Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 39 (28.9.1870)
- Date
- 1870-09-28
- Page
- Seite 318 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Mohel 1× ep/1006163
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— 318 — fammlunz den gebührenden Dank darbrachte bo':.-i). - P- I. —' Kolmar. Der auch in diesen Blättern erwähnte reumüthige Rücktritt des Convertiicn Lehmann hat sich als eitel. Trug bewiesen. Er wird von Bekannten als ein qnalisicirtrr Lügner und Betrüger geschildert, der zu wiederholten Malen mit solchen Heber- und Rücktritten zu gewinnsüchtigen Zwecken die Welt getäuscht habe. (Hamagid.) MoSkcku. Hamagid enthält eine weitläufige Beschreibung der kiesigen Synagoge und eine Schilderung der bezüglichen Einwezhungsseierlichkeit. New-Orleans. Hier wurde jüngst von chrilichen Richtern das verdiente Urtbeil über den frommen Betrug eines Juden entschieden, dem die Erfüllung 'eines ceremoniellen Gesetzes höher stand, als die moralische Borschrift über die Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit. 'Ein gewisser Maver batte von zwei Freunden auS Texas den Auftrag erhalten, ihnen einen Mohel zur Beschneidung ihrer Kinder zu schicken. M. zeigte den bezüglichen Brief dem Mohel Herrn Rosenthal, der auch' sofort zur Pollsührung des frommen Werks abreiste.' Zurückgekehrt, verlangte R. von M. Erstattung der Reiseuud OperaticnSkcsten. Dieser aber entgegnete, Nur den bezüglichen Brief gezeigt, aber nicht den bezüglichen Auftrag gegeben zu haben. Ter Richter aber verurtheilte M. in die Zahlung von fiOO Dollars. (Ccrr. JSr.) Feuilleton. Parität. Uniern drei erüen sofern des Krieges. Dreigläubig wohnen enge wir beisammen In kleiner Stakt, und kn der Friedenszeit Erheben wohl zum Hasse sich die Flammen, Die Gott der Herr ter Liebe nur geweiht. Da hat der Krieg uns mit gewaltigem Hauche Geeint, wid's nie vermocht ein Säuselwind, Drei Dlüthen webend von des Lebens Strauche Uns neu gelebrt, daß bei verschied'nem Brauche Dir Kinder Eines Volks und Vaters sind. Vor kaum acht Tagen trugen wir zur Ruhe Ein junges Reis von einem alten Stamms) Dumpf schlug die Scholle auf die schlickte Truhe Und fremde Laute klangen wundersam. Doch ihre Kraft in deutschen Werten haben . Wir auch gehört, Trost für der Mutter Leid: „Ihr Freunde, .die ihr weint um diesen Knaben, Blickt aus den Born, aus welchem ihr gegraben, Den Fels, aus welchem ihr gehauen seid!" Und wieder wallt, indeß die Glocken klingen, Zum andern Frirdbos einig Juv' und Christ. Ein Fremdling war'S, den wir zur Ruhe bringen. Der aber nun vollkommen unser ift. „Mama!" so rief er mit entfärbtem Munde Und „Clara!" noch, der fernen lkwuren Braut — Sie seblten ibm in feiner Todesstunde. Dock schlumm're sanft! Wir alle in der Runde Sind Brüder, Schwestern, deren Aug' dir thaut. Hoch ragt das Kr-u;, lateinische Psalmen schallen Und Wölkchen ziebu des Weibrarchs durch die Luft; Wir müssen bin zum dritten Rubplay wallen. Er will sein Recht: die drille .Kriegergruft. WaS waren dieses Helden lehte Worte? ') „Der Kenia hock! Auf die Franzosen, d'rauf!" Dann sank die Welt zurück, und durch die Pforte Des Todes sab er bin zum ewigen Horte: „Herr Gott, nimm gnädig meine Seele auf!" Im Leben gingen sie verschied'ne Bahnen, Der Jud', der Protestant, der Katholik; Deutschland rief: Auf! — und zu denselben Fahnen Flog Jeder, Eine Glutb, Ein Flammenblick! O Vaterland! Land edler, frommer Sitten, Wie stark rein Zauber, merkt man erst in Noth: Gern hätie Satan einen Keil inmitten Des Bunds getrieben, dock die Brüder stritten In Einer Lieb' und Hcsfnnng bis zum Tod. O seliger Tod, den alle drei gestorben! O köstlich r.'eos, das allen Dreien fiel! Lorbeer uns Palme haben sie erworben, Weil wir in Unruh' noch, sind sie am Ziel. Und wie -n ihrem Grabe uns're Hände Den Bund besiegeln sterer Einigkeit, So, gro er Gott im Himmel droben, seyde, 1) Felix Kabn von hier, isr. .2) Zeiaia 51, 1. .Text der Grabrede des Herrn Lebrer Levi.) Wildelm K r empf aus Perleberg, ev. -0 A. Lauerwein von Züschskatb.