Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 38 (21.9.1870)
- Date
- 1870-09-21
- Page
- Seite 312 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4896751-5428708-5432155--3091-4899376- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 312 - für Neujahr- und. Verjöhnungstag") den Lesern unseres Blattes werth zu machen, weil wir überzeugt sind, daß unseres Wissens keine anderen Gebete für diese Tage .einen so erhebenden Eindruck hervorzubringen vermögen, wie eben die von Stein Wir haben dies stets an uns selbst und zu unserer Freude auch bei unseren Gemeinde-genosien gefunden. „Empor zu den erhabenen Höhen"'stellt sich würdig und ebenbürtig an die Seit« von „D Tag des Herrn" zum VersöhnungSgbende, das bereits in so vielen Synagogen - die Andacht hervorruft und erhöht. (Eher.) Empor zu den erhabenen Höhen, Die jetzt im Abendglanze stehen, Erheb ich meinen Blick, mein Herz Und fragend schau ich himmelmärts. — (Gebet.) Des Jahres letzte Stund entweichet, Wie sich der Tag zu Ende neiget, Und mit der Sterne erstem Schein Bricht eine neue Leit herein. Im Wechsrvauf der Erdendinge Was unS die neue Zeit wohl bringe? Ob Lust, ob Schwerz, ob Freud, ob Leid, Ob Wonne, ob Trübseligkeit? Wer jüngst gelacht, wird bald er weinen? Wer jüngst geweint, wird Trost ihm scheinen? Wer heute lebt,' ob er noch lebt, Wann wieder neu das Jahr anhebt?- (nhor.) Empor zu.den erhabnen, Höhn, Die jetzt im Abondglanze stehen, Erheben Auge wr und Herz Und schauen fragend himmelwärts. (Gebet.) Denn wie im Thale bergumschlvsien, Zieh» alle Menschen, Sterbgenossen; Auf eine kleine Strecke nur Erkennt ihr Aug^deS Weges Spur. Wohin der Weg im Thale leite? Ob er uns führt zu grüner Weide, Ob er zum Abgrund schnell uns bringt, Der uns und mrser Glück verschlingt? Ob hinter jener Berge Mauern Gefahr und Unheil auf unS lauern? Ob, wann der Weg um Felsen biegt, Ein Paradies-vor'm Auge liegt?- Wir wissennicht. Und wenn wirS wüßten, Ob wir die Zukunft froh begrüßten? Gut, daß der Schleier sich nicht hebt Und Hoffnung unfern Schritt belebt. Wir wandeln mulhig 'fort im Thale, Begleitet von des Himmels Strahle; DeS ErdenthalrS tiefste Schlucht Wird von des Himmels Licht besucht. (Chor.) Wir schaun empor zu jenen Höhen, Bon wannen wird uns Hils ent st ehe»? Bon Gott kommt Hilf! ertönt ein Ruf; Don Jbm, der Erd und Himmel schuf. Drum, Herr der Höhe«! blickt auch, heute DaS Herz zu Dir empor voll Freude; Mag auch das Jahr von dannen ziehn, Sein letzter Abendstrahl verglüh», Der Zukunft dunkle Nacht mag kommen — Sind Gottes Sterne doch erglommen Und zeigen uns die klare Bahn, Allheiliger, zu Dir h'nan. Denn Gott bewacht unS von der Höhe Und leitet uns zu seiner Nähe Und führet uns jahrein, jahraus Stets näher seinem Himmelshaus. — Drum Dir, o Führer unsrer Seelen, Wolln wir das neue Jahr befehlen; Du fügst den Anfang an den Schluß, Willkommen an den Scheidegruß. Einst, Herr, wann unsre Seele scheidet, . Sei Dein Willkommen ihr bereitet; Auch in des Todes Schattenthal Beleb' uns Deiner Gnade Strahl! Hier aber lehr vor Dir unS leben Und hilf uns nach dem Ziele streben; Schreib uns zum Segen ein, zum Heil Und hüte gnädig unser Theil. Und wolle von den lichten Höhen Stets gütig auf uns niedersehen. — Hilf kommt vom Herrn, und du, mein Herz, Schau gottbefriedigt himmelwärts. Unter den massenhaften, den Krieg behandelnden Literaturerscheinungen verdient die im Verlag von Rudolf LovS in Leipzig unter Redaction von Or. Delitsch herausgegebene ivustirte geographische Zeitschrift: AllS allen Welthcilen, dir wir schon früher unfern Lesern empfohlen haben, besonders hervorgehoben zu werden. — Sie stellt sich die berechtigte Aufgabe, zur geographischen Orientirung auf dem Kriegsschauplätze beizutragen und durch Beigabe von leicht übersichtlichen Kartenskizzen das Berständniß zu erleichtern. — Außer dem übrigen reichen Inhalte der letzten - beiden Lieferungen (August und September) führen wir in dieser Richtung an die vortrefjlich geschriebenen Artikel: Das östliche Frankreich. — Die deutsch - französische Sprachgrenze. — Frank- I reichs innere Machtverhältnisse. — Die Festungen i Paris, Straßburg, Metz. — Die Schlachtfelder von i Weißenburg, Wörth, Saarbrücken, Forbach und bei Metz. — Der Krieg und die Eisenbahnen. — DaS Seerecht in Kriegszeiten. — Der Preis für die monatliche Lieferung ist auf 6 Sgr. gestellt. *) Zu 30 fr. von ihm selbst zu beziehen. ' Verantwortliche Redaction und Verlag von Joseph Klingen st ein, Lebrer zu Jngeleim. Für den Buchhandel in Commission bei Lskar Leiner in Leipzig. — I. Gottlcben's Buchdruckerei in Mainz.