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Der israelitische Lehrer · 1871-06-21 · 25 (21.6.1871) · p. Seite 195

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
25 (21.6.1871)
Date
1871-06-21
Page
Seite 195 (sequence 3)
Language
German
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— 195 — beschäftigt und eine Petition an den Landtag abgefatzt, dir di« Erhaltung derjenigen 88 de« geaannten GefitzrS, auf Grund welcher dir Organisation der Gemeinde« auSgeführt ist, so lang« fordert, bis entsprechendere legislaj-rische Bestimmungen an bereu Stelle j getreten find, damit nicht di« Gemeinden in das Chao»! zurücksallen, und Religionsschule und Synagoge und die übrigen Institutionenohne welche «ine jüdische Gemeind« nicht wohl denkbar ist, in ihrer Existenz zum allgemeinen Nachtheile bedroht, ja deren fernere Erhaltung unmöglich gemacht «erde. Es wurde beschlossen, den Vorstand der Gemeinde Münster zu ersuche», für diese Petition, vautatio mutandis sich die Unterschriften der Gemeindm beider Provinzen zu verschaffe», um damit im geeignete» Falle bei Eröffnung d«S Landtages vorgehe« zu könnm. Dieses Vorgehen ist aber um so nvthwendlger, als nicht bloS Pinner, sondern auch die Orthodoxen in Sonderbündeleim fortwährend für Beseitigung der in Rede stehenden 88 dieses Gesetzes agitiren. Damit aber die einzelner Abgeordneten eine klare Einsicht in die Sache gewinnen, soll der Petition «ine Denkschrift beigegeben «erden, deren Abfassung Herr Dr. Philippson, — der die Eonferenz während der ganzen Dauer ihrer Sitzung mit seiner Anwesenheit ehrte und war« sich an den Debattm betheiligte, — und Lehrer Blumenfeld in Esten übernahmm und «erdm Alle ersucht, die etwa dahin gehöriges Material besitzen, es einem der genannten Herren zukommen zu lasten. Auch versprach Herr Dr. Philippson bereitwilligst, die weitere Vertretung dieser Sache in »er Presse zu übernehmm. Zn gleicher Weise wurde beschlossen, um die gesetzliche Regelung der Stellung der jüdischen Schule im Staat« vorzugehen, die. solange in Preußen di« Schvlm ConfesflonSschulen sind, auf Gleichstellung mit den christlichen Schulen Anspruch zu erheben das volle Recht hat. Zu diesem Zwecke soll die frühere Petition und Denkschrift mutati» mutandis dem Landtage bei seinem nächsten Zusammentritt eingereicht werden. Da aber die Eonferenz als solche nicht petitioniren kann, so werdm hiermit die College» ersucht, ihre Unterschrift zu genannten Schriftstücken dem Herrn Blume- «au in Bielefeld zukommen zu lasten und etwaiges statistisches Material über die Schule beifügen zu wollen. Hiermit war die Tagesordnung erledigt. Als Versammlungsort für die nächste Eonferenz wurde Neuß gewählt, da der Vorstand der Gemeinde durch Lehrer Berger die Eonferenz hierzu hatte einladm last«. Auf die Tagesordnung für die nächste Eonferenz wurde gesetzt: I. Der Lehrplan, mit besonderer Berücksichtigung der Beschäftigung verschiedener Elasten- Ref. Leiser, Eorref. Treu. II. Wie bildet sich der jüd. Lehrer am beftm zur Abhaltung religiöser Vorträge au»? Ref. Alsbach. Hl. Wie ist der Synagogengesang bester zu pflegen? Ref. Blummau. Nun wurde zu de« freien Besprechungen übergegangen. Der erste Gegenstaud war «ine inter« Angelegenheit zwischen eine« Lehrer uud seiner Gemeinde. Der Vorstand wurde autorisirt, zunächst mit dem Vorstände der Gemeinde in Verbiegung zu trete», um einen für beide Theile ehrenden Ausgleich zu Stande zu bringen; fall» dieser aber nicht gelingen sollte, eine Erklärung nnd Aufforderung mit der Unterschrift aller Anwesenden zu veröffentlichen, dahingehend, daß kein braver College bei etwaiger Ausschreibung der Vacanz dieser Stelle um dieselbe sich bewerbe. In Betreff des zweiten Gegenstandes: Ist die Bibel den ältern und fortgeschrittenen Schülern in einer Uebersetzung ganz in die Hand zu geben? — wurde auf die früheren ausführlichen Verhandlungen über dieses Thema Bezug genommen und die Frage au» den dort erörterten Gründen verneint. — Leeser's HülfSbüchlei« für den eyften Unterricht im Uebersetzen deS Pentateuchs war Gegenstand der Verhandlungen der vorjährigen Eonferenz gewesen. Blumenau legte einen Probebogen deS WerkchenS vor und forderte die Anwesenden auf, sich Probeexemplare kommen zu lasten, waS sie auch zu thun versprachen, ferner wurde von demselben ein Schreiben des Herrn Rosmberg in Elberfeld, begleitet von einem Prospekt eines demnächst erscheinenden Werke» de» berühmten Cantor Deutsch zu Breslau, den Synagogengesang betreffend, zur Kenntnißnahme der Eonferenz dorgelegt. Nachdem hierauf de« Präses für seine unparteiische mühevolle Leitung der Verhandlungen der Dank der Versammlung ausgesprochen, schloß derselbe mit einem kurzen Resum« und dem Wunsche: Auf recht zahlreiche« Wiedersehen im nächsten Jahre in Neuß! die diesjährig« Eonferenz. Herr Robert Goldschmidt, Präses de» Vorstandes der jüd. Gemeinde zu Bonn, welcher die Conferenz ununterbroche« mit seiner Gegenwart beehrte, lud nun Namen» des Vorstände» für den Abend die Mitglieder der Eonferenz zu einer Bowl« im Klei'schen Garten, welcher in unmitttelbarer Näh« de» Arndt- DenkmalS auf dem alten Zoll liegt, ein. Hier fand man sich traulich zusammen; auch mehrere Mitglieder der jüdische« Gemeinde Bona waren anwesend. Unter Trinksprüchen auf Kaiser und Reich, aus das tapfere Heer, unfern Moltke (Blumenau) besten Offiziere (die Mitglieder de» Vorstands) und Soldaten (Conferenzmitglieder) sowie a f den au» Gesundheitsrücksichten abwesende» Herrn Dr. Philippson und die i»r. Gemeinde Bonn, verbunden mit launigen Vorträgen verschiedener Art liefen schnell die ohnehin kurzen Stunden des Abmd» dahin und bald mahnte die vorgeschrittene Zeit,

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