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Der israelitische Lehrer · 1871-03-22 · 12 (22.3.1871) · p. Seite 95

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
12 (22.3.1871)
Date
1871-03-22
Page
Seite 95 (sequence 7)
Language
German
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— 9i> — in Mitten des Bombardements unsere Frauen und Kinder verlassen mußten, waren wir weniger beunruhigt über sie, als über andere. Indem wir sie dem Schutze Gottes empfahleo, war ihr traurige- Geschick sehr gelindert. Nicht ohne Bewegung begegneten wir Nachts Waffen- und Religionsbrüdern, welche auswendig das Haschkimenu auS dem Abendgebete recitirten: „Gib, o Gott, daß wir uns niederlegen in Frieden und wieder aufstehen zum Leben, gesund und wohl erhalten." Wie Bielen ward nun dieses Gebet, welches sie sonst mit Andacht jeden Abend wiederholen, von einer mächtigen Wirklichkeit aufgedränzt! Und wenn Freitag Abends der Cantor allein dieses Gebet feierlich vortrug, in dem Halbdunkel des schlecht erleuchteten Tempels, dann hallte sein Inhalt in unserm Innern wieder; es entwand sich der bewegten Seele des Frommen, um zum Himmel empor zu steigen. Literarische Notiz- Krieg und Friede. Ein getreues Ipiegelbid unsres heimlichen Friede»?, der mit Glutaugen des Kriegs um sich blickr, geben uns die neuesten Nummern 23 bis 28 (Heft 8 und 9) des illustrirteu Bolksblatts: „Buch der Welt". Wo wir aufichlagen, erzählen UNS Ueberschriften der Bilder von den Großthaten unsrer tapsern Heere in Frankreich, von den hervorragenden Personen, welchen die Geschicke beider Nationen anvertraut sind. Ferdinand Pflug's kundige Feder schildert uns die Schlachten von Metz, Karl Bogt seine Erlebniffe im Elsaß, Zündnadel und Ehaffepot werden vom sachkundigen Lehrer am KadettencoopS K. Schottmüller zergliedert, die eigene und feindliche Reiterei characterisirt Franz Maurer, Scenen in Straßburg, in der Champagne vor Paris, werden mit Wort und Bild vorgeführt; dazwischen in großem Maßstabe die gelungenen PortraitS von JuleS Favre, Leon Gambe tta, der General von Roon und von der Tann. Wie mit Schüchternheit mischen sich Werke und Gestalten deö Friedens darunter: Novellen von Auerbach undTemme, bumoristische Briefe aus Berlin und Wien, letztere von HicronimuS Lorm, der tongewaltige Beethoven, ein Panorama der Pari ficBahn und gleichsam in der Schwebe zwischen Streit und Versöhnung das Portrait von Papst Pius IX. Wir meinen, diese magere Andentung schon müßte zur Anschaffung des be rühmten, billigsten und reichhaltigsten Familien-JournalS in den weitesten Leserkreisen aufmuntern, zumal dieser Jahrgang eine illustrirte Kriegöschichte glänzend vertreten kann. Man bestell! da« „Buch der Welt* für 20 Sgr. — 1 st. 12 kr. S. pro \ . Quartal von lj Wochennummern ä 4 Foliobozen bei allen Buchhandlungen und Postanstalten; Heftweise ist dasselbe zum Preise 5 Sgr. oder 18 kr. S. für jedes Heft durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Anzeigen. Vakanzen-Liste. 1) Bischofsheim bei Mainz: Lehrer-, Vorbeter - und Schächterstelle. Gehalt 240 st., 180 fl. Nebenverdienste und freie Station. Meldungen beim' Vorsteher Samson Selig. 2) Limburg a. d. Lenne: Lehrer- und Cantorstelle. Gehalt 275—300 Thlr. Meldungen beim Vorsteher Nathan Levy. 3) Kettwig a. d. Ruhr: Elementar-, ReligionSlehrer- und Cantorstclle. Meldungen bei Rabbiner Dr Feilchenteld in Düffeldors. ,4) Orb: Religion'lehrer-, Cantor- und Schach- (erstelle. Gehalt 180 fl. nebst freier Wohnung. Accidentien ca. 200 fl. 5) Emmerich (Kreis Rees): Lehrer- und Cantorstelle. Gehalt 350 Thlr. Unverh.eirathete Bewerber. Meldungen bei dem Vorstand David F. Franken. Zur gefälligen Kenntnißnahme. Die „Deutschen Gesänge" ,'c. betreffend. Auf vielseitigen Wunsch werde ich demnächst die .deutschen Gesänge" rc., etwas verändert, mit den jinzugehörigen Melodien «in Roten) drucken affen. Um aber die Auflage bestimmen zu können, >itte ich die Reflectanten, mir gefällizst bestimmen zu vollen, wie viel Exemplare sie anschaffen würden. Bet der Abnahme von 100 Exemplaren füge ich den Kamen der betr. Gemeinde auf dem Titel bei. Der preis wird sich nicht erhöhen. (Auch die Fragen in >er Confirmatioa werde ich dann vervollständigen.) Z. Klingenstein. W- Jacobsohn u. Comp., Buchhandlung in LreSlau, pfferirt: Die deutsche Volks- und Schulbibel, von Salomou. 2 Bse. geb. statt 2 Rthl. für nur 2) Sgr. Die Herren Lehrer, Lorsteber ec. erhallen auf sechs «Exemplare ein Freiexemplar.

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