Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 46 (16.11.1870)
- Date
- 1870-11-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Judcnthums und insbesondere des israelitischen L c b r e r st a n d e s Organ für den Verein „Achawa.'"' Der IsrsclilWriie Jeirrer Jfä 46. Den 16. November 1870. 10 Jahrgang. Wöchentlich 1 Rümmer Vierteljährlicher Äbonnementsvreis 40kr. — H',2 Sgr. Anzeigen zu I Sgr. die Petitzeile. Bestelliinge'! nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Achawa, Wiederholte und letzte Aufforderung. Diejenigen, welche mit ihrem Mitgliederbcitrag resp. ihrer- Nachzahlung für den Achawo-Berein noch im Rückstände sind, werden mit Hinweisung ans § 14, a. des Stotuts oufgesordert, der Pflicht zur Ehtzahlung bis zum 15. Dezember e. nachzukommen, da mit diesem Tage die Iahresicchnuvg abgeschlossen wird. Nach dem ongezoaencn Paragraphen verliert derjenige seine Mitgliedschaft/wie alle Rechte und Ansprüche an den Verein, welcher nach zweimaliger Aufforderung seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Die Gelder sind portofrei an den Rechner Hrn. Leopold Tann in Frankfurt a. M., Schnurgosse 96 zu senden. Frankfurt a M.. 6. Nev. 1870. D i e Verwaltung. Dr. Rothschild. Leopold Beer. Vorsitzender. Schriftführer. Am 2!). Oktober 1870. (Schluß.)' Wie ganz anders fieht'S heute auS! Von dem Herrlichen und Schönen jener Tage kaum noch eine Spur. Heute giebt's keine Menschheit mehr, sondern nur noch Rassen und Nationen, die sich gegenseitig vertilgen, ausschlachten dürfen und müssen. Damals wurde vom ewigen Frieden mit hohem Ernste geredet, und ein Kant that eS; heute wird verlacht und verhöhnt, wer Kriege und Eroberung als eine Schande unseres Geschlechtes angesehen und bekämpft wissen will. Ueber'hie „Aufklärung" des 19. Jahrhunderts wähnen wir uns weit hinaus; aber von den allgemeinen Menschenrechten wissen wir nichts; die Vvr-; rechte, welche in der' Nacht vom 4. zum 5. August i 1790 unter dem Beisall der ganzen Welt aufgeböben . wurden, sind heute sicherer heim jede noch so feierlich i beschworene Verfassung. Ein Sturm der Entrüstung ging durch ganz Deutsckland, als der Tvrann von! Würtemberg Fr. D. Schubart auf den HohenaSperg . einspente; wie viele regen sick denn heute, um gegen ' ähnliche Thaten ihre Entrüstung auSznsprechen? Dajemals wendete man sich von den siegenden Franzosen, j ab, weil sie, mißbrauchend die heiligen Grundsätze der l Freiheit, die Völker knechteten; heute wird mit wüthendem Eifer gelehrt, daß sogar alle Religion und Sittlichkeit nicht» mehr zu gelten habe, wenn man einem andern Volke oder einer zweiten „Rasse" gegenüberstehe, daß das Evangelium der Kanonen über das Wort der hl. Schrift gehe. Der Wahlspruch der „Auf-