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Der israelitische Lehrer · 1870-10-12 · 41 (12.10.1870) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
41 (12.10.1870)
Date
1870-10-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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L Wochenschrift für die allgemeinen Anaelegenhencn des-Judenlhums und insbesondere des israelitischen Lehr er st ander Organ für den Verein „Achawa. - JÜ 41. Den 12 Ortober 1870. 10. ItwrgüNg. Wöchentlich 1 Nummer Vierteljährlicher AbonnemeMSprels 40kr. — NYz Sgr. Anzeigen zu I Sgr. vie Peritzeile nehmen alle Postämter uno Buchhandlungenan. A<-1» n September 1870. Spenden: Von drei Ungenannten durch 2. GUmann in Thüngen 1 fl. 45 fr. Von H. Schwab in Uflenheim durch Rabb. Grünebaum in AnSbach 10 fl. Von H. Buchmann in AdrlSdorf bei Genesung seiner Frau 2 Tblr. Durch die Sladtpost mit dem Motto: „Vertrauen auf Gott" 5 fl. Ertrag einer Sammlung bei der Verlobung des Herrn Z. Rosenfeld. Inhaber einer Lithographie' und Steindruckerei in Nürnberg, mit Fräulein Friederike Lcewel in Burgkunstadt durch Lehrer Bergmann in Roth a. S. nach Abzug von 48 fr. für Porto und Unkosten 7 fl. 12 kr. Von D. u. E. zu Rvsch Haschonoh zur Verwendung 10 fl. Ehrenmitglieder: H. Moritz Thuniauer in Redwitz. Mitglieder: Herren: H. Frendenberg in Nentershausen. Z, Nathan in Altenstadt. Spier in Gemünden. A. Luß in Rauschenberg. T:. Lissard in Amöneburg. A. Benderin Darmstadt. A. Spier in Langendiebach. M. Mühlheimer in Montabaur. E. L. Königeböfer in Welbhausen. A. Eisemann in Lichteniels. I. Loebenstern in Burgkunstadt. M Vogel in Altenku» stadt. H. Meyer in Salzkotten tzRachzablung l Tblr). L. Wertheimer in Heldentergen. Rothschild iw ,^iezenhain. P. Cchirling in Marburg. Frankfurt a. M, 2. Oktober 1870. Leopold Dann, Rechner. Religion und Humanität. Der gegenwärtige Krieg hat Fragen und Anschauungen mancherlei Art zu Tage gefördert, die vielleicht in anderer -Zeit noch nicht s o rnr An?:vrache gekommen wäre», wenn ne auch hier und dort in Mabnungen und Fingerzeigen hervortr.iten. Wir haben schon davon gesprochen, dag die Orthodoxie — und zwar die jüdische nicht allein — kg? urplötzlich bereingebrochene Unglück a<S eine Striie Gottes für die Sünden der Welt. oft in wahrhaft abschreckender Weise darzustellen suchte. Es ist immerhin gefährlich, die Gedanken und Abstchten der Vorsehung ausdeuten zu wollen, weif die letzten Confequenzen, wenn ne gezogen werden sollten, in recht unlhcologischer aber durchaus logischer Nöthigung geradezu auf gottesleugnerische Folgerungen hinauslaufen könnten. Sind alle Menschen der Gegenwart s" a-ge Sünder, daß das gränzenlose Unglück bleS eine gerechte Strafe ist — so sind die Vollstrecker der göttlichen Strafe Tugendhelden und es war moralische Pflicht — oder fatalistische Nöthigung? — daß Napoleon den Krieg an Deutschland erklärte Dieser Veranlasser .des Krieges ist im Ganzen docy noch besser davongekommen , als Hunderttausende der Unschuldigen, die ihr Leben und ihre Gesundheit, ihr Vermögen öder ihre Lieben verloren: „wenn ich sündigte, was haben die armen Schäflein gethan?" Wir seben, wir kommen ans schauerliche Abwege, wenn wir „die Gedanken der Vorsehung ergründen", oder ihr. wie man sagt, „in'S Handwerk pfuschen wollen". Man hat uns, freilich ohne uns zu nennen, wegen unserer Aeußerungen in dieser Hinsicht scharf mitgenommen, ohne uns jedoch zu überzeugen, daß wir mit unserer Rüge Unrecht hatten. Wir sind nun einmal im Punkte der „Ehre des Iudentbums" äußerst empfindlich, cm rnp ist uns heiligste Pflicht und wo wir einen cm befürchten oder voraus-

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