Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 7 (15.2.1871)
- Date
- 1871-02-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der ZLrselttiLcke Iekrer. Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Judenthums und insbesondere des israelitischen Lehrer st andek Organ für den Herein „Achawa."' Jfä 7. Den IS. Kebrnar 1871. 11. Jahrgang. Wöchentlich 1 Stummer «ierteljährlicher LbomiementSpreiS 4vkr. — llife Egr. Lnzeigm zu I Egr. die P--tit,nle Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Wahl «nd Anstellung von MaöLirrerrr, ' Lehrern «nd ßultnsöeamten. (Schluß.) Die Lehrer! Wir hoben fast über Alle«, wo« diese betrifft, in diesen Plättern schon so oft und so. viel gesprochen, daß wir kaum etwa« Neues über ihre Wahl und Stellung zu sagen im Stande sein dürsten. Wir haben innerhalb der letzten zehn Jahre, während welcler Zeit diese Zeitschrift im Interesse de« Lehrerstondes erscheint, wohl in jedem Jahrgänge mindesten« einmal und in allen Tonarten über die verschiedensten Seiten de« Lehrermisöre geschrieben und e« .ist un« die Grnugthuung nicht versagt geblieben, daß unsere Worte in vielen Herzen lebhaften Anklang gefunden haben. Wenn wir un« aber fragen: Iste«imGroßen und Ganzen dadurch besser geworden? so müffen wir gestehen, daß trotz unserer eifrigsten Forschungen wir un« selbst die Antwort schuldig bleiben müssen. Wir stehen in dieser Frage vor einer fast unlösbarer Wirrniß, , vor dem Tohu' wakohu, vor der absoluten Auflösung. Der Lehrermangel ist gestiegen, gestiegen bi« zu einer so «normen Höhe, daß er gerade dadurch für viele fast unfühlbar geworden, da hunderte von Gemeinden fast jede An- - strengung aufgegeben haben, paffende, ihrer Stellung würdige Männer, dauernd zu gewinnen. Der Lehrermangel aber ist im Großen und Ganzen auch noch nicht gehoben. Al« ein sichere« Ergebniß unserer Bemühungen können wir nur die T^atsache constatiren', daß ein im Geiste zvsammenstehender Kern' von Lehrern sich gefunden hat, der sich um diese Zeitschrift, um die Achawa und andere Lehrervereinigungm wie um seine Fahne schaart und rin Alle noch»mehr umschließende« Band noch immer sucht, nach hohem Ziel^ st r e b t-. Jede« redliche Streben trggt schon einen Segen in sich und der Erfolg kann auf die Dauer nicht auSbleiben. Aber die Verwirkliibung unserer Hoffnung, daß ein großer, gegliederter und geeinigter jüdsscher Lehrkörper, seine« erhabnen Ziele« sich bewußt, in würdiger Weise angestellt, zusammenwirke für da« Heil de« Ganzen, ist noch in weite Ferne gerückt. Sollen wir hier von der Bedeutung des Lehrer« für die Gemeinde, von seinem Wirkungskreise und seinem segensvollen Einfluffe auf da« Gemeindeleben sprechen? Wir glauben, für heute davon Abstand nehmen zu dürfen. Wir müssen die« schon um deswillen. weil die Antwort auf diese Fragen sich nach den Verschiedenheitm der Gemeinden verschiedenartig gestalten muß. Ander« "ist die Stellung der Lehrer in den verschiedenen deutschen Staaten und Gemeinden, je nachdem dieser — der Staat und die Civilgemeinde — 'ich bei der Wahl, Anstellung und Besoldung betheiligen oder nicht; ander« in den Gemeinden, wo der Lehrer blos Religionslehrer und Vorbeter oder auch Volkslehrer ist. Dort wird da« Schicksal de« jüdischen Lehrerö mehr im Zusammenhänge stehen mit der Hebung de« gesammten Schulwesen«, des Lehrerstandes überhaupt; hier hängt er blo« von der Gemeinde ab; und da die« wohl doch in der überwiegenden Mehrzahl der Gemeinden der Fall ist, so wollen wir heute nur diese — und zwar die kleineren und mittleren Gemeinden, in welchen der Lehrer nur der einzige Religionsbeamte der Gemeinde, also Lehrer, Dorbeter und Prediger m einer Person, wohl auch noch der Schächter ist, — in. Betracht ziehen. Wir knüpfen alsbald eine Bemerkung an die letztere Funktion, an da« Schächteramt. E« gab eine Zeit, in welcher man e« de« Lehrer« unwürdig erachtete, daß er die blutige Waffe schwinge gegen unschuldige Thiere, da« zarte Gefühl in seiner Hand an der Schärfe de« großen und kleinen Schlachtmeffer«