Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1871-03-22 · 12 (22.3.1871) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
12 (22.3.1871)
Date
1871-03-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4896751-5428704-5433780--3329-4899586
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Israelitische Kehrer. Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Judenthums und insbesondere des israelitischen Lehrer st ander».' Organ für den Bern» „Achawa." M 12. »-» 22. Mär, 1871. 11. Iahrzang. Wöchentlich 1 Sinnnner Vierteljährlicher AbonnnnrntSpreiS 40 kr. — N>/r Sgr. Anzeigen zu I Sgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Hin Lehrplan für die jüdische Schute und die Referate über die der ersten israel.! Synode zu Leipzig überreichten Anträge. Nachdem die für den Juli v. I. nach München berufene Synode wegen des drohenden und zu jener Zeit wirklich auSgebrochenen Krieges nicht stattfindrn konnte, ließ sich erwarten, daß die für diese bestimmten Referate mittlerweile gedruckt und veröffentlicht werden würden, um eine eingehende Vorbereitung für die nächsthin anzuberaumende Synode zu ermöglichen. Das ist nun auch geschehen und ein stattlicher Band von nahezu 16 Bogen liegt uns vor, (der auch bei Louis Gerfchel in Berlin zn 1 Thlr. zu beziehen ist.) Es enthält derselbe: I. Gutachten über das Fahren an Sabbat und Festtagen (74 Seiten.) II. Referat über das Orgelfpiel am Sabbat (25 Seiten.) HI Referat über das Proselytinbad (5 Seiten ) IV. Bemerkungen über dieUnterrichtSfrage von Hochstädter, G. Philippfon, Blumenau- und Szantü (12 Seiten.) V. Anträge auf eherechtlichem Gebiete (75 Seiten.) VI. Ueber die Circumcifsion (26 Seiten.) VII. Ueber CultuSfrageu (24 Seiten.) Wir geben hier diese Urbersicht, weil wir vorläufig nur andeuten wollten, was zur Vorbereitung der mit Gott im künftigen Sommer stattfindenden Synode geschehen ist und was wir von derselben zu erwarten haben. Wir haben die Seitenzahlen angegeben, weil wir damit andeutrn wollen, welche Bedeutung die Herren Referenten dem Einen oder dem Anderen der von ihnen bearbeiteten Gebiete beimessen. Es scheint uns offenkundig, daß die Schulangelegenheiten auch hier etwas stiefmütterlich behandelt worden sind. Nun freilich, gelehrte Citate lassen sich da nicht anbringen, — was fruchtet also eine eingehende Beachtung? Dieselben Herren, die gar zu gerne die Lehrer als „nichtberechtigt" zur Synode abgewiesen hätten, möchten auch die ganze Schulstage abweisen und todtschweigen, wenn sich« nur thun ließe. — Die Schulfrage ist eine rein organisatorische Angelegenheit. Es handelt sich um die Beschaffung und Erhaltung der Institution, die die Grundlage und Vorbedingung aller anderen jüdischen Institutionen ist. Gibt eS jüdische ReligionSschulen, die ihre Pflicht thun, so ist die Religio.n auf gutem Wege und eS ist dann an der Zeit, auch die anderen religiösen Fragen einer Besprechung zu unterziehen. Ist jenes nicht der Fall, so ist alles Andere nutzloses Gereve. Wir überlasten die übrigen theologischen Arbeiten' unseren theologischen Freunden und wenden unS heute vornehmlich der Schulfrage zu. Auch hier deuten wir nur an, was die Referate besagen, während wir unS unsererseits darüber aussprechen, was die jüdische Schule — als Religionsschule — zu leisten hat und wie sie es anfangen muß, um diesen Leistungen entsprechen zu können. Den Abschluß verschieben , wir natürlich auf die mündlichen Verhandlungen in der Synode. Einige Herren greifen in den Referaten die Schulstage an der Wurzel an. Sie suchen den Lehrermangel durch Bildung und Hebung von Lehrerseminarien zu beseitigen. Die Herren — Mayerhof in HildeSheim, Rabbiner vr. Hochstädter, 0r. Gustav Philippson, die dieses beantragen, mögen Recht haben. Freilich» das Schulwesen krankt auch noch in anderer Weise. Schafft uns aber nur einmal die rechten Leh- . rer herbei, so werdm diese sich schon ihr Recht zu verschaffen verstehen. Jetzt verlieren sich die vielen Guten noch allzusehr unter der Masse .Anderer". Man frage

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.