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Der israelitische Lehrer · 1870-12-28 · 52 (28.12.1870) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
52 (28.12.1870)
Date
1870-12-28
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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er Jsraelitistlte Lelirer Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten beS^ubenttymns und insbesondere des israelitischen öehrerstand e-s'^ Organ für den Verein „Achawa." Jfä 52. Den 28. December 187«. 10. Jahrgang. Wöchentlich 1 Nummer Vierteljährlicher LbonnementSpreis 40 kr. — II>/r Egr. Anzeigen zu 1 Egr. die Peutzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. ' Mit dieser Nummer schließt der zehnte Jahrgang unserer Zeitschrift. Wir bitten um gefällige alsbaldige Erneuerung der Bestellungen. - Ober-Ingelheim. Der Herausgeber. An unsere <-5ejer. Zum 11. Jahrgang. Im Kriege an den Frieden denken — mit diesen Worten haben wir unsere Leser zum Jahreswechsel, beim Beginne des neuen Synagogenjahres begrüßt und sie zum Ausbarren auf der betretenen Bahn ermuntert, indem auch wir auözuharren gelobten. Mittlerweile naht auch der für eine Zeitschrift nicht minder ernste Wechsel des bürgerlichen-Jahres und noch ist das Ende deS unseligen Krieges nicht abzusehen, der unserem theuern Vaterlande herrliche Siege und die längst erstrebte Einheit, aber auch unsägliches Leid brachte, eine reiche Saat von Blut und Thränen; und Menschenopfer kostete — unerhört, j Der Menschenfreund steht tiefbetrübt an dem Grabe so vieler Hoffnungen; er wendet sich zu dem, was die Zukunft auf festen unerschütterlichen friedlichen Grundlagen aufzuerbauen im Stande sein muß — zu den Quellen de» Trostes: Schule und Religion. Das sind die Gebiete, die wir bier zu pflegen baben. Zu ihnen flüchten wir in den Stürmen der Gegenwart; an ihnen halten wir fest. Sie werden heilvolle Früchte bringen, wenn sie ihrer ewig gleicherhabenen Aufgabe treu bleiben. Wir können nicht verhehlen, daß eS eine schwere Zeit für unS war — diese Zeit des Kriege«. Nicht, daß die äußere Theilnahme an unserer Zeitschrift bel sonders gelitten hätte; aber unsere Ziele bedürfen j der ruhigen, steten Entwicklung. In den Gemeinden, ' in der Schule, ist Stagnation eingetreten; eS geschah eben nickt viel Neues, was mitzutbeilen gewesen, oder was bedeutend genug gewesen wäre, die Tbeilnahme der Zeitgenoffea von den großen Zeitereigniffen ab auf die verhältnißmitzig kleinen Ereignisse in den engen Kreisen der Scbule und Gemeinde zu lenken: Sturm im Glase Wafferl Und doch sind eS diese kleinen Ereignisse, an welchen daS Heil unserer Zukunft, d. b. der Schule, der Bildung, der religiös jüdischen und allgemein menschlichen Entwicklung geknüpft ist, die den stetige» Fortschritt jbeurkunden. Diese kleinen Vorgänge gehören der Geschichte an, denn sie haben den bedeutendsten Einfluß auf dieselbe. WaS wird das Resultat der großen Kämpft der Gegenwart für die Ziele sein, die wir anstreben? DaS Judenthum! Wenn nicht alle Anzeigen trügen, so wird dasselbe nach Innen und Außen bald schweren Kämpfen zu begegnen haben. Wie wir in der politischen Welt Erscheinungen empor tauchen sehen aus dem Meere der Geschichte, in welchem sie untergegangen schienen, so wird mit ihnen, wenn auch nicht daS ganze, so doch ein gut Theil de< alten traurigen Gerümpels ewportauchen, das wir/segraben wäbnten.'Dorurtheil, Zurücksetzung, sociale und andere Ungleichheiten und Ausschließungen werden! unS treffen und di« Kämpfer für gutes Recht und billige Gleichheit zur steten Achtsamkeit auffordern. Und wenn wir auch mit befferen und schärferen Waffen kämpfen und viele neueKampfgesährden unS zur Seite stehen, so wird doch immer wieder der'Kampf ein schwerer sein; darüber täuschen

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