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Der israelitische Lehrer · 1871-03-29 · 13 (29.3.1871) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
13 (29.3.1871)
Date
1871-03-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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er IsrMiÄrlle Iekrer. Wochenschrift für die allgemeinen A ngelegenheiten des Judenthums und insbesondere des isr relitischen Lehrer st andeA Organ für den Verein „Achawa." M 13. D.« a». Mär, 1871. 11. Jahrgang. Wöchentlich 1 Rümmer vierteljährlicher Abonnementspreis 40 kr. - nehmen alle Postämter und 11V» Sgr. Anzeigen zu 1 Sgr. di« Petitzeile Bestellungen Buchhandlungen an. Mit dieser Nummer schließt da» erste Quartal zur Post gefälligst alsbald erneuern z« «olle«. unserer Zeitschrift und bitten wir di« Abonnements Hteferate d« über die der e.steu israelitischest Synode za Leipzig überreichtest Anträge. ' (Berlin. Louis berschet 187f.*); ® tir Die Referate sind zwar für die Oeffentlicbkeit, aber wl nicht für die Kritik verfaßt, denn Manches ist gar au nicht motivirt, Andere» zur weitern Begründung für bei mündliche Verhandlungen Vorbehalten Aber dennoch fej haben wir ein. Recht, da» wissenschaftliche Verfahren ha zu beurtheilen. Die Abgabe von Entscheidungen der ohne Begründung ist nicht zu billigen, denn die Comnu Missionen sind verschiedenartig zusammengesetzt, um eine ein mehrseitige Beleuchtung de» Gegenstände» zu veranklä lasten. Manche der hier gebotenen Gutachten suchm Vc mit Absicht die juridisch-talmudische Begründung und Po laufen oft Gefahr, sich in die pilpulistische zu verun irren. Bei der entschieden zu Tage getragenen reforder matorischen Gesinnung hat ein solche» Verfahren fast Ir den Schein, — zeigen zu wollen, daß die Träger der un wissenschaftlichen Richtung und reformatorischen Be- Ar strebungen unserer Tage auch auf diesem Gebiete im stark find, wie die Rabbiner der Vorzeit. Aber die die geforderten Gutachten hatten nicht den Zweck, geistige die Turniere der Art anzustellen. Wir verkennen auch Si ncht den andern Zweck solchen Verfahren«,, um die R« Orthodoxie mit den eigenen Waffen zu schlagen und G< durch Autoritäten de» eigenen Lager» zu überzeugen Ri und zu gewinnen. Aber auch diese Bemühung wird vn üb •) Wir unterbrechen unseren Leitartikel, um einem Berichte über die Referate im Allgemeinen Raum zu geben. Kl. üb Zustimmung der starr an der Ueberlieferung festtenden und keine Ueberzeugung suchenden Ortholte niemals gewinnen, weil alle Menschengesetze im gensatze zu Gottesgesetzen, welche absolut wahr, ig, nothwendig und unabänderlich sind, von subjecer Anschauung abhängig und der Deutung unterrfen sind. Wie bet Prozessen da» eine Gericht » denselben Gesetzen Recht erkennt, woraus da» ane auf Unrecht entscheidet: so da» tälmudische Ge- , welche» ja auch seiner ganzen Anlage und Beidlung nach juridischer Natur ist. E» kam ja bei > kasuistischen Fragen und Responsen in der Regel r darauf an, dasjenige, wa» für verboten galt, in zelnen Fällen und Derhältnisten für erlaubt zu er- :en, oder umgekehrt da» Erlaubte zu verbieten, n diesem Gesichtspunkte au» hat vielleicht der Apostel ulu» nicht Unrecht, wenn er da» Judenthum als er dem Joch de» Gesetze» bestehend bezeichnet; er, Kenner' de» TalmudiSmu». spricht so über da» denthum seiner Zeit, da» tälmudische, nicht mosaische > prophetische. — Wenn in vorliegenden Gutachten torititen der frühern Zeit angeführt werden, welche reformatorischen Sinne entscheiden: so verschlägt » für die Orthodoxie.nicht», denn man würde für selben Fälle auch Autoritäten im entgegengesetzten »ne anführen können. Daß in früherer Zeit die iponsen ohne allgemeine Wirkung blieben, lag im >iste der Zeit, und e» liegt in gleicher Weise ln der chtung unserer Zeit, wenn e» sich jetzt umgekehrt bält. Die Orthodoxie aber wird dadurch weder erzeugt noch gewonnen, weil ihre Richtung eine aai, well ihre Richtung dem Geiste der frühern Zeit spricht. Wa« bliebe auch von der Sabbatruhe noch e g, wenn Reisen zu geschäftlichen Zwecken, zur Er-

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