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Der israelitische Lehrer · 1871-01-04 · 1 (4.1.1871) · p. Seite 2

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
1 (4.1.1871)
Date
1871-01-04
Page
Seite 2 (sequence 10)
Language
German
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2 macht jtnk ändert. Da« Chsyukaftst fand mannur al» Lichterfest. So characrmstrt es der Talmud und auch Josephu» (gxäta Antiqu. 12, 11); der Talmud gibt dem Lichkttfeste btt Beziehang a»f daö bekannte Wunder, Josephu» deutet e« auf da« unerwartet neu auftzegangDnt Glück in der nunweh, ungehinderten und freien Religionsübung. Dagegen weiß da» Makkabäerbuch (1, 4.) Nicht» von der Bedeutung, eines Lichterfestes. Man erkennt daran, daß Josephu» wacher in snner Beschreibung dej Feste« Dem Makkäbäerbnche folgte, gleichzeitig die herrsch^d/^ südssche- Anschauung vom Fest« aufnahm, wie sie der Talmud enthält. Jedenfalls geht ^daraus hervor, daß in der älteren Zeit de« MaNabäerhLch« die historische Srfte de« Feste« betont wurde, - welche später durch die umdeutung al« Lichterstst und dessen Beziehung zu dem Lichtwunder in den Hintergrund trat. Als Lichterfest finde» wir auch da« Fest i«. Ehristeuthum wieder. Weihnachten ist nämlich eine Nachahmung de« Channkafestr«. Auch diese« ist «in Weihe- und gleichzeitig eia Nacht-(Abend-)F«st. „Nachten" soll heißen „Nichte" mit Rücksicht auf. die Oktave (achttägige Däner) de« Feste«. Auch Weihnachten scheint ursprünglich eine Oktave gewesen zu stin und sich bi« Neujahr uuSgedehnt zu habe«, da« auch heut« noch, dem Chaaukajeste entsprechend, in auSgelasseaer Freu»« gefeiert wird. Weihnachten ist gleichzeitig ein Lichterfest, «Ache» sÄbst den der muo> nach Vorschrift der Bibel (Exodn» 25, 31) einen Baum darstellend mit Schaft, Aestru der Zweigen, aachgeahmten Lichterbaum nicht entbehrt. Auch ist Weihnachten trotz de« ihm ausgeprägten Ernste« ek Fre^ensrst geblieben, speciell sogar, wie Ehanuka, .für di« Linder. Auch die Zeit stimmt vvüstindig überein, indem Lislew dem December entspricht und der Tag (2b) in beiden derselbe ist. Wegen der Znrückvrangung de« historischen Hintergründe« für Ehanuka war e« leicht, für Weihnachten eine» historischen Hintergrund zu erfinden. I« «ehr nämlich im späteren Christenthum die Person Zesu in de» Bordergründ trat, umso wichtiger war e«, dessen GebnrtzStqg zu feiern. Daß «au für denselben keinen, geschichtlichen Anhaltspunkt hat, bezeugen selbst christliche Schriftstellm:(Ele»e«» Strom. 1.340.) Um s« leichter war «», denselben auf den 25. December zu setzen- und so mch Beendigung de« achttägigen Feste« da« Neujahr zu feiern und Anno 1 zu schreiben. Wir habe» wer di« Beziehungen dieser Heiden Feste schon im M>. Veilsblatt 1865 Nr. 2 abgehandelt, hier sind uuB dtestlben von Bedeutung, um au» ihnen mit die Zuriickdrächgnug der historischen ftateäage de» Thmntla - Feste» mit vermehrter Doulttchtrit zu erkennm. WA. hoben für da» ChamMest und die MnkkabättFeschichtr keine authentisch« historische Quelle al« da« erste Buch der Makkabäer. E« war urfprüngßchhebräisch.geschriebßtz. wie HieooaMrch« « noch üoHefunden hat, u’nb* wdyl alsbald nach delETode de» Johannes Hyrcanu« verfaßt, den e» noch erzählt. Da» zwfite Buch ist ein Auszug au« bea Erzählungen Jason'» von Cyrene, enthält manche Zusätze, aber auch manche Unrichtigkeit;-da« dritte Buch steht der Makkabäergeschichte fern und hängt nur mit der Geschichist Antiochu» IV., zusammen; da« vierte Buch hat weder historischen Jnhmt noch Werth. Josephu» er- Mlk, wie vqtchm,"drm Makkabäerbuche uE Dir Megrlbith RütSochuS, ursprünglich aremäisch geschrieben, aber in verschiedenen Uebersetzunzea vorhanden, erzählt die Geschichte ebmfallS, aber fehlerhaft und enthält ebenfalls da« talmudische Lichtwunder. Die Schrift ' gehört üb.-rhäupk'dtt '^MäM'KlfchM' Zett «r; ortzgleichen gehört die Abfassung von v'oa.i dp, welches aber wohl trotz der Morischen Reminiscnuen mit Be- Bejieyitüg auf vä« Ähmimbet Wyfäft ifit, «Htch'der nachtalmudischen Zeit an. Dafür spricht auch die Ungenauigkeit, womit Johannes, MatathiaS Vater, als Hoherpriester bezeichnet ist; es ist die« eine Verwechselung mit dem spiftern Johanne« Hyrcanu«, der im Talmud immer als dia;ro pni' bezeichnet wird. Raschi indeß kennt bereit« o'vzri dp und erklärt das talmudische nxTna damit. Josephu« gibt da» dd.i numrii de« Talmud mit vpvo^ xai tpaXpoTs (Hymnen und Psalmen) wieder (l. c.)*) Auffällig muß ua« da ersch »inen, daß d'e P!bel nicht« von der Makkabierthrt und dem Chanukafest erwähnt. Da» Purim-Ereigniß war nicht viel früher unter Artaxerxe«, die betreffende Erzählung Ist gar nicht unter dem mächtigeU Eindrücke de« Ereignisse« abgefaßt, sie berichtet kalt, ohne religiöse Wärme, enthält an keiner Stelle den Namen Gotte«, und ist dennoch in den biblischenLanon ausgenommen wo > - den. Ja die spätere Weissagung Daniel'« von dem "im Tempel ausgestellten Gräuel, der sich auf den griechtfthmakkabäischen Götzendienst bezieht, hat noch Aufnahme in den biblischen Lanon gefunden: warum die Mäkkabäer-That, welche von so umfangreichem'ufid nachhaltigem Einflüsse war, und da« sich anschließende ThauÄafest nicht? Leugnen und unterdrücken wollte und konnte man die Thatsach« nicht, dafür griff sie politisch und religiös zu tief «in; aber Man oethulltr sie unter de» Bilde des Chanukalicht«, um blo« dte'Thatsache reden zu lassen und darauf da» Gewicht za le- ») Da« Chanukafest als Lühtrrfist zu frier» mag gleichzeitig -mit hsinnschmeCi-bräuchq, in Buchung stehe^ mttac die m diese Zeit fallende Sonnenwende und den durch da« Wachsen der Tage angezeigten Sieg deS Soituengott« feier- Vt. 650) nennt den 25. December die» niaU* (TtbÜntztUg) des Sonnengotts. 1-, }(ß u »r» mc frr.tT'f C* % ' L- ».t Ct *'• »M*4

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