Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 5 (1.2.1871)
- Date
- 1871-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der «Israelitische JeLrer. Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Judenthums und insbesondere des israelitischen Lehrer stände». Organ für den Verein „Achawa." M 5. Den l* Kebruar 1871. 11. Jahrgang) Wöchentlich 1 Rümmer Lierteljährlicher »bonnementsprei« 40 kr. — 1U/2 Egr. Anzeigen zu 1 Sgr. dir Petitzeile. Bestellungen nehmen all« Postämter und Buchhandlungen an. Au die Hrts- und AezirKs-Worstände der AMance IsraeMe Flniverselle. Unter dieser Aufschrift veröffentlicht die „Israelitische Wochenschrift" einen Aufruf, den wir hiermit auch unsererseits zur Kenntniß unsrer Leser bringen. Unsere Bedenken gegen einen Theil der praktischen Folgerungen geben wir zum Schlüsse. ^Die Sammlungen für die Alliance sind seit Ausbruch des Krieges aus leicht begreiflichen Gründen sistirt worden. Um jedem Mißverständnisse, zu welchem schon der französische Name deS Vereins Veranlagung gegeben hätte, auszuweichen, hat man — wohl mit Recht — alle Vereins-Angelegenheiten bislang ruhen lassen. Die Verbindung Mit dem Een» tral-Comits ist unterbrochen. Die jährliche Generalversammlung, die sonst in den ersten Wochen deS Jahres stattfand, wird wohl vor der Hand nicht stattfinden können. Die „Berichte", die von der großartigen, über das ganze Erdenrunb sich erstreckenden segensreichen Thötigkeit de» Vereins so glänzende Zeugnisse ablegten, und die mit den darin enthaltenen begeisterten und zündenden Reden die Herzen nicht bloS der Hörer, sondern auch der Leser mitfortriflen und einen mächttgen Sporn für die Ausbreitung des Verein» und die rührige Thätigkeit der Sub-ComitöS bildeten, werden wohl noch lange auSbleiben. Sollen wir aber bis dahin müßig warten und jede Thätigkeit für den Verein, diese großartigste Schöpfung der Judenheit in der Neuzeit einstellen? .pp uksdi 'ai uoni D’rno uruw „Warten und in Unthättgkeit verharren wäre Versündigung" gegen diese» Institut, das in Deutschland eben erst Wurzel zu sagen anfing; und dies umsomehr, al» man von gewisser Seite her in dieser unterbrochenen Thätigkeit eine willkommene Veranlagung erblickt, -um den längst gehegten Plan einer „LoSreißung" oder gar „ErbfchaftS-Antretung" zu realisiren. Darum halten wir fest an der Einheit des Vereins, und lagen wir seine jungen Wurzeln in Deutschland nicht durch den eisigen KriegShauch ersterben. Thun wir OrtS- und Bezirks- Vorstände unsere Pflicht, gehen wir rüstig ans Einsammeln der JahreSbeittäge, damit die Mitglieder sehen, daß der Verein fortlebt, daß der KriegSsturm ihn nicht in seiner Kraft gebrochen, seine ersprießliche Thätigkeit nicht versiegt ist. Allerdings haben wir unö auf den Einwand vieler Mitglieder gefaßt zu machen: Wozu die Beiträge zahlen, da sie ja doch nicht an ihren Bestimmungsort abgeführt werden können; da der Verein seine,Zwecke nicht erfüllen kann, weil daS Central-Comitö jetzt wichtigere Dinge zu berathen hat? ES ist wahr: die großen, allgemeinen, weithin sich erstreckenden Ziele des Vereins lagen ohne Central-Comitö sich nicht gut praktisch verfolgen; allein es gibt Zwecke, für welche im Geiste deS Vereins thätig zu sein der § 18 der Vereins-Statuten uns berechtigt. Dieser lautet: „Die Ort«- und Bezirks- Vorstände handeln in Fragen, welche sich lediglich auf ihren Ort oder Bezirk beziehen, selbstständig, aber unter eigener Verantwortlichkeit." (Dieser Paragraph ist selbstverständlich ourn grano salis und nur im engsten Zusammenhänge mit Artikel 1 zu verstehen, da er sonst daS Universelle des Vereins aufheben würde.*) Ein dringlicher Fall, auf welchen der§ *) Bezieht sich auch nicht auf die Verwendung der Vereinsbeiträae. welche durchaus an die Hauptkasse abgeführt werden muffen, da sonst von einem Vereine nicht die Rede sein kann. Red. des „Jsr. Lehrer".