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Der israelitische Lehrer · 1870-08-10 · 32 (10.8.1870) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
32 (10.8.1870)
Date
1870-08-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Der K-melilMlie Aekrer. Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Judmthums und insbesondere des israelitischen Lehrer standes Organ für den Verein „Achawa." Jß. 32. Den io August 1870. 10. Jahrgang. Wöchentlich I Rümmer Pierteljührlicher Lbonnemrntrvreis 40 kr. — 1U/2 Egr. Anzeigen zu 1 Sgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Ach aw«-EÜnnahmeu Juli 1870 Spenden: Frau Rosa Lotmar iu Frankfurt a. M. 5 fl-, Ungenannt durch Herrn Klingenstein 2 fl., Matnas Jad-Gelder durch H. Bodenheimer in Emmend. 5 fl. 33 kr., Herr vr. Leopold Stein in Frankfurt a. M. an seinem Jahrzeittage 2 fl., durch Herrn E. Natban in Lorsch beim Aufrusen zur Thora 2 fl. 30 kr., von Herrn W. Heymann in Dietz aus Veranlassung eines Familienfestes 8 fl. 45 kr., Frau Rosa Fulda geb. Strauß in Frankfurt a. M. zum Andenken an den sel. Herrn Anton Fulda 25 fl., gesammelt von Herrn A. Oppenheimer in Theilheim bei einer Beschneidung bei Herrn S. Neuberger in Arnstein 4 fl. Ehrenmitglied erbeiträge: Herr W Heymann in Dietz. Mitgliederb eiträge: Herren: I. L. Fleischhacker in Harburg, Jgcob Stern in Jugenbeim, Lazarus Faller in Wk'theim, W. Blumenthal in Steinheim, (Nach;. 1 fl. 45 kr.) E. Nathan in Lorsch, D. Simon in Camen, I. Lippmann in Euerbach, Eduard Levi in Frankfurt a. M., M. Blumenthal in Emden, Elkan Schreiber in Wein- Heim, I. Brandes in Witzenhausen, Julius Davidsohn in Homberg, Westheim in Abterode, Müller in Frankershausen, Neuhaus in Harmuthsachsen, Katzenstein in Borken. Frankfurt a. M., 1. August 1870. Leopold Dann, Rechner. Am allgemeinen Weitage. Zn einer Zeit, wie die gegenwärtige, ist' es Pflicht, so schwierig eS auch erscheinen mag, die Gedanken zu ernster und ruhiger Arbeit zu sammeln, das Auge deS Geistes, über die trübe Gegenwart hin, immer wieder auf eine hellere Zukunft zu richten. Indem wir uns, der Aufforderung entsprechend, für einen feierlichen Gottesdienst vorbereitcn, der für diesen Abend angrordnet ist, drängt es unS, gerade jetzt, auch ein Wert mit unseren verehrten Lesern zu sprechen, daS. auf die Weltlage Bezug hat. Sind wir wirklich so bochcivilinrte Menschen, wie eS uns wiederholt und immer wieder gesagt worden ist und wie wir eS unS selbst sagten und glaubten — oder sind wir, d. h. die Menschen der Gegenwart, Heiden und Barbaren? Wo sind alle die Hoffnungen auf freiheitliche Entwicklung der gebildeten Menschheit, auf den Bruderbund der Völker, in welchem die Religion der Kitt, die Schule das vorzüglichste BelebungS- und Beförderungsmittel sein sollte? Wir beten, ja; aber wie sollen wir beten? Wir beten, indem wir die Schwerter schleifen und die Waffen bereiten für die Blutarbeit — wir beten für das Glück der Waffen! — Zwischen den beiden Söhnen der HaSmonäerfürstin Salome Alexandra — H Y rk a n und A r i st 0 b u l — kani es nach dem. Tode der Mutter zu einem blutigen Bruderkampfe, welcher die jüdische Station in zwei feindliche Lager spaltete. Dem älteren Sohne Hyrkan war nach dem Erstgeburtsrecht die Krone zugefallen. Aber Hyrkan zierten wohl die Tugenden de» Bürgers und Privatmannes, während er ein sehr schlechter Regent gewesen wäre; er war den stürmischen Zeiten nicht gewachsen. Sein Bruder Aristobul war daS gerade Gegentheil; ungestümer Muth und maßloser Ehrgeiz rissen ihn biö zur tollkühnen Wuth hin; er wollte Herrscher, mächtiger Herrscher der Juden sein. Als seine Mutter Salome tovt war, zog er vor Jerusalem; in Jericho trafen sich die Heere der feindlichen Brüder. Hyrkan verlor die Schlacht und entfloh nach Jerusalem. Eine Aussöhnung fand statt; — Aristobul wurde Herrscher, Hyrkan Hoherpriester. Aber die Einigkeit dauerte nicht lange. Nach

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