Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 43 (26.10.1870)
- Date
- 1870-10-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Wochenschrift für die. allgemeinen Angelegenheiten des Judenthums und insbesondere des israelitischen Lehrer st andeL Organ für den Verein „Achawa." JK£ 43. Den 2«. October 187«.! 10. Jahrgang. Wöchentlich 1 Rümmer Vierteljährlicher Abonnementspreis 40 kr. — ll'/o Sgr. Anzeigen zu I Sgz. die Petitzeile Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. > Aie Ariedensbedingungen. N e i l a-j P r e d i g t von Dr. Leopold Stein. (Gehalten am jüngsten BersöhnungStaze in der Westend- Union zu Frankfurt a. M. — Aus einem demnächst in deS Verfassers*): „auö dem Westen" erscheinenden Eyclus diesjähriger Festvorträge über das Gesammtthema: „der Mensch hat Kriegsdienst auf Erden (’ir o:f>i t>y. r>b P<>). — Die einzelnen Borträge folgten sich in nachstehender Ordnung: i.Neujahrsabend: Einleitung; il. Neujahrs- : morgen: Die Kriegserklärung; Hi. Borabend des j Bersöhnungstages: Vom Hause zum Lager; iv. MorgenS: Die Ziele deS Kampfes; V. Resta: Die Frie- 1 densbedingungen; v>.Succoth: DieHeimkxhr zum j Genüsse; vii. ScheminiAzereth^Die Friedensferer.) > Der Tag neigt sich zu Ende, die Schatten der Bäume dehnen sich weit a»S, wie Riesenschritte, womit der Abend über die Erde hinschreitet, um der bald eintretenden Nacht die Herberge zu bereiten. Ruhe athmet die Flur, Frieden hauchet der Wald, und der Himmel neigt sich zur Erde nieder mit dem 1 flammenden Roth der göttlichen Liebe, um ihr den Vaterkuß der Versöhnung auf die Stirne zu drücken. Und Ruhe ziehet ein in unser Gemüth und Frieden; in unsere erquickte Seele, und die große heilige Zeit! legt das Siegel an das vollendete Werk unserer Wiedervereinigung mit Gott. — Da blicken wir zurück auf die erhebenden from- ■ men Betrachtungen, die wie gepflogen, und der Redj ner fühlt, daß er seinentreuen Hörern noch ein ernst eindringliches Wort mit auf den Weg geben müsse als Scheidegruß des erhabenen Tages, ein Wort, das sich in inniger Weise, beruhigend und beschwichtigend^ anreihe ün die Worte der Erregung, der Aufforderung! zum Seelenkampfe, die wir gesprochen. — Wir haben geschildert die „Kriegserklärung" unsere« Gewiffens, das als heiliger Priester lärmbla¬ *) S. die Annonce in d. Bl. send erweckt zum Kampfe gegen den uns bedrohenden inneren Feind; wir haben geschildert den Zug vom „HauS zum Lager," wo wir unö schaaren zum gemeinsamen Kämpfe; wir h<jben geschildert die „Errungenschaften deS Kachpfeö," die hohen Ziele unseres sittlichen Ringens ünd Slrebens. — WaS reihet sich naturgemäß daran^ — Die sinnliche Natur hat heute die Waffen gestreckt und sich für besiegt erklärt. ES gilt nun die Friedensbrbingungen auszusrellen nach dem glorreichen Tage deS Sieges — und sie bestehen, zur dauernden Sicherstellung gegen den begehrlichen Feind, gegen unsere sinnlich verlangende Natur, in drei gleich wichtigen Punkten: I. 'Daß die Einheit unseres Wesens nichtgetrennt; II. Daß die Einigkeit unseres Hauses nichtge stört; i III. Daß die Einigung mit unseren Mitmeuschon nicht gehindert werde. — Sehen wir zu, wie Solches mit den folgenden, gleichfalls dreigliedrigen Worten unseres vielbedeutenden Textes Zusammenhänge, entnommen der heiligen Tora-Vorlesung von heute Morgen, der Schilderung jenes großen Sühnewerkes PeS hohen Priesters Jot Tempel am DersöhnungStage, Cap. 16. V. 17, wo es heißt: om toi. „Und kein menschliches Wesen soll sich befinden im StiftSzelte, wann er eintritt um zu sühnen im Heiligthume, bis er wiedir hinaustrete; und er sühne für sich, und für die ganze Gemeinde Js Sei mit uns, Geist des allem ungeweiheten menschlichen Wesen, eintreten ins Heiligthum unserer Schlußbet cachtung, um diese dreifache Sühne zu bewirken, in der Durchführung jener ein Haus, und für rael." — Herrn, wenn wir, fern