Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 27 (5.7.1871)
- Date
- 1871-07-05
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr Jisraclitisrhc Mm Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Judenlhums und insbesondere des israelitischen Lehrer ft andes. Organ für den Verein „Achnwa. " Jfä 27. Den S. Zult 1871.' 11. Jahrgang. WSchentlich 1 Smrm« viert,ljäbrlich«r »bonnnnentSpreir 40 fr. 11',2 Egr. Anzeigen ju 1 Egr. die Pelilzeile Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Mnjer alles Testament. Unter dieser Ueberschrist enlhäll die „allgemeine deutsche Lebrerzeitung" in Nr. einen Artikel, den wir zur besseren Beurtheilung hier folgen lassen. Wir fanden unö veranlaßt, zu antlrorten, obwohl dieser Artikel eine so ausführliche Antwort wohl nicht verdiente. Aber bei der unS spärlich zugemessenen Zeit konnte die Antwort erst etwas spät erfolgen. Mittlerweile war nne ein Anderer zuvorgklowmen, dessen Arbeit in Nr. 26 der genannten Zeitung ausgenommen worden ist, die wir z. Z. noch nicht besitzen. Wir danken dem geehrten, uns bis jetzt neck unbekannten Vertheidiger einer Sacke, die uns vohl nicht persönlich, sondern eigentlich nur dos Zudentbum — und in der von Hin. Rothenburg beliedten Weise reckt eigentlich auck^ dies nicht berührt. Aber mein Name wurde genannt und ich war der intellektuelle Urheber des CtrkiteS. Der Artikel des Hrn. Rothenburg wird nur bedeutend durch das Organ, in welchem er steht. Herr Direktor Dr. Berlhelt hat bei der Rücksendung meiner Entgegnung sein Bedauern ousgelpirchen, die Arbeit deS Herrn Rotbenlurg ousg-rrnwen zu hoben, weil sie so viel Arsieß erregt. Wir werden uns nickt anmoßen, die Redeelion der oll gen einen deutschen Lehrerzeitung über das ausklären zu wollen, was ihre redocticnelle Aufgabe ist. Aber uns scheint es doch, alS liege es nicht in der Tendenz der genannten Zeitschrift, solchen Arbeiten, wie die der Herren Herold und Rothenburg anszunehmen. Was heißt doch eigentlich „allgemeine?" — Tie allgemeine, deutsche Lehrerzeitung vertritt ihrem Nomen nach den gesäumten deutschen Lehrerstond, sie ist taS Organ der allgemeinen deutf ck^n L ehrer v ersommluvg. Cie kennt weder | Protestanten, noch Katholiken oder Zuden. Da ist eS " selbstverständlich, daß alles Confessionelle, Dilles eine speeielle Parteifärbung in religiösen Dingen Tragende! fern bleiben muß. Wie diese Versammlung, so ist jene | Zeiiun» — oder sollte wohl sein — der Ausdruck der Ge- | sammtüderzeugung in pädagogischen Fragen, in Anl schauungen über Schulsachen und Lehrerstellung. Wohl s muß es dem Redakteur unbenommen bleiben, seine! eigene, persönliche Ueberzeugung in religiösen und anj deren Dingen auSzusprechcn — wie in jener Versammlung, so auch in dieser Zeitung. Aber diese Ansick- . ten dann als die allein maßgebende, »allgemein deutsche" ausgieben wallen, ist unthunlich. — Es ist lächerlich, wenn wir zuweilen vom bohen Cotburn herab solche absprechende, confessionell christlich» Urtheile lesen; und eS beweist dies leider sehr deutlich, daß das i Ehristentbum auch heute noch ausschließlich, exclusiv im höchsten Grade ist, so sehr es sich auch; den Anschein gibt, universell scheinen zu wollen. Und dann: welckeS Ehristentbum vertreten denn die Heeren, welche von Zeit zu Zeit die „allgemeine! deutsche Lehrerzeitung" und andere freisinnigepätogogische i Zeitsck riften mit ihrem Christenthum unsicher macken? ES ist besonders jene phantastische christliche \ Richtung, die in der Pädagogik insbesondere durch; Dr. Karl Eckmidt ihren Ausdruck fand, ein rational , sein sollendes Phrasenchristenibum, daS der Dogmen ' de» Kirchenthums sich schämt und darum die „Humanität" als etwas ausschließlich Christliches darstellen möchte, welches sich hier gerne breit macht. Wie? Hat das Christenthum durch seine Thaten bewiesen, daß eS die , Humanität ist? Haben seine Bekenner olle-eit human : gehandelt gegen die verschiedenen Richtungen in der } eigenen Kirche oder die Glieder anderer GlaubenSbekennt- > nisie? Nein, Ehristenthum ist theoretisch und faktisch j noch lange nickt gleichbedeutend mit Humanbät. Und! wenn Euerm Christenthum von den kirchlichen Auiori-