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Der israelitische Lehrer · 1870-09-07 · 36 (7.9.1870) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
36 (7.9.1870)
Date
1870-09-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Der IsrsrMscKe Kelirer. Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Judemhums und insbesondere des israelitischen Lehrer st andes. Organ für den Verein „Achawa." M 36. Den 7. September 187«. 10. Jahrgang. Wöchentlich 1 Rümmer Vierteljährlicher Abonnementsvreii 40 kr. — 111/2 Sgr. Anzeigen zu 1 Sgr. die Petitzcile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Ach iiwa-Eiuim hme n ' Auguft 1870 Spenden: Ungenannt zum Geburtstage 1 fl. Herr Felix Sachs in Frankfurt a. M. 3 fl. 30 kr. Durch die Stadtpost mit dem Motto: „Vertrauen auf Gott!" 2 fl. Mitgliederbeiträge: Herren H. Jsaac, Alsfeld, Guttkind in Zierenberg, Eichengrün in Mainbreffen, I. Stern in Nordcck, David Falk in Wallau. Frankfurt a. M, 1. September 1870. Leopold Dann, Rechner. Lehrplan der Elementar- und Seminar-Abiheiluug der Marks- Haiudorf'scheu Stiftung zu Münster in Westphalen. (Fortsetzung.) Der geschätzte Leser wird uns entschuldigen, wenn wir uns von dem Stoffe, dessen Bearbeitung un« so nahe liegt, noch nicht trennen können, — selbst für die Gefahr, daß wir auf Einzelnes nochmals zurückkommen, was wir bereits gesagt haben. Der Gegenstand ist zu» wichtig; er betrifft das, was das israelitische Seminar nothwendig macht. Aber das israelitische Seminar ist auch und vor Allem Lehrerbildungsanstalt und als solches hat es sein Augenmerk auch darauf zu richten, daß Alles, was unterrichtet und gelehrt wird, dem höchsten Zwicke der Anstalt entspricht — dem der Lehrerbildung. Da ist wohl auch tüchtiges hebräisches Wissen nothwendig; aber dies Wiflen ist an und für sich nicht die Hauptsache und reicht nickt hin zur Erfüllung der großen und schwierigen Aufgabe, die dem Lehrer geworden ist. Er muß es für seinen Beruf zu verwenden, praktisch zu verwerthen wissen. Darum soll der Lehrer dasjenige Wissen vor Allem sich zu eigen machen, das zu seinem Berufe naturgemäß gehört, soll aber im Seminare auch erfahren, w i e er eS zu verwenden hak, was er in der Schule damit anfangen soll. Das kann er nun frei- I lick blos mit Thora und Thefilla. Denn, wenn wir j auck zugebeu, daß uns einzelne treffliche Religions-! lehrer bekannt sind, die ein mehreres im Hebräischen j in der Schule leisten, so werden diese, wenn sie gerecht sein wollen, unö ihrerseits doch auch zugestehen, daß damit gar nichts gewonnen ist, weder für das spätere religiöse Wissen, nock für das religiöse Thun und Leben. Diejenigen Lehrer aber, die eS wagen sollten, dem kindlichen Verstände oder dem kindlichen Gemüthe — wie dies Parademachen leider in einigen orthodoxen Parteisckulen Sitte ist — Talmud, resp. tfnj;uzumuthen, versündigen sich so sehr an Geist und Gemüth des Kindes, daß wir ihnen den Namen „Leh-! ret und Bildner der Jugend" durchaus nicht zu- ^^estehen können, sondern sie als die „Verderber im Wein» , berge des Herrn" wohl bezeichnen dürfen. Das, was sie ' zu stützen und zu fördern glauben, — Liebe zum Juj denthume, Religiosität — untergraben sie durch un- > zeitiges An- und Eiulernen von Dingen, die der Jugend j durchaus widersprechen. Gemoro ist weder dem Inhalte nach der Form nach ein Wissensgebiet für die Jugend. — Wir kämpfen nicht mit Windmühlen; fts gibt Schulen, f. g. israelitische Lehranstalten, wo diese j Diöciplin auf dem Lehrplane steht und mit Kinderw von 11—13 Jahren wirklich und wahrhaftig traftirt wird. Wir wären zufällig aber auch im Stande, gerade von den Schülern dieser Anstalt praktische Belege für unsere Behauptungen zu liefern. 1

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