got reichS" und handelt vom „Messias" und enthält »viederum reiche Beziehungen zu den auch ins Ehristenthum übergegangenen Lehren gleichen Inhalts. 0r. R v'aa-' 1» Hebräische Klänge, O.iginal - Poesien und Uebersetzungen von rstatd a n Z am ue l i, berauSgegeben von Michael Wolf. Lemberg 1868. Die Vorrede ist sehr bescheiden, die Sprache gewandt-und verständlich. An poenschen Joeen ist die Sammlung nicht reich, und doch noch mehr in der allgemeinen Anlage, als fpeciellen Ausführung. Daher erklärt sich die oft auffällige Breite. Indeß verdient der Dichte» sowohl Anerkennung als Aufmunterung. Wenn es daran fehlt, um denselben nach so langer Zeit zur Herausgabe einer weitern Sammlung zu veranlassen, so geben rvir sie ihm grn. IO r. R.