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Der israelitische Lehrer · 1871-04-12 · 15 (12.4.1871) · p. Seite 115

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
15 (12.4.1871)
Date
1871-04-12
Page
Seite 115 (sequence 3)
Language
German
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— 115 — len micltc- Gute im Einzelnen mitzutheilcn. Bald, wir hoffen cs, werden sic dich durch unsere herauszugebenden Berichte vernchmen. Genügen wird es Ihnen, zu wissen, daß diese Anstalten in ihrer regelmäßigeir Entwicklung fortbcftchen, um sofort die Nothwendigkeit zu fühlen, auch ferner denselben Ihre Unterstützung und Hülfe zu leisten! Unterrichten und bilden (civilisircn). das ist unser Gesetz; es ist keinem Zufall der Ereignisse unterworfen, es ist unabänderlich; cs zu üben, gereicht unserer Religion zur Ehre und es'ist eben der Nutzen der „Allianz", alle tträste des Jndeutlmms zu einen, jener altehrwürdigen Gemeinsamkeit gemäß, die unser Wahlspnich ausdrückt: nra rn o-a-iy ^nir’ td. Empfangen Sie. Herr Präsident, die Versichening unserer herzlichen Hochachtung. Kür den Central-Ausschuß: der Secretariatsverweser Isidor Loeb. Nachbemerkung der Redaction. Wir erhielten obiges Rundschreiben in französischer Sprache, und wir bnngcn die Ucbersetzung hierdurch zur Kenntniß der Interessenten. Sobald die Verhältnisse in Frankreich sich consolidirt haben, werden wir mit der alten Hingebung und mit neuer Kraft an s Werk gehen, und wir sind überzeugt, daß Jeder an seiner Stelle das Gleiche thun wird. Gebe Gott, daß solche Unterbrechungen, wie die jüngste, nimmermehr Vorkommen. Wir erwarten, recht bald den Mitgliedern der „Allianz" auch das rückständige Bulletin (l. Semester 1870) in deutscher Sprache nachlicsern zu können, was schon um der Continuität willen unbedingt nöthig sein dürfte. Wir erlauben rurs bei dieser Gelegenheit nun. noch eine Bitte an die vcrehrlichcn Redactionen jüdischer Zeitungen, die mit uns in der Förderung der „Allianz" wetteifern, gleichviel auch, welcher Richtung sie angehören: Es ist uns nicht unbekannt, daß in vielen Beziehungen berechtigte und eingehende Veränderungen in der Organisation der. deutschen Comitös und Subcomit6s gewünscht werden. Wenn wir die Besprechung hierüber leidenschaftslos eröffnen und im Geiste der „Allianz" — ohne Berücksichtigung wie ohne Erwähnung der verschiedenen religiösen Richtungen — fortführcn, so werden wir unser« Zweck sicher erreichen. Setzen wir allerseits und überall Parteilosigkeit und Jnteresie an der heiligen Cache unbedingt voraus. Aber noch mehr halten wir es für heilige Pflicht, nirgends diePolitik zu berühren und insbesondere die Ereignisse der vergangenen Monde immer und überall unbedingt nicht mehr in die betrefsendeDiscussion hinein zu ziehen. intern. Unsere College« in der Journalistik werden uns nicht mißverstehen und mit uns erkennen, warunr uns schon setzt das Zartgefühl met,r zu sagen verbietet. Halten wir uns überall das geeinigte Israel vor Augen, das hier weder politische Grenzen noch religiöse Richtungen kennt und das nur die Culttw zu befördern hat, die Siegerin bleibt, wenn sic weder Sieger noch Besiegte kennt. K l. _ Hleferate öfter die der e.sten israelitischen Synode zu Leipzig überreichten Auttäge. (Berlin. Louis Gcrschcl 1871.) (Fcrlsetzung.) Tie Unzulässigkeit eines religiös lebenden Trauzeugen ist mit Recht von Allen verneint worden. Nur der spätere rabbinische Rigorismus und die Verwechselung äußerlichen Ceremouiels' mit innerlicher Religiosität hat zu einer solchen Frage Veranlassung gegeben. Es komnit biezri. daß die Zeugen hier bei der Sache nicht interessier sind und ihre Glaubwürdigkeit somft durch Nichts angetastet ist. Tie niuthlose Trthodorie möchte ftcilich die Frage nickt berührt traben und unentt'chieden lassen. Die Jdeutitäbserklärung wiedcrgetundener Personen Behufs Wiederverheirathung können wir ftcilich eher den Gerichten zugestehen, als die Persckolle nheitserklärung. Jndeß sind auch da Täuschungen möglich und eine Nachprüfung unserseits ist weder' überstüssig noch erlählich. Unbedingtes Perttanen möchten wir nicht den Gerichten schenken; am wenigsten bei den Verschollenhettserklärungen. Tie Erftillung derFonnalien genügt da gewöhnlich, nnd doch wissen wir aus jüngster Erfahrung, daß sie nickt immer zum Ziele führen. Wft reden nicht blos von fernen, uncultivirten Ländern und Völkern. Beim Beginne des letzten Krieges kamen Personen in Frankreich zum Vorschein, welche in dem Kriege von >866 sich entfernt hatten und vermißt waren nnd darum als verschollen erklärt worden sind. Freilich sind dies Ausnahmcfälle, aber sie verdienen doch Berücksichtigung. Man niüßte daher ausdrücklich die Ehe austöien, nicht aber als durch Tod und Verschollenheitserklärung selbstredend als aufgelöst beftachten. Tenn in Wahrheit >>at der Gatte, welcher lebt und ferme bleibt, wie derjenige, welcher die Absicht hat, sich anderweitig zu verheirathen, die Ehe im Principe und in der That gebrochen. Hier mag eine eventtielle Zwangsscheidung vor der Wicderveryeirathung durch das Rabbinat ausgesprochen und das bezügliche Cercmoniel crgäurt werden.

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