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Der israelitische Lehrer · 1870-10-12 · 41 (12.10.1870) · p. Seite 335

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
41 (12.10.1870)
Date
1870-10-12
Page
Seite 335 (sequence 7)
Language
German
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— 335 — lehrenden, in jeder Begebung interessanten Vorträge, mit denen der Beschenkte jeden Sabbat seine Mitglieder beglückte. Wir gratuliren Herrn Rothschild, der auch sonst in seiner Gemeinde von Jedermann wohlgelitten und gern gesehen ist, herzlich und wünschen der Gemeinde, daß sie noch lange Jahre, das Glück haben möge, einen solchen intelligenten Mann in ihrer Mitte zu haben, dessen wohlthätiger Einflug nach jeder Seite hin zu erkennen ist. M. Sinauer, stuä. zur. Württemberg. Am Sonntag den 25. September d. I, am Borabend des iSrael. Neujahrsfestes, hat eine seltene und rührende Feier in Ludwigsbürg, RabbinatSbezirk Stuttgart, stattzefunden. Bis jetzt beerdigten die Israeliten LudwigSburzS ihre Leichen in Hockberg; nun aber haben sie sich in unmittelbarer Nähe des christlichen Friedhofs eine eigene Grabesstätte gegründet, die eben heute durch die Beerdigung eines in der Schlacht bei Gravelvtte verwundeten und Im Lazarethe zu LudwigSburg verpflegten und seinen Wunden erlegenen israel. Kriegers, der den ersten Ruheplatz darauf einnahm, geweiht wurde Herr Kirchenrath v. Maier aus Stuttgart leitete die Feier durch Rede und Gebet ein; ein Männerchor sang am Grabe und eine dazu kemmandirte Militärabtheilung gab die soldattschen letzten Ehrenbezeugungen ab. Der Hingeschiedene war 26 Jahre alt, seit einem Jahre verbeirathet und seit 14 Tagen Vater eines Kindes. Der Tapfere hieß Heinrich Heideman, Gefreiter im fünften brandenb. Rezimente. In Ulm erbaten sich zehn gefangene Franzosen, daß sie den jüd. Gottesdienst an den hohen Festen besuchen dürfen und es wurde ihnen bereitwilligst 'gestattet. Darunter waren drei TurkoS — Brüder — aus der Provinz Algier. Sie wurden von den Israeliten Ulm^ gespeist und ist auch für die weiteren Feste Fürsorge für sie angeordnet. Wien. Dem würdigen und verdieustSollen Letter iS sind au seinem 70. Geburtstage verschiedene Ehrengaben von Außen zugegangen, aber nock lange nicht ausreichend zur Sicherung eines sorgenlosen Alters. Der Kaiser hat ihm das goldene Verdienstkreuz mit der Krone verliehen. PariS. Banquier Dreifuß ist von der Spanischen Regierung zum Grafen und Granden erster Classe ernanntworden. Paris. S. H Goldschmidt hat der „Alliance" 50,000 FrcS. für die Ackerbauschule in Jaffa überwiesen. Die Gelder können nach Bedürfniß entnommen werden; die Zinsen werden miO 5% vom Tage der Ueberweisuug an vergütet. — DaS Unterrichts- und CultuSministerium ist jetzt in den Händen JuleS Simon'S, des VertheidigerS der Trennung von Staat und'Kirche. Diese Idee scheint mir wie eine Frühgeburt in die Welt gekommen zu sein; di« Welt ist wenigsten« auf ihren Empfang durchaus nicht vorbereitet — nirgends, in keinem Lande. Wir bekämpfen die Idee nicht; sie ist wahr und ihre Realisirung ist ° nothwendig. Denn die Kirche, welche belehren soll, und der Staat, welcher gebieten soll, widersprechen sich .dem Wesen nach; wie sollten beide Hand in Hand auf dem gemeinsamen Gebiete der Schule gehen können? Diese Idee kann sich aber jetzt nicht realisiren, weil Unterricht und Erziehung religiös bleiben sollen, und die Religion weder im Staate, noch in der Kirche confessionSlos ist. Es fehlen sowohl die Lehrer, wie die Lehrbücher, um Unterricht und Erziehung, — es handelt sich birr um den Gesammtunterricht, nicht blos um die Religionslehre; für diese gilt unsere Behauptung indeß zumal — in dem neue» Geiste zu leiten. DaS gegenwärtige Christenthum würde eben nur Nihilisten oder Confessionaliften bieten können; die wahren Principien deS Judenthums, welche hier allein die Rettung bieten, sind eben noch nicht zur durchdringenden Herrschaft gelangt. Straßburg. Rabbiner Aron hatte den Erzbischof bei seinen Vorstellungen um Schonung der Festung in's feindliche Lager begleitet. Der jüdische Zuave Strauß, welcher als Gefangener mit nach Bayern entführt wurve, hat unter Beweisen von Muth den Weg in sein Vaterland wieder zu finden gewußt und sich auf's Neue deu Reihen der Kämpfer angeschlossen. Die Zeitungen nennen eine Menge jüdischer Namen als Offiziere in der fr. Linie wie Mobilgarbe. Pfalzburg Rabbiner Bigard ist bei Gelegenbeit der Beerdigung eines preuß. Offiziers, der er beiwohnte, getödtet worden. Warschau. Hier-ist der gelehrte Jacob Gesundheit zum Rabbiner erwählt und mit großen Ebren und unter Betheiligung des Gouvernements iustallirt worden. Asti. Bei einem jüdischen, vom Rabbiner geführten Leichenconducte forderte ein Geistlicher daS Volt auf. die Feierlichkeit durch Steinwürfe zu stören. Neu» - York. Die Rabbinerversammlung vo n Cleveland wird nächstens hier tagen; sie scheint eine Vereinigung mit.derjenigen von Philadelpbia anzustreben, deren Leiter hier wohnen. Die Versammlung

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