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Der israelitische Lehrer · 1870-12-14 · 50 (14.12.1870) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
50 (14.12.1870)
Date
1870-12-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Der Asrselilisclw Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Judenthums und insbesondere des israelitischen Lehrer st an dek Organ für den Verein „Achawa.' Den 14. December 1870. 10. Jahrgang. M 50. Wöchentlich 1 Shuranet. Birrteljährlichrr AbonnnnentspreiS 40 fr. IH/2 Sgr. Anzeigm zu 1 Sgr. die Petitzril«. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Smdschreiven au eineu christlichen Freund, die Commuualschule als BolkSschule der Zukunft betreffend. (Fortsetzung.) Die allgemeine Volksschule ist eine unabweisbare Forderung unserer Zeit und sie wird sich Bahn brechen, trotz der Heftigkeit ihrer Gegner, die theilweise selbst unter den Lehrern der älteren, liberalen Schule zu finden sind. (Dr. Mayer in Bremen, Direktor Berthelt in Dresden.) Was wollen die Gegner der allgemeinen Volksschule? WaS fördern sie? Sie! wollen die der Vergangenheit entnommene Kastenein- | theilung der Menschheit in anderer Form wieder aufj leben lasten. Die Menschheit soll sich scheiden in Gebildete und Ungebildete, in Wissende und —Nichtwissende (Knowiiothings!) Die Besitzenden, die selbst! die Mittel haben, sich eine höhere Bildung zu erj ringen, sollen vom Staate nicht allein mit größeren! Mitteln darin unterstützt werden, sondern es soll so-! gar noch eine schwerwiegende Prämie, eine Bevorzu-! gung derselben ihnen alsbald einen Preis dafür bix) ' ten, daß sie die wohlsituirten und gutgepflegten Staatsanstalten zu besuchen die Güte hatten. (Mili-! tär-Einjährigesystem.) Die Unbemittelten, die Armm und 1 »Unmündigen" bekommen die Brosamen, die von den | Tischen der Reichen, des Staates, fallm, die Abfälle I in der dürftig, ja ärmlich ausgestatteten, durch alle möglichen Mittel gewaltsam niedergehaltenen, unterdrückten Volksschule, die man mit Vorliebe Elementarschule nmnt, um zu zeigen» daß sie nur eben die Elemente, die Grundlage bieten soll. Je weniger, desto bester. Dort oben — Berechtigung, Bevorzugung; hier unten Ertödtung deS Bildungstriebs und — schließlich doch die Straf« durch Entziehung von Rechten, die wohl für den Militärstaat allerdings von hervorragender Bedeutung sein mögen, dem Volksleben aber unheilbare Wunden schlagen. WaS fordert hiergegen das Recht und die Billigkeit, was fordert das Wobl des Staates und der Gemeinde, der menschlichen Gesellschaft? .1) Die Sckule, sagten wir, ist nicht nur die Anstalt. für den Unterricht sondern auch für die vernünftige Erziehung des Menschengeschlechts. Sie ist ein bedeutsamer Faktor, wenn nicht der bedeutsamste, in dey Veranstaltungen zu diesem Zwecke — Familie, Religionsgesellschast (Kircke, Synagoge) und Leben. Die Schule als solche allein hat vorwieqeod neben der Aufgabe der Erziehung auch die des Unterricht»; oder, ihr ist die Aufgabe geworden, durch das Mittel des Unterrichts die Erziehung zu fördern und zu vervollständigen. 2) Die allgemeine Volksbildung ist die sicherste Gewähr für die VolkSwohlfart. Je höher die Bildung des Volkes, — die wahre, natürlich desto größer das Glück des Volkes, der Commune, der menschlichen Gesellschaft. 3) Die allgemeine Volksbildung, also Volkwohlfart summirt sich auS der Höhe der Bildungsgrade der Einzelnen. Hat nämlich ein Volk eine gewiste Anzahl von hoch- oder gut gebildeten, denen aber eine große Zahl von minder oder gar nicht gebildeten gegenübersteht, so kann natürlich derGrad derDurchschnittSbildung im Ganzen nur als ein geringerer betrachtet werden und gleicht lange nicht dem Durchschnittsgrad eines Volke», dessen mittlere Bildung eine durchgehende ist. 4) Der Staat, die Commune, die menschliche Gesellschaft hat alle die Kräfte; die natürlichen Anlagen, welche sich vorfinden, zur Steigerung der Wohlfart nöthig. Sie kann keiner von Gott und Natur verliehenen Kraft entbehren, alle müsten sie am Gemeinwohl Mitwirken. Sie hat also die Verpflichtung, für die f

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