Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 16 (19.4.1871)
- Date
- 1871-04-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Zsrselrüskke Iekrer. Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Judenthums und insbesondere, des israelitischen Lehrer standen Orgau für den Verein „Achawa.' M 16. Den io. Aprtl 1871. 11. Jahrgang. Wöchmtlich 1 Stummer vierteljährlicher LbonnementSureiS 40 kr. — 111/2 Sgr. Snzrigen ju 1 Sgr. di« Petit,eile Beficllungen nehmen alle Postämter imb Luchhandlungen an. Antrag und Motive von Atumenau. Nach- und Beitrag zu den Referaten zur 2. israelitischen Synode. , Die Synode trolle beschließen: 1. „mit der in Gründung begriffenen „Hochschule für die Wissenschaft des JudenthumS" ein „Seminar" zur Ausbildung von Religionslehrern zu verbinden 2. „eine Commission zu ernennen ,. um den erforderlichen Organisation-plan auszuarbeiten." Motive: 1. Das Bedürfniß eines gediegenen Religionsunterrichts und in Folge deffen die Nothwendigkeit tüchtiger Bildungsanstalten für Religionslehrer ist allseitig anerkannt und hat auch in den Beschlüssen der ersten Synode (H. 1. 2 und 6 der in Bezug auf dm Religionsunterricht angenommenen Resoluttonen, pag. 108 ff. des stenogr. Bericht» —) einen adäquaten Ausdruck gefunden. 2. Durch die Errichtung der „Hochschule für di« Wiffmschast de» JudenthumS" wird diesem Bedürfniß nicht abgeholfrn; dmn wenn diese der Wiffmschast ewidmete Anstalt auch als einen Nebenzweck die AuSildung von Rabbinm und Predigem inS Auge faßt, so ist doch damit nicht der ungeheuren Mehrzahl derjmigen Gemeinden geholfen, die nicht einen Rabbiner oder Prediger anstellm können, wohl aber eine ordentliche Religionsschule habm wollen und müfleu. 3. Die erste Synode hat, indem ste da» „Bedürsntß eigener Bildungsanstalten für Religionslehrer erkannt und die Vermehrung der vorhandmen lebhaft wünscht," zugleich die großm Schwierigkeiten hervorgehobm, mtt welchm die Herstellung, einer gmügmdm Anzahl solcher Seminarim verknüpft ist. E» ist zu sürchtm, daß, wma . nicht jetzt, bei Gelegmheit ter Errichtung der „Hochschule," gleichzeitig mit der Gründung eines „Seminars" vorgegangen wird, die Schwierigkeiten sich mehren werden und diese hochwichtige Angelegenheit wieder in gar weite Feme gerückt werdm wird. 4. Für dm Religionslehrer des JudenthumS in der Gegenwart und Zukunft ist aber eine mehr wissenschaftliche Ausbildung durchaus erforderlich, besonder» wenn man bedenkt, daß 1) „unsere Schulmänner mit weiser Umsicht die Resultate der Wissenschaft nicht ignoriren sollen" und 2) dieselben sich befähigen müffm, an den höheren Lehranstalten, wie es ja allseitig erstrebt werden soll, einen höheren Religionsunterricht ertheilen zu können (§ 2 und 5 I. c.) 5. An die wenigen zur Zeit bestehenden jüdischen Seminare kann man diese wiffenschaftlichm Anforderungen nicht stellen, indem die von ihnen erstrebte GesammtauSbildung de» Lehrer» für dm Elementar-Unterricht der Volksschule, in Methodik und Pädagogik, meisten» auch noch in der Musik und ftemden Sprachen — in dem, der Regel nach, dreijährigm Cursu», bei gewöhnlich sehr mangelhafter Vorbildung der Präparanden — nicht gestattet,.selbst wenn die erforderlichen Lehrkräfte und Lehrmitel vorhanden wären, der jüdisch-wiffmschaftlichen Ausbildung mehr als einen geringen Bruchtheil von Zeit und Kräften zuzuwendm. Such die Anstellung von jüdischen Lehrern an den hestehenden nichtjüdischm Seminarim, wie 8 6 der mehrfach citirten Resoluttonm präsumirt, könnt«, abgesehen davon, daß die AuSsührung auf unüberwindliche Hindernisse stoßen würde, aus obm angeführten Gründen dem Bedürfniffe keineswegs abhelfen. . 6. E» erscheint daher nicht» natürlicher, all eine BildungSanstaft für jüdische ReligionSlehrer mtt der »Hochschule" zu verbinden, und zwar «ürdm auch die fpeciellm Interessen dieser selbst dadurch gefördert wer-