Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 24 (14.6.1871)
- Date
- 1871-06-14
- Page
- Seite 191 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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191 gekommen sei, und daß der Vorwurf gegen den Staat: — daß er das Judenchum nickt beachte. — in noch viel höherem Matze die Juden selbst treffe. Redner hat - tritt Hoffnung auf einen Erfolg des Wortes bei den Juden auf das Msste hevabzestimmt, da der ersten leichten Erregung bei ihnen die Thal nicht folge. Trotzdem bittet er den seitherigen Ausschuß, deffen Energie er vollständig anerkennt, in seinem Streben fortjufahren. Herr ttulp aus Insterburg erklärt die seitherige Theiluahmlosigkcit der Gemeinden daraus, daß die wenigsten Gemeindemitglieder Kenntniß von den an die Gemeinden ergangenen Zuschriften erhalten hätten, letztere vielmchr in den Händen Einzelner liegen geblieben seien, und räth zur Verallgemeinerung der Agitation die Bildung von Zweigvereinen an. (Schluß folgt.) Anmeldungen zur israelitischen Synode in AugSbnrg. Gemeinde Dresden: Herr Advocat Lehmann. Herr Rabbiner Wittelshöf er in Floß (Bayern). Gemeinde Eddingen in Bayern: Herr Leopold F lesch, Vorstand. Herr Lehrer W. Oberineier' daselbst. Gemeinde Caffel (Heffen). * > 11 Herr Dr. Dreifuß, Landrabbiner in Meiningen. Wochenbericht. Ingelheim, 9. Juni. Zum .allgemeinen deutschiSraelitischen Lehrerverein" haben sich ferner angemeldet: A. HeidingSfeld in Gernsbach, H. Moses in Grohnde a. d. Weler, Werthan in Frankenau, S ervoS iir Werl, Mandel in Lippstadt, Wolf,sdorf in Erwitte. Ingelheim, 6. Juni.. Wir haben verschiedene Programme für iSrael. Schulen in diesem Jahre unberücksichtigt gelassen, weil sie kein Mommt, das der besonderen Beachtung werth war, boten und zu jener Zeit gerade unser Raum sehr in Anspruch genommen war. Nur einige neuere Prospekte und Berichte dürfen wir *1 Vertreter noch nicht genannt. nicht unberücksichtigt lassen. Da ist vor Allen der Bericht des Israelitischen Bliaden-JastitutS in Wien. Dieses Institut, hervorgegangen aus der Initiative des Dichters Ludw. Aug. Frankl, das einzige seiner Art in der Welt, hat von vornherein so viele Gönner und Mäcene gefunden, daß eS in wahrhaft imposanter Wis« ins Leben treten kann. Dw Verein besaß am 18. März 1871 28.000 fl. Silber- und 8.>.000 fl. Papterrente nebst einem Baarsaldo von 485 fl. 51 kr. ö. W. ZugestchertAwaren ferner 8820 fl. Da» Jahreseinkommen des Verein» beträgt mit Inbegriff der Zinsen und mit den bis nun zugesicherten Jahresbeiträgen 8000 fl. ö W. jährlich. Dazu von Herrn Jona», Freiherr v. Königöwarter HauS, Garten und Einrichtung für 50 Blinde. ES kann da» Institut schon jetzt 20 nichtzahlende Pfleglinge ausnehmen. Segen dem Werke und seinen Gründern! — Der 4 Bericht der Mendelssohn-Stiftung zu Leipzig, (sür die Jahre 1869 und 1870) gibt Zeugniß von dem regen Sweben des wohlthätigen Vereins. Die festen FondS betragen circa 3000 Thlr. Ti« Jahreseinnahme etwa 1700 Thlr. Hievon wurden Stipendien bestritten 1104 Thlr. 14 Sgr. 1 Ps. und an einmaligen Unterstützungen 405 Thlr. 6 Sgr. 7 Ps. vertheilt. Eigenthümlich berührte «S uns nur, auch hier unter den Stipendiaten Studirende aller Art — aber nicht einen Lehrer ober LehramtSadsptranten zu finden; während unter den einmalig Unterstützte» mehrere Nabbinen, viele Talmudgelehrte und Cantoren und nur einige Lehrer genannt werden. ES ist eben die alte Geschichte : Die Lehrer sind gekommen, als die Welt schon vertheilt war. — Der Belicht über die Jakobson Schule z Seesen a. Harz sür die Zeit von Michaeli» 1867 bis Ostern 1871 enthält 1, eine gelehrt« Abhandlung: Inhalt des BeowulfliedeS; 2, zur Geschichte der Anstalt. Die ln diese Periode fallende hundertjährige Geburtstagsfeier Israel Jäcobson'S wurde in einer besondere« Schrift besprochen, die wir auch in diesen Blättern erwähnten. Die Anstalt wird jetzt von 175 Schülern — 89 Alumnen und 66 Stadtschülern — besucht, von welchen 68 derchristlichen Consession angehören. Der Lehrplan der Anstalt weist nach, daß die Schule 6 Stufenklassen von je einjährigem Cursn» Dauer zählt. In die unterste Klasse können Schüler nach zurückgelegtem 9. Jahre eintreten. — Schließlich erwähnen wir noch den ^zweiten Jahres Bericht* des Vereins deutscher Lehrrriunen und Erzieherinnen, worüber wir erst jüngst einen Artikel brachten. Der Bericht zeichnet die gesegnete Thätigkeit des Verein». GröHiuge» In der Nacht vom 29. auf den 30. Mai brach in CarlSruhe in der Nähe der Sy- - naaoge eia Brand au», der so schnell um sich griff, daß nach einer Stunde anch die Synagoge mit dein